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KI-Glossar: die Begriffe, die in Angeboten stehen

Wer über KI entscheidet, bekommt Wörter vorgelegt, die in keinem Vertrag erklärt werden. Dieses Glossar erklärt sie in je drei bis vier Sätzen, ohne Werbung und ohne Formeln, und sagt jeweils dazu, was der Begriff für ein Unternehmen bedeutet.

  • 76 Begriffe
  • 32 davon neu aufgenommen
  • Stand August 2026
  • 19 weiterführende Beiträge
76 Begriffe

A

Der vereinbarte Weg, auf dem zwei Programme Daten austauschen. Über eine KI-API binden Sie ein Modell in eigene Anwendungen ein, ohne es selbst zu betreiben. Abgerechnet wird meist je verarbeitetem Token, nicht je Benutzer, was die Kosten an die tatsächliche Nutzung koppelt.

Der Rechenschritt, der die Transformer-Architektur ausmacht: Für jedes Wort bewertet das Modell, wie stark jedes andere Wort im Text dazu beiträgt. So entsteht Bezug über Satzgrenzen hinweg. Weil der Aufwand mit der Textlänge überproportional wächst, ist Attention der Grund, warum lange Eingaben teuer sind.

Autonome KI

Grundbegriffe

Systeme, die Entscheidungen ohne Rückfrage treffen und ausführen. Der Begriff beschreibt einen Grad, keinen Zustand: Zwischen „schlägt vor“ und „handelt allein“ liegen mehrere Stufen. In Unternehmen ist fast immer eine mittlere Stufe richtig, in der das System vorbereitet und ein Mensch freigibt.

B

Berufsverband der Unternehmensberatung in Deutschland. Die Mitgliedschaft setzt eine Prüfung der Beratungspraxis voraus und verpflichtet auf Berufsgrundsätze zu Unabhängigkeit und Vertraulichkeit.

Benchmarkneu

Einsatz im Betrieb

Ein standardisierter Test, mit dem Modelle verglichen werden. Nützlich für die Vorauswahl, wenig aussagekräftig für Ihren Fall: Ein Modell, das in Prüfungsaufgaben führt, kann bei Ihren Lieferantenrechnungen schlechter abschneiden als ein kleineres. Deshalb gehört zu jedem Projekt eine eigene Messung.

C

ChatGPT

Modelle und Anbieter

Der Chat-Dienst von OpenAI und für die meisten der erste Kontakt mit generativer KI. Wichtig für die betriebliche Einordnung: ChatGPT ist die Oberfläche, das Modell dahinter ist ein anderes Produkt. Wer KI in eigene Abläufe einbaut, nutzt in der Regel die Schnittstelle, nicht den Chat.

Claude

Modelle und Anbieter

Die Modellfamilie von Anthropic. In der Praxis gefragt für lange Dokumente, sorgfältiges Befolgen von Vorgaben und Programmierarbeit. Wie bei allen großen Anbietern verschiebt sich die Rangfolge mit jeder Modellgeneration, ein Vergleich lohnt sich pro Anwendungsfall.

Die großen Modelle im Vergleich

D

Datenraumneu

Einsatz im Betrieb

Der abgegrenzte Bestand an Dokumenten und Datensätzen, auf den ein KI-System zugreifen darf. Ihn zu bestimmen ist die erste Arbeit jedes Projekts und meist die unterschätzte: Wer alles freigibt, bekommt Antworten aus Entwürfen, Altständen und fremden Abteilungen.

Deepfake

Recht und Risiko

Künstlich erzeugte Bild-, Ton- oder Videoaufnahmen, die echte Personen zeigen. Für Unternehmen ist weniger die Öffentlichkeit das Problem als der Zahlungsbetrug: Eine nachgebildete Stimme am Telefon genügt, um eine Überweisung anzustoßen. Schutz ist organisatorisch, nicht technisch, etwa über feste Rückrufwege.

Deepfakes als Sicherheitsrisiko

Die Bauart hinter den meisten Bild- und Videogeneratoren. Das Modell beginnt mit Rauschen und entfernt es schrittweise, bis das beschriebene Bild übrig bleibt. Erklärt zwei Eigenheiten: dass derselbe Prompt nie zweimal dasselbe Bild liefert, und dass die Erzeugung Zeit braucht.

DSGVO

Recht und Risiko

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung. Für KI-Vorhaben sind vier Fragen entscheidend: Welche personenbezogenen Daten fließen ins Modell, auf welcher Rechtsgrundlage, wo werden sie verarbeitet, und wie lange bleiben sie dort. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter ist die Regel, kein Sonderfall.

DSGVO-Pflichten bei KI-Einsatz

E

Embedding

Technik

Die Übersetzung von Text in eine Zahlenfolge, die seine Bedeutung abbildet. Zwei Texte mit ähnlichem Inhalt ergeben ähnliche Zahlenfolgen, auch wenn kein Wort übereinstimmt. Darauf beruht die Suche nach Sinn statt nach Schreibweise, die Grundlage jeder Wissensdatenbank mit KI.

EU AI Act

Recht und Risiko

Die KI-Verordnung der Europäischen Union. Sie sortiert Anwendungen nach Risiko und knüpft daran Pflichten: Verbotenes, Hochrisiko-Anwendungen mit Auflagen zu Dokumentation und Aufsicht, Transparenzpflichten, freier Bereich. Die Einstufung hängt am Einsatzzweck, nicht am Modell, dasselbe Modell kann in einem Fall streng geregelt und im anderen frei sein.

Welche Pflichten seit August 2026 gelten

Evaluation (Evals)neu

Einsatz im Betrieb

Ein eigener Testsatz aus Ihren Fällen mit den erwarteten Ergebnissen, an dem sich jede Änderung messen lässt. Ohne Evals ist jede Aussage über Qualität ein Eindruck. Mit Evals sehen Sie, ob ein neues Modell, eine geänderte Anweisung oder ein anderer Schwellwert wirklich besser ist.

F

Ein vortrainiertes Modell mit eigenen Beispielen nachtrainieren, damit es Tonfall, Format oder Fachsprache trifft. Sinnvoll für die Art der Antwort, ungeeignet für ihren Inhalt: Wissen, das sich ändert, gehört nicht ins Modell, sondern in eine angebundene Quelle.

Foundation Model

Grundbegriffe

Ein großes, allgemein trainiertes Modell, das als Grundlage für viele Anwendungen dient, statt für eine gebaut zu sein. Die wirtschaftliche Folge: Das teure Training übernimmt der Anbieter, Sie zahlen für die Anpassung und den Betrieb.

G

Gemini (Google)neu

Modelle und Anbieter

Googles Modellfamilie, von Beginn an auf mehrere Eingabearten ausgelegt und eng mit Google Workspace und der Google Cloud verzahnt. Für Unternehmen, deren Daten dort ohnehin liegen, der Weg mit dem geringsten Integrationsaufwand.

Generative KI

Grundbegriffe

Systeme, die Neues erzeugen, statt Vorhandenes einzuordnen: Text, Bild, Ton, Programmcode. Der Unterschied zur klassischen Auswertung ist grundsätzlich. Ein Klassifizierer wählt aus bekannten Antworten, ein generatives Modell formuliert eine, die es so noch nicht gab, mit allen Vorteilen und dem bekannten Risiko.

GPT

Modelle und Anbieter

Kurz für Generative Pre-trained Transformer und zugleich die Bezeichnung der OpenAI-Modellreihe. Die drei Teile beschreiben das Verfahren: erzeugend, im Voraus auf großen Textmengen trainiert, auf der Transformer-Architektur aufgebaut.

GPT im Unternehmenseinsatz

Guardrails (Leitplanken)neu

Recht und Risiko

Regeln, die vor und nach dem Modell greifen: Was darf hineingehen, was darf herauskommen, wo ist Schluss. Sperrlisten, Prüfung auf personenbezogene Daten, Schwellwerte, ab denen ein Mensch entscheidet. Ohne Leitplanken ist ein Modell im Betrieb ein Versprechen, kein System.

H

Halluzination

Grundbegriffe

Eine erfundene Angabe, die richtig klingt. Kein Fehler im engeren Sinn, sondern die Kehrseite des Verfahrens: Das Modell setzt fort, was wahrscheinlich ist, und Wahrscheinlichkeit ist nicht Wahrheit. Wirksam dagegen sind belegte Quellen, Rückverweise auf die Fundstelle und Stichproben, nicht die Bitte, nichts zu erfinden.

I

Inferenz

Technik

Der Betrieb eines fertig trainierten Modells, also jede einzelne Antwort. Kostenseitig der Posten, der bleibt: Training fällt einmal an, Inferenz mit jeder Anfrage. Wer die laufenden Kosten senken will, arbeitet hier, über kleinere Modelle, kürzere Eingaben oder eigene Hardware.

J

Jailbreakneu

Recht und Risiko

Der Versuch, ein Modell durch geschickte Formulierung zu Ausgaben zu bringen, die es verweigern soll. Für Unternehmen zählt vor allem der eigene Fall: Ein öffentlich erreichbarer Assistent wird ausprobiert. Was er nicht sagen soll, muss außerhalb des Modells abgesichert sein.

K

L

Ein großes Sprachmodell, trainiert darauf, den jeweils nächsten Textbaustein vorherzusagen. Aus dieser einen Fähigkeit ergibt sich alles Weitere: zusammenfassen, übersetzen, einordnen, formulieren. Wer das Grundprinzip kennt, versteht sowohl die Stärken als auch die Halluzination.

Latenzneu

Technik

Die Zeit bis zur Antwort. Im Chat verschmerzbar, im Ablauf entscheidend: Ein Schritt, der acht Sekunden braucht, ist in einer Kette aus zwanzig Schritten das Ende der Sache. Kleine Modelle nahe an den Daten schlagen hier große Modelle in der Ferne.

LoRAneu

Technik

Ein sparsames Verfahren zum Nachtrainieren: Statt das ganze Modell zu verändern, wird eine kleine Zusatzschicht gelernt. Das Ergebnis ist wenige Megabyte groß, lässt sich zu- und abschalten und macht mehrere Anpassungen desselben Grundmodells praktikabel.

M

Machine Learning

Grundbegriffe

Der Oberbegriff für Verfahren, die Regeln aus Daten ableiten, statt sie vorgeschrieben zu bekommen. Sprachmodelle sind ein Zweig davon, und nicht immer der passende: Für Mengengerüste, Vorhersagen und Klassifizierung sind ältere, kleinere Verfahren oft genauer, schneller und billiger.

Mistralneu

Modelle und Anbieter

Französischer Anbieter mit offenen und geschlossenen Modellen. Für europäische Unternehmen aus zwei Gründen im Blick: Verarbeitung innerhalb der EU und Modellgrößen, die sich auf überschaubarer eigener Hardware betreiben lassen.

Eine Bauart, bei der ein Modell aus vielen Teilnetzen besteht, von denen je Anfrage nur wenige rechnen. So bleibt die Antwortzeit im Rahmen, obwohl das Modell insgesamt sehr groß ist. Erklärt, warum Parameterzahlen zwischen Modellen nicht mehr vergleichbar sind.

N

Das Fachgebiet der maschinellen Sprachverarbeitung, älter als die heutigen Sprachmodelle. Übersetzung, Erkennung von Eigennamen, Einordnung von Anliegen, Stimmungsanalyse, alles Aufgaben, für die es vor den großen Modellen eigene, kleine Werkzeuge gab, die sich vielfach weiter lohnen.

O

Open-Source-KI

Grundbegriffe

Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind. Zu unterscheiden von quelloffener Software im strengen Sinn: Offene Gewichte heißen nicht offene Trainingsdaten und nicht uneingeschränkte Nutzung. Für die meisten betrieblichen Zwecke reicht es, für manche Lizenzfragen nicht.

Overfittingneu

Technik

Ein Modell hat die Trainingsbeispiele auswendig gelernt, statt die Regel dahinter. Auf bekannten Daten glänzend, auf neuen unbrauchbar. Der Grund, warum ein Testsatz getrennt gehalten wird, den das Modell nie gesehen hat.

P

Prompt

Grundbegriffe

Die Eingabe an ein Modell. Anweisung, Zusammenhang, Beispiele und Frage in einem. Wie viel davon Sie mitgeben, entscheidet über die Antwort und über den Preis, denn abgerechnet wird nach Umfang.

Prompt Injectionneu

Recht und Risiko

Ein Angriff, bei dem Anweisungen in Daten versteckt werden, die das Modell verarbeitet: in einer E-Mail, einem Dokument, auf einer Webseite. Das Modell unterscheidet Anweisung und Inhalt nicht von selbst. Die Abwehr liegt außerhalb: begrenzte Rechte, Bestätigung vor wirksamen Schritten.

Proof of Conceptneu

Einsatz im Betrieb

Ein kleiner, befristeter Nachweis, dass ein Vorhaben trägt, bevor es gebaut wird. Sinnvoll mit vorab festgelegtem Abbruchkriterium. Ohne dieses wird aus dem Nachweis ein Dauerzustand, der weder produktiv geht noch beendet wird.

Q

Quantisierungneu

Technik

Die Gewichte eines Modells werden gröber gespeichert, etwa mit vier statt sechzehn Bit. Der Speicherbedarf sinkt um ein Vielfaches, die Qualität nur wenig. Das Verfahren, das große Modelle auf bezahlbare Hardware bringt und damit den eigenen Betrieb überhaupt ermöglicht.

R

Reasoning-Modellneu

Modelle und Anbieter

Ein Modell, das vor der Antwort erkennbar rechnet: Es arbeitet den Lösungsweg aus, verwirft und beginnt neu. Bei mehrschrittigen Aufgaben deutlich stärker, dafür langsamer und teurer. Für Einordnen und Zusammenfassen ist es die falsche Wahl.

RLHF

Technik

Bestärkendes Lernen aus menschlicher Rückmeldung. Menschen bewerten Antworten, das Modell lernt daraus, welche Art zu antworten erwünscht ist. Der Schritt, der aus einem Textfortsetzer einen brauchbaren Gesprächspartner macht.

S

Sora

Modelle und Anbieter

OpenAIs Videogenerator. Für Unternehmen mit Vorsicht zu betrachten: Die Frage nach Rechten an Vorlagen und die Kennzeichnungspflicht für künstlich erzeugte Inhalte sind vor der Veröffentlichung zu klären, nicht danach.

Sora und die Rechtslage

Strukturierte Datenneu

Einsatz im Betrieb

Auszeichnungen im Quelltext einer Seite, die maschinenlesbar erklären, was dort steht: Unternehmen, Leistung, Begriff, Frage und Antwort. Suchmaschinen und KI-Assistenten stützen sich darauf, wenn sie eine Quelle einordnen und zitieren.

T

Token

Grundbegriffe

Die Einheit, in der ein Modell Text zerlegt und abrechnet, ein Wortstück von durchschnittlich vier Zeichen. Deutsche Texte brauchen mehr Token als englische, weil zusammengesetzte Wörter zerfallen. Kontextfenster, Preise und Geschwindigkeit sind alle in dieser Einheit angegeben.

Trainingsdatenneu

Technik

Der Bestand, aus dem ein Modell seine Regeln ableitet. Zwei Dinge folgen daraus unmittelbar: Was nicht in den Daten war, kann das Modell nicht wissen, und was schief in den Daten lag, liegt schief im Modell.

Ein für eine Aufgabe trainiertes Modell für eine verwandte weiterverwenden. Der Grund, warum kein Unternehmen mehr bei null anfängt: Das allgemeine Sprachverständnis ist da, angepasst wird nur der letzte Teil.

Die Architektur, auf der praktisch alle heutigen Sprachmodelle aufbauen. Ihr Kern ist die Aufmerksamkeit: Jedes Wort wird im Verhältnis zu allen anderen bewertet, statt der Reihe nach gelesen. Das macht sie parallel berechenbar und war die Voraussetzung für Modelle dieser Größe.

V

Vibe Coding

Einsatz im Betrieb

Software entwickeln, indem man beschreibt, was herauskommen soll, und das Modell den Code schreiben lässt. Für Prototypen und kleine Werkzeuge erstaunlich weit tragfähig. Für Systeme, die Geld bewegen oder personenbezogene Daten verarbeiten, ersetzt es weder Prüfung noch Verantwortung.

Vibe Coding und seine Grenzen

W

Z

Eine Aufgabe lösen lassen, ohne ein einziges Beispiel mitzugeben. Bei geläufigen Aufgaben genügt das. Sobald ein bestimmtes Format oder eine hauseigene Abgrenzung gefragt ist, sind ein paar Beispiele die billigste Verbesserung, die es gibt.

Kein Begriff gefunden.Andere Schreibweise versuchen oder den Filter zurücksetzen. Fehlt ein Begriff, schreiben Sie uns, wir nehmen ihn auf.

Häufige Abgrenzungsfragen

Ein Glossar erklärt Begriffe einzeln. Gefragt wird aber meist nach dem Unterschied zwischen zweien. Diese Gegenüberstellungen stehen in keiner einzelnen Definition.

Was ist der Unterschied zwischen RAG und Fine-Tuning?

Fine-Tuning verändert das Modell, RAG verändert die Frage. Beim Fine-Tuning wird ein Modell mit eigenen Beispielen nachtrainiert, damit es Tonfall, Format oder Fachsprache trifft. Bei RAG bleibt das Modell unangetastet; vor jeder Antwort werden passende Stellen aus Ihren Dokumenten gesucht und mitgegeben.

Die Faustregel: Fine-Tuning für die Art der Antwort, RAG für ihren Inhalt. Wissen, das sich ändert, gehört nie ins Modell, denn jede Änderung würde ein neues Training bedeuten. Wer eine Preisliste ins Modell trainiert, hat sie beim nächsten Preisstand wieder darin stehen.

Was ist der Unterschied zwischen einem KI-Agenten und einem Chatbot?

Ein Chatbot antwortet, ein Agent handelt. Beim Chatbot beschreiben Sie jeden Schritt und bekommen jeweils eine Antwort. Beim Agenten beschreiben Sie das Ziel; er darf Werkzeuge aufrufen, Zwischenergebnisse bewerten und seinen Weg korrigieren, bis das Ziel erreicht ist.

Der praktische Unterschied liegt in der Absicherung. Ein Chatbot kann höchstens etwas Falsches sagen, ein Agent kann etwas Falsches tun. Sobald ein System Bestellungen auslösen oder Datensätze ändern darf, gehören begrenzte Rechte und eine Bestätigung vor wirksamen Schritten dazu.

Cloud-Modell oder lokales Modell: was ist für Unternehmen besser?

Es hängt an drei Größen: wie viele Anfragen dauerhaft anfallen, wie schutzbedürftig die Daten sind und wie viel Betrieb Sie selbst leisten wollen. Cloud-Modelle sind sofort verfügbar und rechnen je Anfrage ab. Lokale Modelle kosten einmal Hardware und Einrichtung und danach nichts mehr je Anfrage.

In der Praxis ist die Frage meist falsch gestellt, weil sie ein Entweder-oder unterstellt. Die häufigste Bauform ist hybrid: Personenbezogenes und Massenhaftes läuft lokal, das fachlich Schwierige geht an ein großes Modell. So muss man Datenschutz und Leistung nicht gegeneinander abwägen.

Was bedeutet Halluzination bei KI und wie verhindert man sie?

Eine Halluzination ist eine erfundene Angabe, die richtig klingt. Sie ist kein Defekt, sondern die Kehrseite des Verfahrens: Das Modell setzt fort, was wahrscheinlich ist, und Wahrscheinlichkeit ist nicht Wahrheit. Vollständig verhindern lässt sie sich deshalb nicht.

Wirksam sind drei Dinge: dem Modell die Belege mitgeben, aus denen es antworten soll, statt es aus dem Gedächtnis antworten zu lassen; jede Aussage auf ihre Fundstelle zurückverweisen lassen; und einen eigenen Testsatz führen, an dem sich jede Änderung messen lässt. Die Bitte, nichts zu erfinden, gehört nicht dazu, sie wirkt nicht.

Was ist der Unterschied zwischen KI, Machine Learning und Deep Learning?

Es sind drei ineinanderliegende Kreise. Künstliche Intelligenz ist der Oberbegriff für Systeme, die Aufgaben lösen, für die sonst menschliche Intelligenz nötig wäre. Machine Learning ist der Teil davon, der Regeln aus Daten ableitet statt sie vorgeschrieben zu bekommen. Deep Learning ist wiederum der Teil des Machine Learning, der mit vielschichtigen neuronalen Netzen arbeitet.

Für Unternehmen folgt daraus vor allem eines: Nicht jede Aufgabe braucht den innersten Kreis. Für Mengengerüste, Vorhersagen und Klassifizierung sind ältere, kleinere Verfahren oft genauer, schneller und um Größenordnungen billiger als ein Sprachmodell.

Welche KI-Begriffe sollte eine Geschäftsführung kennen?

Sechs reichen für die meisten Gespräche: Token, weil daran alle Preise hängen. Kontextfenster, weil es begrenzt, wie viel ein Modell auf einmal überblickt. RAG, weil das der übliche Weg ist, eigenes Wissen anzubinden. Halluzination, weil sie das Grundrisiko beschreibt. Lokale Modelle, weil daran die Datenschutzfrage hängt. Und Amortisation, weil sie die einzige Zahl ist, die am Ende zählt.

Wer diese sechs kennt, kann ein Angebot lesen und die richtigen Rückfragen stellen. Alles Weitere ist Sache derjenigen, die es bauen.

Begriffe sind das eine, ein Fahrplan das andere

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