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Baustein 07 der Wissensdatenbank

Einkaufen und abnehmen

Ein KI-Vorhaben zu beauftragen unterscheidet sich von jedem anderen Softwareeinkauf an einer Stelle: Das Ergebnis ist nicht richtig oder falsch, sondern trifft in neun von zehn Fällen zu. Diese Seite führt von der schriftlichen Beschreibung über Angebot und Vertrag bis zur Abnahme und zeigt, was danach im Betrieb zu prüfen bleibt.

Zuletzt aktualisiert: September 2026Redaktion: Georgios Mavrommatis, GeschäftsführerFachliche Prüfung: Waldemar Denke, Lead EntwicklerLesedauer: ca. 15 Minuten
Ausgangspunkt

Wie beauftragt man ein KI-Vorhaben mit klarem Ergebnis?

Mit einer schriftlichen Beschreibung des Vorgangs, zwei bis drei Angeboten auf derselben Grundlage und Abnahmekriterien, die vor Projektbeginn feststehen. Mit diesen drei Grundlagen laufen Vorhaben planbar und lassen sich sauber abnehmen.

Diese Seite gibt Ihnen einen Maßstab, der für jeden Dienstleister gilt, auch für uns. Die Fragen weiter unten zeigen, wie gut ein Angebot durchdacht ist. Wer sie stellt und überzeugende Antworten erhält, beauftragt mit gutem Gefühl.

Selbsttest4 Fragen, unter einer Minute

Wie gut ist Ihr Vorhaben vorbereitet?

Vier kurze Fragen. Danach sehen Sie, welche Kapitel für Sie zuerst zählen.

1Gibt es eine schriftliche Beschreibung des Vorgangs mit Mengengerüst und Abgrenzung?
2Steht fest, woran die Abnahme gemessen wird?
3Ist das Vorhaben in Abschnitte mit eigenem Nutzen geteilt?
4Sind Fachbereich, IT, Datenschutz und Betriebsrat eingebunden?
Ihre Auswertung
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      Ihre Antworten übernehmen wir in das Kontaktformular. Dort ergänzen Sie, was Ihnen wichtig ist. Das Erstgespräch ist kostenfrei.

      Ergebnis besprechen
      Kapitel 01

      Was gehört in die Beschreibung eines KI-Vorhabens?

      Sechs Punkte, die zusammen ein vollständiges Bild ergeben.

      Am besten wirkt eine Beschreibung des Vorgangs statt der gewünschten Lösung. Wer schreibt, er brauche eine Belegerkennung, bekommt Angebote für Belegerkennung. Wer beschreibt, dass monatlich vierhundert Eingangsrechnungen gegen Bestellungen geprüft werden, bekommt Vorschläge, von denen einer besser sein könnte als die eigene Idee.

      Sechs Punkte einer VorhabensbeschreibungVorgang, Mengengerüst, Systemlandschaft, Abgrenzung, Rahmenbedingungen und Erfolgskriterien.WasDer Vorgang, nichtdie TechnikMengengerüstSystemlandschaftWo die Grenzen sindAbgrenzung: was nichtdazugehörtRahmenbedingungenWoran gemessen wirdErfolgskriterien fürdie AbnahmeDrei bis fünf Seiten genügen, die Hälfte davon Mengengerüst und Abgrenzung.
      Sechs Punkte einer VorhabensbeschreibungVorgang, Mengengerüst, Systemlandschaft, Abgrenzung, Rahmenbedingungen und Erfolgskriterien.WasDer Vorgang, nicht die TechnikMengengerüstSystemlandschaftWo die Grenzen sindAbgrenzung: was nicht dazugehörtRahmenbedingungenWoran gemessen wirdErfolgskriterien für die AbnahmeDrei bis fünf Seiten genügen, die Hälftedavon Mengengerüst und Abgrenzung.
      Der wertvollste Abschnitt ist die Abgrenzung: Sie sorgt dafür, dass beide Seiten dasselbe meinen.
      PunktWas hineingehörtWarum
      Der Vorgang, nicht die TechnikWelcher Ablauf, wie oft, mit welchen Belegen und SystemenWer den Vorgang beschreibt, erhält vergleichbare Angebote und oft bessere Ideen
      MengengerüstVorgänge je Monat, Anteil mit Bestellbezug, Zahl der BeteiligtenMit Mengen lassen sich Aufwand schätzen und Nutzen rechnen
      SystemlandschaftWelche Systeme angebunden werden, mit welchen SchnittstellenVollständig beschriebene Systeme halten das Angebot stabil
      AbgrenzungWas ausdrücklich nicht dazugehörtDer wertvollste Abschnitt. Er sorgt dafür, dass beide Seiten dasselbe meinen
      ErfolgskriterienWoran gemessen wird, ob es funktioniert hatDamit wird die Abnahme eine klare, messbare Entscheidung
      RahmenbedingungenDatenschutz, Mitbestimmung, Betriebszeiten, vorhandene VerträgeBestimmt oft mehr über den Zuschnitt als die Technik

      Der wertvollste Abschnitt ist die Abgrenzung. Ein Satz wie „Rechnungen ohne Bestellbezug bleiben zunächst außen vor“ sorgt dafür, dass beide Seiten dasselbe meinen, und hält Angebot und Projekt stabil.

      Welche Angaben Sie für das Mengengerüst brauchen und wie Sie prüfen, ob Ihre Bestände tragen, steht unter Daten, die tragen.

      Wie lang sollte diese Beschreibung sein?

      Drei bis fünf Seiten genügen, und die Hälfte davon ist Mengengerüst und Abgrenzung. Ein Satz, der einen Vorgang genau beschreibt, ist wertvoller als eine lange Liste von Anforderungen. Angebote werden dadurch vergleichbarer und bleiben genau.

      Wer schreibt sie, wenn es keine IT-Abteilung gibt?

      Der Fachbereich, der den Vorgang täglich ausführt. Für die technischen Angaben genügt, was im Haus bekannt ist: welche Systeme im Einsatz sind, wer sie betreut und ob es Schnittstellen gibt. Was noch offen ist, schreiben Sie als Frage hinein. Ein guter Anbieter arbeitet genau mit diesem Stand und klärt den Rest im Scoping.

      Darf ein Anbieter bei der Beschreibung helfen?

      Ja, aber getrennt beauftragt und mit klarer Rechtelage: Das Ergebnis gehört Ihnen und geht anschließend an alle Anbieter, die anfragen sollen. Genau dafür ist ein Scoping-Workshop gedacht. Am besten wirkt sie, wenn mehrere Anbieter auf dieselbe Beschreibung antworten können.

      Als Nächstes · Kapitel 02Sechs Fragen an jeden Anbieter
      Kapitel 02

      Welche sechs Fragen zeigen die Qualität eines Angebots?

      Sie brauchen im Gespräch nur wenige Minuten und geben Ihnen viel Sicherheit.

      Diese Fragen zeigen Erfahrung im Betrieb. Wer ein solches System betrieben hat, beantwortet sie sofort und konkret.

      1. Welche Dunkelquote erreichen Sie bei Beständen wie unseren?
        Die gute Antwort ist eine Gegenfrage nach Ihren Beständen, denn die Quote entsteht aus Ihren Daten.
      2. Was passiert, wenn das Modell ausgetauscht wird?
        KI-Systeme ändern sich mit dem Modell des Anbieters. Eine erfahrene Antwort beschreibt Prüfsatz und Ablauf beim Wechsel.
      3. Wie messen Sie, dass es weiterhin funktioniert?
        Testfälle, Prüfläufe, Kennzahlen. Damit wird Qualität messbar.
      4. Was gehört uns nach Projektende?
        Quellcode, Konfiguration, Daten, Dokumentation. Eine klare Antwort gibt Ihnen volle Freiheit.
      5. Wer betreibt das nach der Übergabe?
        Beide Wege sind möglich: Betrieb durch den Anbieter oder durch Ihr Team. Wichtig ist, dass Sie es bewusst entscheiden.
      6. Welche Lösung würden Sie uns an unserer Stelle empfehlen?
        Die aufschlussreichste Frage im ganzen Gespräch. Eine gute Antwort gewichtet Ihre Ideen und zeigt, womit Sie am schnellsten Wirkung erzielen.

      Die letzte ist die wichtigste. Ein guter Anbieter sagt Ihnen, welcher Teil sich zuerst rechnet. Diese Einschätzung ist wertvoll, weil sie Ihr Budget dorthin lenkt, wo es am meisten bewirkt.

      Was tun, wenn alle Angebote gleich klingen?

      Das ist ein gutes Zeichen und ein Hinweis darauf, dass die Beschreibung trägt. Unterschieden wird dann nicht über die Leistungsliste, sondern über zwei Dinge: das Gespräch mit einer Referenz und die Antworten auf die Betriebsfragen. Wer erklären kann, wie er einen Modellwechsel bei einem Kunden abgewickelt hat, bringt Erfahrung aus dem Betrieb mit.

      Welche Referenz ist aussagekräftig?

      Eine mit demselben Vorgang, unabhängig von der Branche. Ein Rechnungseingang funktioniert bei einem Maschinenbauer ähnlich wie bei einem Händler; eine Bedarfsprognose ist in beiden Fällen etwas anderes. Und sprechen Sie mit der Fachperson, die täglich damit arbeitet. Eine aufschlussreiche Frage lautet: Was hat die Einführung besonders gut gemacht, und was würden Sie beim nächsten Mal anders planen?

      Woran erkennt man Erfahrung im Betrieb und nicht nur im Bau?

      An den Themen, die von selbst zur Sprache kommen: Stichproben, Prüfsätze, Modellwechsel, Rückfallebene, Protokolle. Wer ein System über ein Jahr betreut hat, spricht ganz selbstverständlich darüber, weil es die tägliche Arbeit war. Was davon im Betrieb wirklich anfällt, steht in Baustein 10.

      Als Nächstes · Kapitel 03Was in den Vertrag gehört
      Kapitel 03

      Was gehört in einen Vertrag für ein KI-Vorhaben?

      Zwei Punkte sind bei KI neu und verdienen besondere Aufmerksamkeit.

      RegelungspunktWas darin stehtWarum
      LeistungsgegenstandVerweis auf das Lastenheft, nicht auf eine ProduktbeschreibungSo gilt Ihre Beschreibung als Maßstab
      MitwirkungspflichtenWas Sie liefern: Daten, Ansprechpartner, Zugänge, FristenKlare Zuständigkeiten halten den Zeitplan
      AbnahmeKriterien, Verfahren, Frist, Folgen der AbnahmeEin Verfahren macht die Abnahme eindeutig
      Rechte an ErgebnissenQuellcode, Konfiguration, Auswertungen, trainierte AnpassungenDer Punkt, der bei KI neu hinzukommt
      Nutzung Ihrer DatenAusschluss der Verwendung für fremde Zwecke und für TrainingGehört ausdrücklich hinein, auch wenn der Anbieter es mündlich zusagt
      Betrieb und ReaktionszeitenWer reagiert wann, und was passiert nachtsSorgt dafür, dass der Ablauf auch im Störungsfall trägt
      AusstiegHerausgabe der Daten in verwendbarer Form, Fristen, Unterstützung beim WechselAm besten beim Abschluss geregelt

      Neu gegenüber einem klassischen Softwarevertrag sind zwei Zeilen. Die Nutzung Ihrer Daten gehört ausdrücklich ausgeschlossen, auch wenn der Anbieter es mündlich zusagt; so ist es für beide Seiten eindeutig. Und die Rechte an trainierten Anpassungen sind eine Frage, die es bei klassischer Software nicht gab.

      Der beste Zeitpunkt, den Ausstieg zu regeln, ist der Vertragsabschluss.

      Was daneben aus Datenschutz und Mitbestimmung zu regeln ist, steht unter Betriebsrat, Folgenabschätzung, Schulung.

      Der Unterschied ist keine Wortklauberei, er steht so im Bürgerlichen Gesetzbuch:

      „Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.“
      § 631 Absatz 1 BGB · Wortlaut beim Bundesamt für Justiz
      „Durch den Dienstvertrag wird derjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung der versprochenen Dienste, der andere Teil zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.“
      § 611 Absatz 1 BGB · Wortlaut beim Bundesamt für Justiz

      Beim Werkvertrag schuldet der Anbieter das Ergebnis, beim Dienstvertrag die Tätigkeit. Bei KI-Vorhaben entscheidet diese Wahl darüber, ob eine schwache Trefferquote ein Mangel ist oder nur ein Zwischenstand.

      Werkvertrag oder Dienstvertrag?

      Werkvertrag, wo ein Ergebnis messbar ist, also überall dort, wo Sie eine Schwelle vereinbaren können. Dienstvertrag dort, wo erst herausgefunden werden muss, ob etwas geht. In der Praxis bewährt hat sich die Teilung: Der erste Abschnitt, in dem Machbarkeit und Datenlage geklärt werden, läuft als Dienstleistung, die Umsetzung danach als Werk mit Abnahmekriterien. Diese Teilung schafft Klarheit für beide Seiten. So arbeiten wir auch selbst: Klärung und Konzeption nach Aufwand, die Umsetzung eines klar beschriebenen Umfangs zum Festpreis mit vereinbarten Abnahmekriterien.

      Wie regelt man Nachträge, bevor sie entstehen?

      Drei Zeilen genügen: der Stundensatz für Zusatzleistungen, das Verfahren, wie ein Nachtrag beantragt und schriftlich freigegeben wird, und eine Obergrenze, ab der neu verhandelt wird. Mit einem Verfahren entscheiden Sie jeden Nachtrag einzeln und bewusst, und die Kosten bleiben planbar.

      Wer haftet, wenn das System falsch entscheidet?

      Gegenüber Ihren Kunden Sie als Betreiber. Der Anbieter haftet für die zugesagte Leistung. Praktisch heißt das: Wo eine Ausgabe nach außen wirkt, steht eine Freigabe durch einen Menschen davor, fest eingeplant im Ablauf.

      Wie sichert man den Ausstieg praktisch ab?

      Indem Sie ihn einmal ausprobieren, und zwar während der Zusammenarbeit. Vereinbart wird die Herausgabe von Daten, Konfiguration, Prüffällen und Dokumentation in verwendbarer Form mit Frist. Geprüft wird, ob das Ausgegebene brauchbar ist, indem Sie es sich einmal geben lassen und ansehen. Ein einmal geöffnetes und geprüftes Exportpaket gibt echte Sicherheit.

      Als Nächstes · Kapitel 04Abnahme bei uneindeutigen Ergebnissen
      Kapitel 04

      Wie nehmen Sie ab, wenn das Ergebnis nicht eindeutig ist?

      Der Punkt, an dem KI-Projekte sich von jedem anderen Vorhaben unterscheiden.

      Eine Buchhaltungssoftware rechnet nach festen Regeln. Ein Modell trifft in einem messbaren Anteil der Fälle zu. Deshalb wird die Abnahme über eine vereinbarte Schwelle entschieden, und dafür gibt es ein eigenes, bewährtes Verfahren.

      Abnahme eines KI-VorhabensPrüffälle sammeln, Schwelle vereinbaren, Probebetrieb, Abweichungen einordnen.1Prüffälle30 bis 50 echteVorgänge mit derrichtigen Antwortvor dem Start2SchwelleAb welcherTrefferquote dieLeistung erbracht istvereinbart3ProbebetriebIm echten Ablauf,parallel zumbisherigen Vorgehen4AbweichungenEinordnen: Daten,Modell oderRegelDerselbe Prüflauf bleibt später wiederholbar, auch nach einem Modellwechsel.
      Abnahme eines KI-VorhabensPrüffälle sammeln, Schwelle vereinbaren, Probebetrieb, Abweichungen einordnen.1Prüffälle30 bis 50 echteVorgänge mit derrichtigen Antwortvor dem Start2SchwelleAb welcherTrefferquote dieLeistung erbracht istvereinbart3ProbebetriebIm echten Ablauf,parallel zumbisherigen Vorgehen4AbweichungenEinordnen: Daten,Modell oderRegelDerselbe Prüflauf bleibt späterwiederholbar, auch nach einemModellwechsel.
      Die Sammlung echter Fälle stellen Sie zusammen, und sie bleibt danach im Haus.
      BausteinWas gemeint istAnmerkung
      Sammlung echter Fälle30 bis 50 Vorgänge aus dem Alltag mit der jeweils richtigen AntwortVor Projektbeginn zusammenstellen, nicht am Ende
      Schwelle statt Ja oder NeinAb welcher Trefferquote gilt die Leistung als erbrachtSo bildet die Abnahme die Art von KI-Ergebnissen genau ab
      Abweichungen mit GrundNicht nur zählen, sondern einordnen: Datenfehler, Modellgrenze, RegelfehlerBestimmt, wer nachbessert
      Probebetrieb vor AbnahmeEin Zeitraum im echten Ablauf, parallel zum bisherigen VorgehenBringt die Fälle aus dem echten Alltag in die Prüfung
      WiederholbarkeitDerselbe Prüflauf muss später erneut möglich seinSo bleibt jeder Modellwechsel vergleichbar

      Die Sammlung echter Fälle ist der Kern. Sie wird vor Projektbeginn zusammengestellt, von Ihnen und nicht vom Anbieter, und sie bleibt danach im Haus. Damit haben Sie ein Prüfmittel, das auch beim nächsten Vorhaben und beim nächsten Anbieter noch gilt.

      Wie solche Prüfläufe technisch aufgesetzt werden, steht unter Betrieb: prüfen, absichern, anschließen.

      Warum ein Verfahren in den Vertrag gehört, steht im Gesetz selbst:

      „Als abgenommen gilt ein Werk auch, wenn der Unternehmer dem Besteller nach Fertigstellung des Werks eine angemessene Frist zur Abnahme gesetzt hat und der Besteller die Abnahme nicht innerhalb dieser Frist unter Angabe mindestens eines Mangels verweigert hat.“
      § 640 Absatz 2 Satz 1 BGB · Wortlaut beim Bundesamt für Justiz

      Vereinbarte Abnahmekriterien geben dieser Frist einen klaren Inhalt.

      Wer stellt die Prüffälle zusammen?

      Sie, nicht der Anbieter, und vor Projektbeginn. Dreißig bis fünfzig echte Vorgänge, darunter ausdrücklich die kniffligen: der Beleg mit dem Stempel über der Summe, die Anfrage mit zwei Themen, der Vorgang mit Storno. Diese Sammlung ist danach Ihr Eigentum und gilt auch beim nächsten Anbieter. Wie Sie den Bestand dafür sichten, steht in Baustein 06.

      Welche Trefferquote ist angemessen?

      Das entscheidet die Folge eines Fehlers, nicht der Stand der Technik. Rechenweg: Zahl der Vorgänge im Monat, mal Fehlerquote, mal Zeit für die Korrektur eines Falls. Bleibt darunter noch ein Gewinn gegenüber der Arbeit von Hand, ist die Schwelle brauchbar. Wo eine Ausgabe ungeprüft zum Kunden geht, ist die Rechnung eine andere: Dort zählt die Sicherheit in jedem einzelnen Fall, und eine Freigabe durch einen Menschen gehört davor.

      Was, wenn die Schwelle knapp erreicht wird?

      Dann werden die Abweichungen zuerst eingeordnet, bevor jemand nachbessert. Drei Ursachen sind zu unterscheiden: Fehler in Ihren Daten (Ihre Seite), Grenzen des Verfahrens (Zuschnitt, also beide Seiten) und Fehler in Regeln und Anbindung (Anbieter). Diese Zuordnung zeigt, wer nachbessert und an welchem Punkt die Verbesserung am meisten bewirkt.

      Wie lange sollte der Probebetrieb laufen?

      Mindestens einen vollständigen Zyklus des Vorgangs, bei kaufmännischen Abläufen also über einen Monatsabschluss hinweg. So kommen auch die Fälle in die Prüfung, die nur zum Abschluss auftreten. Bei saisonalen Abläufen gehört der Hinweis in den Vertrag, dass die Abnahme erst nach dem ersten Belastungszeitraum endgültig ist.

      Als Nächstes · Kapitel 05Ein Zuschnitt, der abbrechbar bleibt
      Kapitel 05

      Wie schneiden Sie ein Vorhaben in gut steuerbare Abschnitte?

      Abschnitte mit eigenem Nutzen machen jedes Vorhaben planbar.

      Der wirksamste Hebel für ein wirtschaftliches Vorhaben ist der Zuschnitt.

      Fortsetzung nach ErgebnisErreicht der erste Abschnitt die vereinbarte Schwelle, geht es weiter, sonst wird nachgebessert oder neu entschieden.Erster Abschnittmit eigenem NutzenSchwelle erreichtEs geht mit dem nächstenAbschnitt weiterErgebnis zähltSchwelle noch offenGezielt nachbessernoder neu entscheiden
      Fortsetzung nach ErgebnisErreicht der erste Abschnitt die vereinbarte Schwelle, geht es weiter, sonst wird nachgebessert oder neu entschieden.Erster Abschnittmit eigenem NutzenSchwelle erreichtEs geht mit dem nächstenAbschnitt weiterErgebnis zähltoder: Schwelle noch offenGezielt nachbessernoder neu entscheiden
      Bereinigte Daten, Testfälle und Erkenntnisse bleiben nach jedem Abschnitt bei Ihnen.

      Drei Regeln, die sich bewährt haben:

      1. Der erste Abschnitt ist überschaubar und hat für sich einen Nutzen. Ein abgegrenzter Teil des Ablaufs, der schnell Ergebnisse zeigt.
      2. Die Fortsetzung hängt an einem Ergebnis, nicht an einem Datum. Erreicht der erste Abschnitt die vereinbarte Schwelle, geht es weiter. Andernfalls wird gezielt nachgebessert oder neu entschieden.
      3. Jeder Abschnitt hinterlässt etwas Verwendbares. Bereinigte Daten, eine Testfallsammlung und klare Erkenntnisse bleiben in jedem Fall bei Ihnen und sind die Grundlage für jeden weiteren Schritt.

      Ein Anbieter, der diese Aufteilung gern mitgeht, zeigt Vertrauen in sein eigenes Ergebnis.

      Wie groß ist ein erster Abschnitt sinnvollerweise?

      So groß, dass ein Team ihn in Wochen und nicht in Quartalen bemerkt: ein Vorgang, ein Zielsystem, eine Abteilung. Der Maßstab ist die Frage, ob am Ende jemand klar sagen kann, dass es funktioniert hat. Ein Abschnitt, der diese Antwort in Wochen liefert, ist gut geschnitten.

      Was, wenn der Anbieter nur das Gesamtpaket anbietet?

      Dann lohnt die Frage nach der Begründung. Oft gibt es sachliche Gründe, etwa eine Anbindung, die ohnehin gebaut wird. Fragen Sie, welcher Teil aus fachlicher Sicht zuerst trägt; die Antwort hilft Ihnen, gemeinsam einen passenden ersten Abschnitt zu finden.

      Wie behält man die Entscheidung über jeden Abschnitt?

      Über drei Dinge: Der Zahlungsplan folgt den Abschnitten, jede Phase wird bezahlt, wenn sie ansteht, und Daten, Prüffälle und Dokumentation liegen nach jedem Abschnitt bei Ihnen. So entscheiden Sie nach jedem Schritt frei und auf Grundlage von Ergebnissen.

      Als Nächstes · Kapitel 06Angebote prüfen und Kosten einordnen
      Kapitel 06

      Woran erkennen Sie ein angemessenes Angebot?

      An dem, was der Preis enthält.

      Zwei Angebote für dasselbe Vorhaben können sich deutlich unterscheiden, und beide können angemessen sein. Der Unterschied steckt meist in dem, was jemand eingerechnet hat.

      Drei Prüfungen, die aussagekräftiger sind als der Gesamtpreis

      Ist der Aufwand aufgegliedert? Ein Angebot, das Analyse, Anbindung, Erprobung und Übergabe getrennt ausweist, erlaubt Ihnen, einzelne Teile zu verschieben, statt das Ganze abzulehnen.

      Sind die laufenden Kosten genannt? Der Blick auf die Kosten über drei Jahre zeigt das vollständige Bild, einschließlich Betrieb und Folgekosten.

      Welche Leistungen sind ausdrücklich enthalten? Diese Frage macht Posten sichtbar wie die Anbindung eines zweiten Systems, die Schulung, die Übernahme von Altdaten und die Dokumentation. So wissen Sie von Anfang an, womit Sie rechnen können.

      Der Vergleich wird erst dann aussagekräftig, wenn alle Anbieter dieselbe Beschreibung bekommen haben. Mit dieser Grundlage vergleichen Sie Preise für dieselbe Leistung.

      Wie vergleicht man Angebote mit unterschiedlichem Zuschnitt?

      Indem Sie beide auf denselben Nenner bringen: Kosten über drei Jahre, geteilt durch die Zahl der Vorgänge, die im Jahr durchlaufen. Das Ergebnis ist ein Preis je Vorgang, und der ist vergleichbar, auch wenn der eine mehr Beratung und der andere mehr Technik enthält. In diese Rechnung gehören Betrieb, Lizenzen und die Arbeitszeit für Prüfung hinein.

      Woran erkennt man ein vollständiges Angebot?

      An drei Posten: die Anbindung des zweiten Systems, die Arbeit an den Daten und der Betrieb nach der Übergabe. Ein Angebot, das diese Posten ausweist, zeigt die tatsächlichen Kosten und ist in der Summe meist das günstigere.

      Was kostet ein KI-Vorhaben bei uns?

      Das Erstgespräch ist kostenfrei. Ein strukturierter Scoping-Workshop liegt bei 1.500 Euro und wird bei Beauftragung verrechnet; darin entstehen Mengengerüst, Abgrenzung und Aufwandsschätzung, also genau die Beschreibung aus Kapitel 01. Umsetzungsprojekte liegen je nach Umfang zwischen 10.000 und 150.000 Euro, klar abgegrenzte Piloten sind ab etwa 5.000 Euro möglich. Größere Vorhaben teilen wir in mehrere Projekte. Abgerechnet wird je Abschnitt: Klärung nach Aufwand, Umsetzung zum Festpreis. Der Ablauf im Einzelnen steht unter Warum KI Brains.

      Als Nächstes · Kapitel 07Wer im Haus beteiligt sein muss
      Kapitel 07

      Wer im Haus muss beteiligt sein, und wann?

      Sechs Rollen, und jede trägt zum zügigen Verlauf bei.

      RolleWannWofür
      Fachbereichvor der BeschreibungKennt den Vorgang und seine Ausnahmen und macht die Beschreibung praxisnah
      ITvor der AuswahlWeiß, welche Systeme wie angebunden werden können und was das Netz hergibt
      Datenschutzvor der VerarbeitungRechtsgrundlage, Auftragsverarbeitung, gegebenenfalls Folgenabschätzung
      Betriebsratvor der AuswahlMitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, sobald Arbeitsergebnisse verarbeitet werden
      Einkaufbei der AngebotseinholungSorgt dafür, dass alle dieselbe Grundlage bekommen und Fristen eingehalten werden
      Geschäftsführungbei der Abgrenzung und bei der AbnahmeEntscheidet über Toleranzen und über den Zuschnitt

      Am zügigsten laufen Vorhaben, in denen IT, Datenschutz und Betriebsrat vor der Auswahl beteiligt sind. Ihre Hinweise fließen dann direkt in den Zuschnitt ein.

      Der Aufwand für die richtige Reihenfolge ist überschaubar. Vier kurze Gespräche vor der Angebotseinholung sparen später viel Zeit.

      Wann kommt der Betriebsrat ins Spiel?

      Vor der Auswahl. Sobald erkennbar ist, welcher Vorgang betroffen ist, lässt sich die Frage beantworten, ob Verhalten oder Leistung auswertbar werden, und genau diese Frage bestimmt den Zuschnitt. Ein Gespräch zu diesem Zeitpunkt ist kurz und gibt dem Vorhaben eine solide Grundlage. Der Ablauf steht in Baustein 04.

      Wer entscheidet am Ende?

      Der Fachbereich, der mit dem Ergebnis arbeitet und das Budget trägt. Die IT liefert Randbedingungen und ein Veto bei Betrieb und Sicherheit, der Datenschutz prüft die Grundlage, die Geschäftsführung trägt die Entscheidung. Wenn Fachbereich und IT gemeinsam entscheiden, entstehen Systeme, die gern genutzt werden und sich gut betreiben lassen.

      Wie gewinnt man die IT für das Vorhaben?

      Indem ihr Aufwand sichtbar eingeplant wird: Jedes neue System bedeutet Zugänge, Überwachung und Bereitschaft. Wirksam ist, diesen Aufwand im Angebot auszuweisen und zu bezahlen. So wird die IT zur Partnerin des Vorhabens.

      Als Nächstes · Kapitel 08Woran die Güte im Betrieb nachlässt
      Kapitel 08

      Wie bleibt die Güte im Betrieb hoch?

      Die Sammlung echter Fälle aus der Abnahme hat ein zweites Leben: Sie wird zum Prüfwerkzeug für den Betrieb.

      Ein KI-System bewegt sich mit seiner Umgebung: Neue Daten, neue Modelle und neue Fragen verändern seine Ergebnisse, auch wenn am System selbst niemand etwas ändert. Das ist der Unterschied zu klassischer Software, und er lässt sich mit einem festen Prüfrhythmus gut beherrschen. Die Abnahme misst einen Zustand, keinen Verlauf.

      Vier Ursachen decken fast alle Fälle ab. Weil sie außerhalb der Gewährleistung liegen, werden sie vorher im Vertrag geregelt.

      AuslöserWas sich ändertWoran Sie es merken
      Die Wirklichkeit zieht weiterNeue Lieferanten, neue Belegformate, neue Produktbezeichnungen. Das Modell ist unverändert, seine Eingabe nicht.Die Veränderung zeigt sich zuerst bei den jüngsten Vorgängen
      Der Anbieter tauscht das ModellDieselbe Anfrage, andere Antwort. Bei Cloud-Diensten ohne Ihr Zutun.Die Ergebnisse ändern sich an einem Stichtag, nicht allmählich. Deshalb gehört die Ankündigungsfrist in das Service Level Agreement.
      Die Wissensbasis wächstBei RAG konkurriert die richtige Stelle mit immer mehr ähnlichen. Eine gute Ordnung des Bestands hält die Antworten präzise.Antworten werden allgemeiner. Die Stichprobe zeigt das früh.
      Die Nutzung verändert sichKorrekturen werden direkt von Hand erledigt statt gemeldet.Die Nutzungswerte zeigen es. Eine einfache Rückmeldestelle hält den Kreislauf lebendig.

      Der verlässliche Weg, das zu bemerken, ist der, den Sie für die Abnahme ohnehin gebaut haben: dieselben 30 bis 50 Fälle, dieselbe Auswertung, in festem Abstand. Für die meisten Anwendungen ist ein Quartal der richtige Takt, bei stark schwankenden Daten ein Monat. Wichtig ist weniger die Frequenz als die Unveränderlichkeit der Fälle. Ein fester Prüfbestand macht jeden Lauf vergleichbar.

      Vier Punkte gehören dazu in den Vertrag, und sie kosten in der Verhandlung nichts, solange sie vor der Beauftragung auf dem Tisch liegen:

      • Wer den Lauf durchführt und wer die Abweichungen einordnet
      • In welchem Abstand, und wer erinnert
      • Ab welcher Abweichung nachgebessert wird und auf wessen Kosten
      • Wie lange vorher ein Modellwechsel angekündigt wird

      Der Aufwand ist klein: Ein Lauf über 30 bis 50 Fälle ist ein Nachmittag. Er hält das System verlässlich und das Vertrauen der Fachabteilung hoch.

      Welche Werte gehören vor den Start?

      Vier Kennzahlen lassen sich in fast jedem Ablauf erheben und tragen die Abnahme ebenso wie den späteren Betrieb: die Durchlaufzeit vom Eingang bis zum Abschluss, die Bearbeitungszeit, die ein Mensch je Vorgang einsetzt, die Automatisierungsquote als Anteil der Vorgänge ohne Handgriff und die Erstlösungsquote als Anteil der Vorgänge, die beim ersten Mal vollständig richtig erledigt sind. Der Ausgangswert entsteht vor dem ersten Eingriff, gemeinsam mit den Menschen, die den Vorgang heute erledigen, und gehört als Anhang in die Beauftragung. Wie das im Einzelnen geht, mit Rechenbeispiel, steht im Fachbeitrag zur Wirkungsmessung.

      Welche Werte gehören in die Übergabe?

      Drei genügen zum Start: die Nutzung je Woche, der Anteil der Ausgaben, die ohne Nacharbeit übernommen werden, und die Trefferquote der Stichprobe. Wichtig ist, dass dieselben Werte über Monate erhoben werden, denn die Aussage liegt im Verlauf. Die Einzelheiten stehen in Baustein 10.

      Wer prüft nach der Abnahme?

      Eine benannte Person im Fachbereich, mit einem festen Zeitfenster und dem Prüfsatz aus der Abnahme. Diese Zuständigkeit ist der wichtigste Baustein für einen dauerhaft guten Betrieb. Wer sie in die Übergabe schreibt, hat den Betrieb geregelt, bevor er beginnt.

      Gilt auch für uns

      Stellen Sie uns diese Fragen gern genauso.

      Wir beantworten jede davon konkret, mit Beispielen aus unserem Betrieb.

      Häufige Fragen

      Fragen zu Beauftragung und Abnahme

      Brauchen wir für ein KI-Vorhaben wirklich ein Lastenheft?

      Ein kompaktes Dokument genügt: eine schriftliche Beschreibung des Vorgangs mit Mengengerüst und Abgrenzung. Der Grund ist die Vergleichbarkeit: Mit einer gemeinsamen Grundlage beschreiben alle Anbieter dasselbe Vorhaben, und die Angebote lassen sich direkt nebeneinanderlegen.

      Wie viele Anbieter sollten wir anfragen?

      Zwei bis drei genügen und sind besser als fünf. So bleibt Zeit für eine sorgfältige Auswertung auf beiden Seiten. Wichtiger als die Zahl ist, dass alle dieselbe Beschreibung bekommen.

      Woran erkennen wir ein Angebot, das langfristig trägt?

      An drei Merkmalen. Es beschreibt das Ergebnis für Ihren Vorgang. Es enthält eine klare Abgrenzung. Und es nennt Zielwerte erst nach einem Blick auf Ihre Daten. Alle drei zusammen zeigen ein durchdachtes Angebot.

      Was ist bei KI anders als bei einem normalen Softwareprojekt?

      Zwei Dinge. Das Ergebnis ist nicht eindeutig richtig oder falsch, sondern hat eine Trefferquote, was die Abnahme verändert. Und das System altert von selbst, weil der Anbieter das Modell austauscht. Beides gehört ausdrücklich in den Vertrag.

      Wem gehören die Ergebnisse?

      Das ist Verhandlungssache und lohnt eine klare Regelung. Klären sollten Sie mindestens: Quellcode und Konfiguration, die Daten in verwendbarer Form, die Dokumentation und die Testfälle. Besonders die letzten beiden geben Ihnen später volle Freiheit.

      Können wir nach jedem Abschnitt neu entscheiden?

      Ja, wenn das Vorhaben in Abschnitte geschnitten ist. Deshalb empfehlen wir einen überschaubaren ersten Abschnitt mit eigenem Nutzen und eine Fortsetzung, die an ein Ergebnis geknüpft ist. So bleibt jede Entscheidung frei und gut begründet.

      Nächster Schritt

      Sollen wir Ihr Vorhaben gemeinsam zuschneiden?

      Im Erstgespräch grenzen wir den Anwendungsfall ab und halten fest, was in die Beschreibung gehört. Das Ergebnis können Sie auch für Angebote anderer Anbieter verwenden.