KI-Glossar: die Begriffe, die in Angeboten stehen
Wer über KI entscheidet, bekommt Wörter vorgelegt, die in keinem Vertrag erklärt werden. Dieses Glossar erklärt sie in je drei bis vier Sätzen, ohne Werbung und ohne Formeln, und sagt jeweils dazu, was der Begriff für ein Unternehmen bedeutet.
- 76 Begriffe
- 32 davon neu aufgenommen
- Stand August 2026
- 19 weiterführende Beiträge
A
Agent (KI-Agent)
GrundbegriffeEin KI-System, das ein Ziel in mehreren Schritten selbstständig verfolgt, statt auf jede einzelne Anweisung zu warten. Ein Agent darf Werkzeuge aufrufen, Zwischenergebnisse bewerten und seinen Weg korrigieren. Der praktische Unterschied zum Chatbot: Sie beschreiben das Ergebnis, nicht den Weg dorthin.
Was KI-Agenten im Unternehmen leistenAmortisationneu
Einsatz im BetriebDer Zeitraum, nach dem sich eine Investition aus eingesparten Kosten selbst getragen hat. Rechnerisch: Investition geteilt durch monatliche Einsparung. Unser Ziel sind zwölf Monate. Länger darf es dauern, wenn ein Vorhaben mehr hinterlässt als eine niedrigere Kostenzeile, etwa dauerhaft digitalisierte Abläufe, auf denen die nächsten Schritte aufbauen.
Amortisation für Ihren Fall überschlagenDer vereinbarte Weg, auf dem zwei Programme Daten austauschen. Über eine KI-API binden Sie ein Modell in eigene Anwendungen ein, ohne es selbst zu betreiben. Abgerechnet wird meist je verarbeitetem Token, nicht je Benutzer, was die Kosten an die tatsächliche Nutzung koppelt.
Attention (Aufmerksamkeit)neu
TechnikDer Rechenschritt, der die Transformer-Architektur ausmacht: Für jedes Wort bewertet das Modell, wie stark jedes andere Wort im Text dazu beiträgt. So entsteht Bezug über Satzgrenzen hinweg. Weil der Aufwand mit der Textlänge überproportional wächst, ist Attention der Grund, warum lange Eingaben teuer sind.
Autonome KI
GrundbegriffeSysteme, die Entscheidungen ohne Rückfrage treffen und ausführen. Der Begriff beschreibt einen Grad, keinen Zustand: Zwischen „schlägt vor“ und „handelt allein“ liegen mehrere Stufen. In Unternehmen ist fast immer eine mittlere Stufe richtig, in der das System vorbereitet und ein Mensch freigibt.
B
BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater)
Einsatz im BetriebBerufsverband der Unternehmensberatung in Deutschland. Die Mitgliedschaft setzt eine Prüfung der Beratungspraxis voraus und verpflichtet auf Berufsgrundsätze zu Unabhängigkeit und Vertraulichkeit.
Benchmarkneu
Einsatz im BetriebEin standardisierter Test, mit dem Modelle verglichen werden. Nützlich für die Vorauswahl, wenig aussagekräftig für Ihren Fall: Ein Modell, das in Prüfungsaufgaben führt, kann bei Ihren Lieferantenrechnungen schlechter abschneiden als ein kleineres. Deshalb gehört zu jedem Projekt eine eigene Messung.
Bias (Verzerrung)
Recht und RisikoSystematische Schieflagen in den Ergebnissen, die aus den Trainingsdaten stammen. Ein Modell, das aus vergangenen Entscheidungen lernt, reproduziert deren Muster, auch die unerwünschten. Relevant überall dort, wo über Menschen entschieden wird: Bewerbungen, Kreditwürdigkeit, Priorisierung von Anliegen.
KI im Recruiting: wo Verzerrung entstehtC
Chain of Thought (Gedankenkette)neu
TechnikDie Aufforderung an ein Modell, den Lösungsweg auszuschreiben, statt sofort zu antworten. Bei mehrschrittigen Aufgaben steigt die Trefferquote damit deutlich. Neuere Modelle tun das von sich aus und weisen den Denkschritt getrennt aus.
ChatGPT
Modelle und AnbieterDer Chat-Dienst von OpenAI und für die meisten der erste Kontakt mit generativer KI. Wichtig für die betriebliche Einordnung: ChatGPT ist die Oberfläche, das Modell dahinter ist ein anderes Produkt. Wer KI in eigene Abläufe einbaut, nutzt in der Regel die Schnittstelle, nicht den Chat.
Claude
Modelle und AnbieterDie Modellfamilie von Anthropic. In der Praxis gefragt für lange Dokumente, sorgfältiges Befolgen von Vorgaben und Programmierarbeit. Wie bei allen großen Anbietern verschiebt sich die Rangfolge mit jeder Modellgeneration, ein Vergleich lohnt sich pro Anwendungsfall.
Die großen Modelle im VergleichComputer Useneu
TechnikEin Modell bedient eine Oberfläche wie ein Mensch: Es sieht den Bildschirm, bewegt den Zeiger, tippt. Damit lassen sich Altsysteme ohne Schnittstelle einbinden. Der Weg ist langsamer und fehleranfälliger als eine echte Anbindung und deshalb die zweitbeste Lösung, aber manchmal die einzige.
Copilot (Microsoft)
Modelle und AnbieterMicrosofts KI-Assistenz in Office, Windows und Entwicklerwerkzeugen. Der Reiz liegt in der Nähe zu vorhandenen Daten, der Aufwand in deren Vorbereitung: Copilot antwortet aus den Dateien und Postfächern, auf die ein Benutzer Zugriff hat. Ungepflegte Berechtigungen fallen damit sofort auf.
Microsoft 365 Copilot im UnternehmenD
Datenraumneu
Einsatz im BetriebDer abgegrenzte Bestand an Dokumenten und Datensätzen, auf den ein KI-System zugreifen darf. Ihn zu bestimmen ist die erste Arbeit jedes Projekts und meist die unterschätzte: Wer alles freigibt, bekommt Antworten aus Entwürfen, Altständen und fremden Abteilungen.
Deepfake
Recht und RisikoKünstlich erzeugte Bild-, Ton- oder Videoaufnahmen, die echte Personen zeigen. Für Unternehmen ist weniger die Öffentlichkeit das Problem als der Zahlungsbetrug: Eine nachgebildete Stimme am Telefon genügt, um eine Überweisung anzustoßen. Schutz ist organisatorisch, nicht technisch, etwa über feste Rückrufwege.
Deepfakes als SicherheitsrisikoDeepSeek
Modelle und AnbieterChinesischer Anbieter, der mit offen verfügbaren Modellen bekannt wurde. Bemerkenswert war weniger die Leistung als der Nachweis, dass sich konkurrenzfähige Modelle mit erheblich geringerem Aufwand trainieren lassen. Für den betrieblichen Einsatz ist die Frage nach dem Serverstandort vorab zu klären.
DeepSeek und was daran neu warDestillationneu
TechnikEin großes Modell bringt einem kleinen bei, seine Aufgaben zu erfüllen. Das Ergebnis läuft mit einem Bruchteil der Rechenleistung, oft auf eigener Hardware. Der Weg, auf dem aus einem Modell für den Rechenzentrumsbetrieb eines wird, das in Ihrer Serverecke arbeitet.
Diffusionsmodellneu
TechnikDie Bauart hinter den meisten Bild- und Videogeneratoren. Das Modell beginnt mit Rauschen und entfernt es schrittweise, bis das beschriebene Bild übrig bleibt. Erklärt zwei Eigenheiten: dass derselbe Prompt nie zweimal dasselbe Bild liefert, und dass die Erzeugung Zeit braucht.
DSGVO
Recht und RisikoDie europäische Datenschutz-Grundverordnung. Für KI-Vorhaben sind vier Fragen entscheidend: Welche personenbezogenen Daten fließen ins Modell, auf welcher Rechtsgrundlage, wo werden sie verarbeitet, und wie lange bleiben sie dort. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter ist die Regel, kein Sonderfall.
DSGVO-Pflichten bei KI-EinsatzE
Edge-KIneu
Einsatz im BetriebModelle laufen dort, wo die Daten entstehen: an der Maschine, im Fahrzeug, im Gerät. Keine Übertragung, keine Wartezeit über das Netz, Betrieb auch ohne Verbindung. Machbar geworden durch kleine Modelle und Quantisierung.
Embedding
TechnikDie Übersetzung von Text in eine Zahlenfolge, die seine Bedeutung abbildet. Zwei Texte mit ähnlichem Inhalt ergeben ähnliche Zahlenfolgen, auch wenn kein Wort übereinstimmt. Darauf beruht die Suche nach Sinn statt nach Schreibweise, die Grundlage jeder Wissensdatenbank mit KI.
EU AI Act
Recht und RisikoDie KI-Verordnung der Europäischen Union. Sie sortiert Anwendungen nach Risiko und knüpft daran Pflichten: Verbotenes, Hochrisiko-Anwendungen mit Auflagen zu Dokumentation und Aufsicht, Transparenzpflichten, freier Bereich. Die Einstufung hängt am Einsatzzweck, nicht am Modell, dasselbe Modell kann in einem Fall streng geregelt und im anderen frei sein.
Welche Pflichten seit August 2026 geltenEvaluation (Evals)neu
Einsatz im BetriebEin eigener Testsatz aus Ihren Fällen mit den erwarteten Ergebnissen, an dem sich jede Änderung messen lässt. Ohne Evals ist jede Aussage über Qualität ein Eindruck. Mit Evals sehen Sie, ob ein neues Modell, eine geänderte Anweisung oder ein anderer Schwellwert wirklich besser ist.
F
Few-Shot-Prompting
TechnikDer Anweisung ein paar gelöste Beispiele voranstellen, damit das Modell das Muster übernimmt. Bei Formatvorgaben und Einordnungsaufgaben oft wirksamer als jede Beschreibung in Worten und ungleich billiger als Fine-Tuning.
Fine-Tuning
TechnikEin vortrainiertes Modell mit eigenen Beispielen nachtrainieren, damit es Tonfall, Format oder Fachsprache trifft. Sinnvoll für die Art der Antwort, ungeeignet für ihren Inhalt: Wissen, das sich ändert, gehört nicht ins Modell, sondern in eine angebundene Quelle.
Foundation Model
GrundbegriffeEin großes, allgemein trainiertes Modell, das als Grundlage für viele Anwendungen dient, statt für eine gebaut zu sein. Die wirtschaftliche Folge: Das teure Training übernimmt der Anbieter, Sie zahlen für die Anpassung und den Betrieb.
G
Gemini (Google)neu
Modelle und AnbieterGoogles Modellfamilie, von Beginn an auf mehrere Eingabearten ausgelegt und eng mit Google Workspace und der Google Cloud verzahnt. Für Unternehmen, deren Daten dort ohnehin liegen, der Weg mit dem geringsten Integrationsaufwand.
Generative KI
GrundbegriffeSysteme, die Neues erzeugen, statt Vorhandenes einzuordnen: Text, Bild, Ton, Programmcode. Der Unterschied zur klassischen Auswertung ist grundsätzlich. Ein Klassifizierer wählt aus bekannten Antworten, ein generatives Modell formuliert eine, die es so noch nicht gab, mit allen Vorteilen und dem bekannten Risiko.
GEO (Generative Engine Optimization)
Einsatz im BetriebDie Arbeit daran, in den Antworten von KI-Assistenten vorzukommen. Andere Mittel als bei der Suchmaschine: Es zählen klar beantwortete Fragen, belegte Aussagen, saubere strukturierte Daten und ein eindeutiges Unternehmensprofil über alle Quellen hinweg. Verwiesen wird auf das, was sich zitieren lässt.
GPT
Modelle und AnbieterKurz für Generative Pre-trained Transformer und zugleich die Bezeichnung der OpenAI-Modellreihe. Die drei Teile beschreiben das Verfahren: erzeugend, im Voraus auf großen Textmengen trainiert, auf der Transformer-Architektur aufgebaut.
GPT im UnternehmenseinsatzGuardrails (Leitplanken)neu
Recht und RisikoRegeln, die vor und nach dem Modell greifen: Was darf hineingehen, was darf herauskommen, wo ist Schluss. Sperrlisten, Prüfung auf personenbezogene Daten, Schwellwerte, ab denen ein Mensch entscheidet. Ohne Leitplanken ist ein Modell im Betrieb ein Versprechen, kein System.
H
Halluzination
GrundbegriffeEine erfundene Angabe, die richtig klingt. Kein Fehler im engeren Sinn, sondern die Kehrseite des Verfahrens: Das Modell setzt fort, was wahrscheinlich ist, und Wahrscheinlichkeit ist nicht Wahrheit. Wirksam dagegen sind belegte Quellen, Rückverweise auf die Fundstelle und Stichproben, nicht die Bitte, nichts zu erfinden.
Human in the Loopneu
Einsatz im BetriebEin Ablauf, in dem das System vorbereitet und ein Mensch entscheidet. Der Regelfall in Unternehmen, weil er die Zeitersparnis mitnimmt, ohne die Verantwortung abzugeben. Die Kunst liegt im Zuschnitt: Prüfen, was unsicher ist, durchlaufen lassen, was eindeutig ist.
Hybride Architekturneu
Einsatz im BetriebLokale Modelle und Cloud-Modelle nebeneinander, je nach Aufgabe. Personenbezogenes und Massenhaftes läuft lokal, das fachlich Schwierige geht an ein großes Modell. In der Praxis die häufigste Bauform, weil sie Datenschutz und Leistung nicht gegeneinander ausspielen muss.
I
Inferenz
TechnikDer Betrieb eines fertig trainierten Modells, also jede einzelne Antwort. Kostenseitig der Posten, der bleibt: Training fällt einmal an, Inferenz mit jeder Anfrage. Wer die laufenden Kosten senken will, arbeitet hier, über kleinere Modelle, kürzere Eingaben oder eigene Hardware.
J
Jailbreakneu
Recht und RisikoDer Versuch, ein Modell durch geschickte Formulierung zu Ausgaben zu bringen, die es verweigern soll. Für Unternehmen zählt vor allem der eigene Fall: Ein öffentlich erreichbarer Assistent wird ausprobiert. Was er nicht sagen soll, muss außerhalb des Modells abgesichert sein.
K
KI-Strategie
Einsatz im BetriebDie Festlegung, welche Abläufe in welcher Reihenfolge mit KI bearbeitet werden und woran der Erfolg gemessen wird. Der Nutzen liegt weniger in der Auswahl der Vorhaben als im begründeten Nein zu allem übrigen.
Budget und PriorisierungKontextfenster
TechnikWie viel Text ein Modell in einer Anfrage gleichzeitig überblickt, gemessen in Token. Alles darüber hinaus existiert für das Modell nicht. Große Fenster ersparen Zerlegen, kosten aber je Anfrage: Sie zahlen für jedes mitgeschickte Token, auch für das, was nichts beiträgt.
L
Large Language Model (LLM)
GrundbegriffeEin großes Sprachmodell, trainiert darauf, den jeweils nächsten Textbaustein vorherzusagen. Aus dieser einen Fähigkeit ergibt sich alles Weitere: zusammenfassen, übersetzen, einordnen, formulieren. Wer das Grundprinzip kennt, versteht sowohl die Stärken als auch die Halluzination.
Latenzneu
TechnikDie Zeit bis zur Antwort. Im Chat verschmerzbar, im Ablauf entscheidend: Ein Schritt, der acht Sekunden braucht, ist in einer Kette aus zwanzig Schritten das Ende der Sache. Kleine Modelle nahe an den Daten schlagen hier große Modelle in der Ferne.
Llama (Meta)
Modelle und AnbieterMetas Modellfamilie mit offen verfügbaren Gewichten. Sie hat den praktischen Unterschied gemacht, dass leistungsfähige Modelle auch auf eigener Hardware laufen. Die Lizenz ist offen, aber nicht voraussetzungslos, ein Blick hinein gehört vor jedes Vorhaben.
Offene Modelle von MetaLoRAneu
TechnikEin sparsames Verfahren zum Nachtrainieren: Statt das ganze Modell zu verändern, wird eine kleine Zusatzschicht gelernt. Das Ergebnis ist wenige Megabyte groß, lässt sich zu- und abschalten und macht mehrere Anpassungen desselben Grundmodells praktikabel.
M
Machine Learning
GrundbegriffeDer Oberbegriff für Verfahren, die Regeln aus Daten ableiten, statt sie vorgeschrieben zu bekommen. Sprachmodelle sind ein Zweig davon, und nicht immer der passende: Für Mengengerüste, Vorhersagen und Klassifizierung sind ältere, kleinere Verfahren oft genauer, schneller und billiger.
MCP (Model Context Protocol)neu
TechnikEin offener Standard dafür, wie ein Modell an Werkzeuge und Datenquellen kommt. Der Zweck ist Wiederverwendung: Eine einmal gebaute Anbindung an Ihr ERP steht jedem Modell zur Verfügung, das den Standard spricht, statt je Anbieter neu geschrieben zu werden.
Mistralneu
Modelle und AnbieterFranzösischer Anbieter mit offenen und geschlossenen Modellen. Für europäische Unternehmen aus zwei Gründen im Blick: Verarbeitung innerhalb der EU und Modellgrößen, die sich auf überschaubarer eigener Hardware betreiben lassen.
Mixture of Experts (MoE)neu
TechnikEine Bauart, bei der ein Modell aus vielen Teilnetzen besteht, von denen je Anfrage nur wenige rechnen. So bleibt die Antwortzeit im Rahmen, obwohl das Modell insgesamt sehr groß ist. Erklärt, warum Parameterzahlen zwischen Modellen nicht mehr vergleichbar sind.
Multimodalität
GrundbegriffeDie Fähigkeit, mehrere Eingabearten in einem Modell zu verarbeiten: Text, Bild, Ton, Video. Im Betrieb der Unterschied zwischen „Rechnung abtippen“ und „Rechnung fotografieren“.
Multimodale Modelle in der PraxisN
NLP (Natural Language Processing)
GrundbegriffeDas Fachgebiet der maschinellen Sprachverarbeitung, älter als die heutigen Sprachmodelle. Übersetzung, Erkennung von Eigennamen, Einordnung von Anliegen, Stimmungsanalyse, alles Aufgaben, für die es vor den großen Modellen eigene, kleine Werkzeuge gab, die sich vielfach weiter lohnen.
O
OCR und Belegerkennungneu
Einsatz im BetriebZwei Schritte, die oft in einen Topf geworfen werden. OCR löst den Text aus dem Bild, die Erkennung ordnet Werte den Feldern zu: Rechnungsnummer, Datum, Positionen, Steuersätze. Am zweiten Schritt scheitern starre Regeln, weil jedes Lieferantenformular anders aussieht, und genau dort trägt ein Modell.
Ein Projekt mit BelegerkennungOn-Premise-KI (lokale Modelle)
Einsatz im BetriebLokale Modelle auf eigener Hardware im eigenen Haus. Aufwendiger in der Einrichtung, dafür ohne Datenabfluss, ohne Kosten je Anfrage und ohne Abhängigkeit von der Verfügbarkeit eines Anbieters. Die Rechnung geht meist dort auf, wo dauerhaft viele Anfragen anfallen oder die Daten das Haus nicht verlassen dürfen.
Ein Projekt mit eigenem KI-ServerOpen-Source-KI
GrundbegriffeModelle, deren Gewichte frei verfügbar sind. Zu unterscheiden von quelloffener Software im strengen Sinn: Offene Gewichte heißen nicht offene Trainingsdaten und nicht uneingeschränkte Nutzung. Für die meisten betrieblichen Zwecke reicht es, für manche Lizenzfragen nicht.
Orchestrierungneu
TechnikDie Steuerung mehrerer Modell- und Systemaufrufe zu einem Ablauf: Was läuft nacheinander, was parallel, was passiert bei einem Fehler, wo wird abgebrochen. In Projekten steckt hier der größere Teil der Arbeit, nicht im Modell selbst.
Overfittingneu
TechnikEin Modell hat die Trainingsbeispiele auswendig gelernt, statt die Regel dahinter. Auf bekannten Daten glänzend, auf neuen unbrauchbar. Der Grund, warum ein Testsatz getrennt gehalten wird, den das Modell nie gesehen hat.
P
Parameter
TechnikDie im Training gelernten Stellgrößen eines Modells, angegeben in Milliarden. Lange galt: mehr Parameter, bessere Ergebnisse. Diese Faustregel trägt nicht mehr. Trainingsqualität, Bauart und Zuschnitt auf die Aufgabe schlagen die reine Größe regelmäßig.
Prompt
GrundbegriffeDie Eingabe an ein Modell. Anweisung, Zusammenhang, Beispiele und Frage in einem. Wie viel davon Sie mitgeben, entscheidet über die Antwort und über den Preis, denn abgerechnet wird nach Umfang.
Prompt Engineering
TechnikAnweisungen so zu bauen, dass ein Modell verlässlich das Gewünschte liefert. Handwerk, kein Beiwerk: Rolle, Zusammenhang, Beispiele, Ausgabeformat. Der Unterschied zwischen zwei Formulierungen derselben Aufgabe ist im Ergebnis oft größer als der zwischen zwei Modellen.
Prompt Engineering in der PraxisPrompt Injectionneu
Recht und RisikoEin Angriff, bei dem Anweisungen in Daten versteckt werden, die das Modell verarbeitet: in einer E-Mail, einem Dokument, auf einer Webseite. Das Modell unterscheidet Anweisung und Inhalt nicht von selbst. Die Abwehr liegt außerhalb: begrenzte Rechte, Bestätigung vor wirksamen Schritten.
Proof of Conceptneu
Einsatz im BetriebEin kleiner, befristeter Nachweis, dass ein Vorhaben trägt, bevor es gebaut wird. Sinnvoll mit vorab festgelegtem Abbruchkriterium. Ohne dieses wird aus dem Nachweis ein Dauerzustand, der weder produktiv geht noch beendet wird.
Q
Quantisierungneu
TechnikDie Gewichte eines Modells werden gröber gespeichert, etwa mit vier statt sechzehn Bit. Der Speicherbedarf sinkt um ein Vielfaches, die Qualität nur wenig. Das Verfahren, das große Modelle auf bezahlbare Hardware bringt und damit den eigenen Betrieb überhaupt ermöglicht.
R
Vor der Antwort werden passende Stellen aus Ihren Dokumenten gesucht und dem Modell mitgegeben. Es antwortet aus Belegen statt aus Erinnerung, mit Quellenangabe und ohne Nachtraining. Der übliche Weg, wenn ein Assistent Ihr Haus kennen soll und Ihr Wissen sich ändert.
Reasoning-Modellneu
Modelle und AnbieterEin Modell, das vor der Antwort erkennbar rechnet: Es arbeitet den Lösungsweg aus, verwirft und beginnt neu. Bei mehrschrittigen Aufgaben deutlich stärker, dafür langsamer und teurer. Für Einordnen und Zusammenfassen ist es die falsche Wahl.
RLHF
TechnikBestärkendes Lernen aus menschlicher Rückmeldung. Menschen bewerten Antworten, das Modell lernt daraus, welche Art zu antworten erwünscht ist. Der Schritt, der aus einem Textfortsetzer einen brauchbaren Gesprächspartner macht.
S
Sentiment-Analyse
Einsatz im BetriebDie maschinelle Einordnung von Texten nach Stimmung. Im Betrieb genutzt für Bewertungen, Beschwerden und Servicetickets, meist nicht als Selbstzweck, sondern um Dringendes nach vorn zu holen.
Small Language Model (SLM)neu
Modelle und AnbieterEin bewusst kleines Sprachmodell, das auf gewöhnlicher Hardware läuft. Für abgegrenzte Aufgaben, Einordnen, Umformen, Feldzuordnung, oft genauso gut wie ein großes und um Größenordnungen billiger. In Automatisierungen sitzen kleine Modelle dort, wo eine feste Regel nicht reicht, und sonst nirgends.
Sora
Modelle und AnbieterOpenAIs Videogenerator. Für Unternehmen mit Vorsicht zu betrachten: Die Frage nach Rechten an Vorlagen und die Kennzeichnungspflicht für künstlich erzeugte Inhalte sind vor der Veröffentlichung zu klären, nicht danach.
Sora und die RechtslageStrukturierte Ausgabeneu
TechnikDas Modell wird auf ein festes Ausgabeformat verpflichtet, damit die Antwort ohne Nachbearbeitung in ein anderes System läuft. Der Schritt, der aus einem Assistenten einen Bestandteil eines Ablaufs macht: Was nicht maschinenlesbar herauskommt, muss jemand abtippen.
Strukturierte Datenneu
Einsatz im BetriebAuszeichnungen im Quelltext einer Seite, die maschinenlesbar erklären, was dort steht: Unternehmen, Leistung, Begriff, Frage und Antwort. Suchmaschinen und KI-Assistenten stützen sich darauf, wenn sie eine Quelle einordnen und zitieren.
T
Token
GrundbegriffeDie Einheit, in der ein Modell Text zerlegt und abrechnet, ein Wortstück von durchschnittlich vier Zeichen. Deutsche Texte brauchen mehr Token als englische, weil zusammengesetzte Wörter zerfallen. Kontextfenster, Preise und Geschwindigkeit sind alle in dieser Einheit angegeben.
Tool Use (Function Calling)neu
TechnikDas Modell erhält eine Liste verfügbarer Funktionen und entscheidet selbst, welche es mit welchen Werten aufruft: Bestand abfragen, Termin anlegen, Rechnung suchen. Der Übergang vom Antworten zum Handeln, und der Punkt, ab dem Rechte und Bestätigungen zu regeln sind.
Trainingsdatenneu
TechnikDer Bestand, aus dem ein Modell seine Regeln ableitet. Zwei Dinge folgen daraus unmittelbar: Was nicht in den Daten war, kann das Modell nicht wissen, und was schief in den Daten lag, liegt schief im Modell.
Transfer Learning
TechnikEin für eine Aufgabe trainiertes Modell für eine verwandte weiterverwenden. Der Grund, warum kein Unternehmen mehr bei null anfängt: Das allgemeine Sprachverständnis ist da, angepasst wird nur der letzte Teil.
Transformer
TechnikDie Architektur, auf der praktisch alle heutigen Sprachmodelle aufbauen. Ihr Kern ist die Aufmerksamkeit: Jedes Wort wird im Verhältnis zu allen anderen bewertet, statt der Reihe nach gelesen. Das macht sie parallel berechenbar und war die Voraussetzung für Modelle dieser Größe.
V
Vektordatenbank
TechnikEin Speicher für Embeddings, der zu einer Anfrage die inhaltlich nächsten Einträge findet. Das Gedächtnis hinter jedem Assistenten, der Ihre Dokumente kennt. Die Qualität hängt weniger an der Datenbank als am Zuschnitt der abgelegten Abschnitte.
Vibe Coding
Einsatz im BetriebSoftware entwickeln, indem man beschreibt, was herauskommen soll, und das Modell den Code schreiben lässt. Für Prototypen und kleine Werkzeuge erstaunlich weit tragfähig. Für Systeme, die Geld bewegen oder personenbezogene Daten verarbeiten, ersetzt es weder Prüfung noch Verantwortung.
Vibe Coding und seine GrenzenW
Workflow-Automatisierung
Einsatz im BetriebWiederkehrende Abläufe ohne manuelle Zwischenschritte durchlaufen lassen. Mit KI erweitert sich der Kreis dessen, was sich automatisieren lässt, auf Fälle ohne feste Regel. Die wirtschaftlich ergiebigsten Stellen sind selten die auffälligen, sondern die vielen kleinen Übergaben zwischen zwei Systemen.
Wie wir Abläufe aufnehmenZ
Zero-Shot-Prompting
TechnikEine Aufgabe lösen lassen, ohne ein einziges Beispiel mitzugeben. Bei geläufigen Aufgaben genügt das. Sobald ein bestimmtes Format oder eine hauseigene Abgrenzung gefragt ist, sind ein paar Beispiele die billigste Verbesserung, die es gibt.
Häufige Abgrenzungsfragen
Ein Glossar erklärt Begriffe einzeln. Gefragt wird aber meist nach dem Unterschied zwischen zweien. Diese Gegenüberstellungen stehen in keiner einzelnen Definition.
Was ist der Unterschied zwischen RAG und Fine-Tuning?
Fine-Tuning verändert das Modell, RAG verändert die Frage. Beim Fine-Tuning wird ein Modell mit eigenen Beispielen nachtrainiert, damit es Tonfall, Format oder Fachsprache trifft. Bei RAG bleibt das Modell unangetastet; vor jeder Antwort werden passende Stellen aus Ihren Dokumenten gesucht und mitgegeben.
Die Faustregel: Fine-Tuning für die Art der Antwort, RAG für ihren Inhalt. Wissen, das sich ändert, gehört nie ins Modell, denn jede Änderung würde ein neues Training bedeuten. Wer eine Preisliste ins Modell trainiert, hat sie beim nächsten Preisstand wieder darin stehen.
Was ist der Unterschied zwischen einem KI-Agenten und einem Chatbot?
Ein Chatbot antwortet, ein Agent handelt. Beim Chatbot beschreiben Sie jeden Schritt und bekommen jeweils eine Antwort. Beim Agenten beschreiben Sie das Ziel; er darf Werkzeuge aufrufen, Zwischenergebnisse bewerten und seinen Weg korrigieren, bis das Ziel erreicht ist.
Der praktische Unterschied liegt in der Absicherung. Ein Chatbot kann höchstens etwas Falsches sagen, ein Agent kann etwas Falsches tun. Sobald ein System Bestellungen auslösen oder Datensätze ändern darf, gehören begrenzte Rechte und eine Bestätigung vor wirksamen Schritten dazu.
Cloud-Modell oder lokales Modell: was ist für Unternehmen besser?
Es hängt an drei Größen: wie viele Anfragen dauerhaft anfallen, wie schutzbedürftig die Daten sind und wie viel Betrieb Sie selbst leisten wollen. Cloud-Modelle sind sofort verfügbar und rechnen je Anfrage ab. Lokale Modelle kosten einmal Hardware und Einrichtung und danach nichts mehr je Anfrage.
In der Praxis ist die Frage meist falsch gestellt, weil sie ein Entweder-oder unterstellt. Die häufigste Bauform ist hybrid: Personenbezogenes und Massenhaftes läuft lokal, das fachlich Schwierige geht an ein großes Modell. So muss man Datenschutz und Leistung nicht gegeneinander abwägen.
Was bedeutet Halluzination bei KI und wie verhindert man sie?
Eine Halluzination ist eine erfundene Angabe, die richtig klingt. Sie ist kein Defekt, sondern die Kehrseite des Verfahrens: Das Modell setzt fort, was wahrscheinlich ist, und Wahrscheinlichkeit ist nicht Wahrheit. Vollständig verhindern lässt sie sich deshalb nicht.
Wirksam sind drei Dinge: dem Modell die Belege mitgeben, aus denen es antworten soll, statt es aus dem Gedächtnis antworten zu lassen; jede Aussage auf ihre Fundstelle zurückverweisen lassen; und einen eigenen Testsatz führen, an dem sich jede Änderung messen lässt. Die Bitte, nichts zu erfinden, gehört nicht dazu, sie wirkt nicht.
Was ist der Unterschied zwischen KI, Machine Learning und Deep Learning?
Es sind drei ineinanderliegende Kreise. Künstliche Intelligenz ist der Oberbegriff für Systeme, die Aufgaben lösen, für die sonst menschliche Intelligenz nötig wäre. Machine Learning ist der Teil davon, der Regeln aus Daten ableitet statt sie vorgeschrieben zu bekommen. Deep Learning ist wiederum der Teil des Machine Learning, der mit vielschichtigen neuronalen Netzen arbeitet.
Für Unternehmen folgt daraus vor allem eines: Nicht jede Aufgabe braucht den innersten Kreis. Für Mengengerüste, Vorhersagen und Klassifizierung sind ältere, kleinere Verfahren oft genauer, schneller und um Größenordnungen billiger als ein Sprachmodell.
Welche KI-Begriffe sollte eine Geschäftsführung kennen?
Sechs reichen für die meisten Gespräche: Token, weil daran alle Preise hängen. Kontextfenster, weil es begrenzt, wie viel ein Modell auf einmal überblickt. RAG, weil das der übliche Weg ist, eigenes Wissen anzubinden. Halluzination, weil sie das Grundrisiko beschreibt. Lokale Modelle, weil daran die Datenschutzfrage hängt. Und Amortisation, weil sie die einzige Zahl ist, die am Ende zählt.
Wer diese sechs kennt, kann ein Angebot lesen und die richtigen Rückfragen stellen. Alles Weitere ist Sache derjenigen, die es bauen.
Begriffe sind das eine, ein Fahrplan das andere
Wir schlagen nur Optimierungen und technische Umsetzungen vor, die sich amortisieren. Das Ziel ist, dass jede Investition sich spätestens nach zwölf Monaten aus eingesparten Kosten oder gewonnener Effizienz selbst trägt und danach weiter einspart. Im Erstgespräch sehen wir uns an, wo das bei Ihnen zutrifft.