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Baustein 27 der Wissensdatenbank

KI in der Steuerberatung
Mehr Zeit für die Beratung, mit gewahrter Verschwiegenheit

Belege, Bescheide, Fristen, Recherche und viel Korrespondenz: Diese Seite zeigt, wo KI Steuerkanzleien entlastet, wie Mandantendaten geschützt bleiben und was die Bundessteuerberaterkammer in ihrer FAQ vom Oktober 2026 dazu sagt.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026Redaktion: Georgios Mavrommatis, GeschäftsführerFachliche Prüfung: Waldemar Denke, Lead EntwicklerLesedauer: ca. 11 Minuten
Ausgangspunkt

Wo bringt KI in der Steuerkanzlei den größten Nutzen?

Bei Erfassen, Suchen und Entwerfen, überall dort, wo heute viel abgetippt und nachgeschlagen wird. Belegeingang, Mandantenpostfach, Bescheidprüfung und Recherche sind Vorgänge mit klaren Regeln und vielen Wiederholungen. Dort entlastet KI spürbar, und die Würdigung bleibt beim Berufsträger.

Den Rahmen setzen Verschwiegenheit, § 62a StBerG für Dienstleister, Datenschutz und die KI-Verordnung. Die Bundessteuerberaterkammer hat dazu im Oktober 2026 eine FAQ veröffentlicht, auf die sich diese Seite stützt.

Diese Seite geht Aufgaben, Regeln und Vorgehen der Reihe nach durch, für Kanzleien jeder Größe.

Selbsttest3 Fragen, unter einer Minute

Wo steht Ihre Kanzlei?

Drei kurze Fragen. Danach sehen Sie, welche Kapitel für Sie zuerst zählen.

1Gibt es eine Kanzleirichtlinie für KI?
2Sollen Mandantendaten mit KI verarbeitet werden?
3Wo kostet heute die meiste Zeit?
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      Kapitel 01

      Welche Aufgaben übernimmt KI in der Steuerberatung?

      Sechs Felder, in denen viel erfasst, gesucht und geschrieben wird.

      KI übernimmt Erfassen, Suchen und Entwerfen, die Würdigung bleibt beim Berufsträger. Kanzleien arbeiten mit Belegen, Bescheiden, Fristen, Recherche und viel Korrespondenz. Dort entlastet KI, und dort lässt sie sich sauber in die Prüfpflichten des Berufs einbinden.

      FeldWas KI übernimmtWo der Mensch bleibt
      Belege und RechnungenBelege auslesen, E-Rechnungen prüfen, Kontierung vorschlagenBuchung durch die Kanzlei
      MandantenkommunikationE-Mails zuordnen, fehlende Unterlagen anfordern, Antworten vorbereitenFreigabe durch den Bearbeiter
      RechercheFundstellen in Gesetzen, Urteilen und Verwaltungsanweisungen suchen und zusammenfassenPrüfung und Würdigung durch den Berufsträger
      BescheidprüfungBescheid gegen Erklärung halten, Abweichungen markierenEinspruch entscheidet der Berater
      KanzleiwissenArbeitsanweisungen, Musterschreiben und Vermerke mit Beleg durchsuchenAntwort mit Fundstelle
      Protokolle und EntwürfeGesprächsnotizen und Schreiben entwerfenInhalt und Ton prüft der Berater

      Die Bundessteuerberaterkammer beschreibt KI in ihrer FAQ vom Oktober 2026 als Hilfsmittel: Wer KI für Mandatsfragen nutzt, gibt seine Verantwortung nicht ab. Genau dieses Muster, Human in the Loop, trägt alle Felder dieser Seite.

      Wo beginnen Kanzleien am häufigsten?

      Beim Belegeingang und beim Mandantenpostfach. Beide Vorgänge sind häufig, haben klare Regeln und lassen sich gut messen. Mit der E-Rechnung kommt ein strukturierter Teil der Belege ohnehin maschinenlesbar an.

      Lohnt sich KI auch für kleine Kanzleien?

      Ja, gerade dort, wo wenige Menschen viele Vorgänge tragen. Kleine Kanzleien starten oft mit einem freigegebenen Werkzeug für Recherche und Entwürfe und einer klaren Richtlinie, bevor sie Belegeingang oder Postfach anbinden.

      Als Nächstes · Kapitel 02Welche Regeln gelten
      Kapitel 02

      Welche Regeln gelten für KI in der Steuerkanzlei?

      Verschwiegenheit, Dienstleister, Datenschutz, KI-Verordnung, Eigenverantwortung.

      Für KI gelten dieselben Regeln wie für jedes andere Hilfsmittel der Kanzlei, mit besonderem Blick auf Verschwiegenheit und Dienstleister. Die Bundessteuerberaterkammer hat dazu im Oktober 2026 eine FAQ veröffentlicht, die die wichtigsten Fragen beantwortet.

      ThemaWorum es gehtGrundlage
      VerschwiegenheitBerufliche Schweigepflicht und Strafbarkeit bei Verletzung von Privatgeheimnissen§ 57 StBerG, § 203 StGB
      DienstleisterWeitergabe an Dienstleister nur mit Verpflichtung zur Verschwiegenheit, je nach Fall mit Einwilligung§ 62a StBerG
      DatenschutzRechtsgrundlage, Auftragsverarbeitung, Hinweis in der DatenschutzerklärungDSGVO
      KI-VerordnungKanzleien sind in der Regel Betreiber; KI-Kompetenz fördern, Transparenz beim ChatbotArt. 4 und 50
      EigenverantwortlichkeitErgebnisse prüft der Berufsträger selbst, im Umfang nach TragweiteBerufsrecht

      Nach der FAQ sind Kanzleien, die KI eigenverantwortlich einsetzen, in der Regel Betreiber im Sinne der KI-Verordnung. Für sie zählen vor allem die Förderung der KI-Kompetenz und die Transparenz beim Chatbot. Die Pflichten nach Rolle und Frist zeigt der Baustein KI-Verordnung.

      Was verlangt § 62a StBerG bei KI-Diensten?

      Dienstleister, die Zugang zu Mandantengeheimnissen erhalten, werden vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet; bei Anbietern im Ausland ist ein vergleichbares Schutzniveau sicherzustellen. Nach der FAQ der Bundessteuerberaterkammer ist bei Diensten nach Art von ChatGPT unklar, ob eine Ausnahme greift, weshalb sie eine vorherige Einwilligung empfiehlt.

      Gibt es eine Pflicht zur KI-Fortbildung?

      Eine gesonderte Pflicht im Berufsrecht besteht nach der FAQ nicht. Sie ergibt sich mittelbar aus Artikel 4 der KI-Verordnung und der allgemeinen Fortbildungspflicht. Eine dokumentierte Schulung nach Rollen ist der saubere Weg.

      Als Nächstes · Kapitel 03Mandantendaten und Verschwiegenheit
      Kapitel 03

      Wie bleiben Mandantendaten geschützt?

      Drei Vertraulichkeitsstufen, je mit passendem Werkzeug.

      Mit Vertraulichkeitsstufen, die festlegen, welche Inhalte in welches Werkzeug dürfen. Öffentliche Inhalte sind unkritisch, anonymisierte Fälle mit freigegebenen Werkzeugen möglich, und für Mandantendaten braucht es einen verpflichteten Dienstleister, je nach Fall die Einwilligung oder einen Betrieb in der Kanzlei.

      Drei VertraulichkeitsstufenÖffentliche Inhalte, anonymisierte Fälle und Mandantendaten, je mit passendem Werkzeug.ÖffentlichGesetze, Urteile,Verwaltungs-anweisungenWerkzeug mitVertragAnonymisiertSachverhalte ohnePersonenbezugFreigegebeneWerkzeugeMandantendatenBelege, Erklärungen,KorrespondenzVerpflichteterDienstleister oderKanzlei-ServerFür Mandantendaten gelten § 62a StBerG und je nach Fall die Einwilligung.
      Drei VertraulichkeitsstufenÖffentliche Inhalte, anonymisierte Fälle und Mandantendaten, je mit passendem Werkzeug.ÖffentlichGesetze, Urteile, Verwaltungs-anweisungenWerkzeug mit VertragAnonymisiertSachverhalte ohne PersonenbezugFreigegebene WerkzeugeMandantendatenBelege, Erklärungen, KorrespondenzVerpflichteter Dienstleister oderKanzlei-ServerFür Mandantendaten gelten § 62a StBerGund je nach Fall die Einwilligung.
      Die Stufe entscheidet, welches Werkzeug passt.
      StufeBeispielePassender Weg
      Öffentliche InhalteGesetze, Urteile, VerwaltungsanweisungenWerkzeuge mit Geschäftskundenvertrag
      Anonymisierte FälleSachverhalte ohne Bezug zu einer PersonFreigegebene Werkzeuge
      MandantendatenBelege, Erklärungen, KorrespondenzVerpflichteter Dienstleister, Einwilligung nach Fall, oder Betrieb in der Kanzlei

      Für Mandantendaten ist ein Modell auf eigener Hardware in der Kanzlei oder im Rechenzentrum Ihrer Wahl oft der einfachste Weg, weil die Daten das Haus nicht verlassen. Wie das aussieht, zeigt unsere Seite Lokale KI.

      Reicht es, Namen zu schwärzen?

      Oft nicht. Ein Sachverhalt kann auch ohne Namen auf eine Person verweisen, etwa über Beträge, Orte oder Besonderheiten. Echte Anonymisierung entfernt alles, was einen Rückschluss zulässt. Im Zweifel gehört der Fall in ein Werkzeug für Mandantendaten.

      Was gehört in die Kanzleirichtlinie?

      Freigegebene Werkzeuge je Vertraulichkeitsstufe, die Regel zur Einwilligung, die Prüfpflicht für Ergebnisse, der Umgang mit Fehlern und die Schulung. Eine Musterrichtlinie finden Sie im Baustein KI-Richtlinie und KI-Kompetenz.

      Als Nächstes · Kapitel 04Belege und E-Rechnung
      Kapitel 04

      Wie unterstützt KI Belegeingang und E-Rechnung?

      Fünf Schritte vom Eingang bis zur Übergabe an die Kanzleisoftware.

      KI liest Belege aus, prüft Pflichtangaben und schlägt eine Kontierung vor, die Buchung erfolgt im gewohnten System. Mit der E-Rechnung kommen viele Belege strukturiert an; für Papier, PDF und Kassenbelege übernimmt die Belegerkennung.

      Belegeingang mit KIEingang, Auslesen, Prüfen, Kontierung vorschlagen und Übergabe an die Kanzleisoftware.1EingangUpload, E-Mail,E-Rechnung2AuslesenPflichtangaben,Beträge,Steuersätze3PrüfenDubletten,Plausibilität4VorschlagenKontierung ausRegeln undHistorie5ÜbergebenIn die Kanzlei-software zurFreigabe
      Belegeingang mit KIEingang, Auslesen, Prüfen, Kontierung vorschlagen und Übergabe an die Kanzleisoftware.1EingangUpload, E-Mail,E-Rechnung2AuslesenPflichtangaben,Beträge,Steuersätze3PrüfenDubletten,Plausibilität4VorschlagenKontierung ausRegeln undHistorie5ÜbergebenIn die Kanzlei-software zurFreigabe
      Die KI bereitet vor, gebucht wird im gewohnten System.
      SchrittWas passiertErgebnis
      1. EingangBeleg kommt per Upload, E-Mail oder als E-RechnungEin Vorgang je Beleg
      2. AuslesenPflichtangaben, Beträge, Steuersätze, LieferantStrukturierte Daten mit Fundstelle
      3. PrüfenPflichtangaben, Dubletten, PlausibilitätHinweise bei Abweichungen
      4. Kontierung vorschlagenAus früheren Buchungen und RegelnVorschlag zur Freigabe
      5. ÜbergebenIn die Kanzleisoftware, mit Beleg verknüpftBuchung im gewohnten System

      Was ab 2027 bei der E-Rechnung gilt und wie ein Rechnungseingang mit KI aufgebaut wird, beschreibt der Baustein E-Rechnung und Belege.

      Wie zuverlässig sind Kontierungsvorschläge?

      Bei wiederkehrenden Lieferanten und klaren Regeln sehr gut, bei neuen oder ungewöhnlichen Belegen weniger. Deshalb wird jeder Vorschlag mit seiner Begründung angezeigt, und Belege unter einer festgelegten Sicherheit gehen zur Prüfung.

      Was ändert die E-Rechnung für Kanzleien?

      Ein wachsender Teil der Eingangsrechnungen kommt als strukturierte Datei. Die Prüfung auf Pflichtangaben und Format lässt sich dann weitgehend automatisieren, und die KI konzentriert sich auf Zuordnung und Kontierung.

      Als Nächstes · Kapitel 05Mandantenkommunikation
      Kapitel 05

      Wie hilft KI im Postfach der Kanzlei?

      Zuordnen, nachfordern, vorbereiten.

      KI ordnet E-Mails dem richtigen Mandanten und Vorgang zu, erkennt fehlende Unterlagen und bereitet Antworten vor. Der Bearbeiter prüft und gibt frei. So bleiben Fristen im Blick und Rückfragen werden seltener.

      • Zuordnen. Mandant, Vorgang und Dringlichkeit werden erkannt.
      • Nachfordern. Fehlende Belege werden benannt, ein Anschreiben vorbereitet.
      • Fristen erkennen. Fristen aus Schreiben und Bescheiden werden markiert und vorgeschlagen.
      • Antworten vorbereiten. Ein Entwurf aus Musterschreiben und Vorgang, den der Bearbeiter prüft.

      Für dieses Feld gilt besonders die Vertraulichkeitsstufe Mandantendaten. Der Betriebsweg wird entsprechend gewählt.

      Kann ein Mandantenportal mit KI antworten?

      Ja, für allgemeine Fragen zu Abläufen, Unterlagen und Terminen. Ein solcher Assistent gibt sich als KI zu erkennen und übergibt alles mit steuerlicher Würdigung an die Kanzlei.

      Wie werden Fristen sicher erfasst?

      Die KI schlägt Fristen mit Fundstelle vor, die Eintragung in das Fristenbuch bestätigt ein Mensch. So bleibt die Verantwortung klar und jede Frist nachvollziehbar.

      Als Nächstes · Kapitel 06Recherche
      Kapitel 06

      Wie verlässlich ist KI bei der steuerlichen Recherche?

      Verlässlich mit Fundstelle, geprüft durch den Berufsträger.

      So verlässlich wie ihre Quellen und die Prüfung danach. KI findet Fundstellen in Gesetzen, Urteilen und Verwaltungsanweisungen und fasst sie zusammen. Jede Aussage braucht ihre Fundstelle, und die Würdigung übernimmt der Berater.

      • Mit Belegen arbeiten. Antworten nur aus gefundenen Quellen, mit Verweis.
      • Stand beachten. Gesetzesfassung und Datum der Verwaltungsanweisung prüfen.
      • Gegenlesen. Die zitierte Stelle im Original lesen, besonders bei Urteilen.
      • Grenzen kennen. Halluzinationen sind seltener, wenn das System an Quellen gebunden ist, aber möglich.

      Ein System, das mit Ihren eigenen Vermerken und Musterschreiben arbeitet, verbindet die Recherche mit dem Wissen Ihrer Kanzlei. Wie das technisch funktioniert, erklärt RAG und Unternehmenswissen.

      Kann KI ein Gutachten schreiben?

      Sie kann einen Entwurf mit Gliederung und Fundstellen vorbereiten. Die Würdigung, die Abwägung und die Verantwortung liegen beim Berater, und der Prüfumfang richtet sich nach der Tragweite des Ergebnisses.

      Welche Quellen eignen sich für eine Kanzlei-Recherche?

      Gesetze, Urteile und Verwaltungsanweisungen aus verlässlichen Quellen, dazu eigene Vermerke und Musterschreiben. Jede Quelle trägt ihren Stand, damit die Antwort den geltenden Stand zeigt.

      Als Nächstes · Kapitel 07Bescheidprüfung
      Kapitel 07

      Wie hilft KI bei der Bescheidprüfung?

      Bescheid gegen Erklärung halten, Abweichungen zeigen.

      KI hält den Bescheid gegen die eingereichte Erklärung und markiert Abweichungen mit Fundstelle. Ob ein Einspruch sinnvoll ist, entscheidet der Berater. Die KI spart die Zeit des Abgleichs und lässt keine Abweichung übersehen.

      • Abgleich. Beträge und Positionen aus Bescheid und Erklärung werden gegenübergestellt.
      • Erläuterungen. Hinweise des Finanzamts werden zusammengefasst.
      • Frist. Die Einspruchsfrist wird vorgeschlagen und zur Bestätigung angezeigt.
      • Entwurf. Bei Bedarf ein Entwurf des Einspruchs aus Musterschreiben.

      Bescheide kommen zunehmend elektronisch und strukturiert. Das erleichtert den Abgleich und macht ihn zu einem guten zweiten Anwendungsfall nach dem Belegeingang.

      Erkennt KI auch inhaltliche Fehler im Bescheid?

      Sie erkennt Abweichungen zur Erklärung und Auffälligkeiten. Ob eine Abweichung ein Fehler ist, beurteilt der Berater mit Blick auf Sachverhalt und Rechtslage.

      Wie wird das in die Kanzleisoftware eingebunden?

      Über die vorhandenen Schnittstellen oder einen Ablauf, der Ergebnisse als Hinweis am Vorgang ablegt. Die Bearbeitung bleibt im gewohnten System.

      Als Nächstes · Kapitel 08Kanzleiwissen
      Kapitel 08

      Wie wird das Wissen der Kanzlei durchsuchbar?

      Arbeitsanweisungen, Muster und Vermerke mit Beleg.

      Mit einer KI-Wissensdatenbank aus Arbeitsanweisungen, Musterschreiben, Checklisten und Vermerken. Neue Mitarbeitende finden Antworten selbst, erfahrene sparen die Suche, und jede Antwort nennt die Fundstelle.

      • Gültiger Stand. Abgelöste Muster und Anweisungen fallen aus dem Suchindex.
      • Rechte. Mandatsbezogene Vermerke nur für berechtigte Personen.
      • Beleg. Ein Klick führt zum Original.
      • Lücken. Fragen ohne Fundstelle zeigen, wo eine Anweisung fehlt.

      Aufbau, Pflege und Datenschutz einer solchen Wissensdatenbank beschreibt der Baustein KI-Wissensdatenbank aufbauen.

      Wer pflegt das Kanzleiwissen?

      Die Personen, die Muster und Anweisungen ohnehin verantworten. Neu ist ein Ablauf für Hinweise auf veraltete Inhalte und eine Liste offener Fragen.

      Gehören Mandantenakten in die Wissensdatenbank?

      Nur mit klaren Rechten und für berechtigte Personen. Für das allgemeine Kanzleiwissen genügen Muster, Anweisungen und anonymisierte Vermerke.

      Als Nächstes · Kapitel 09Team und Richtlinie
      Kapitel 09

      Welche Regeln und Schulungen braucht das Team?

      Eine Kanzleirichtlinie und Schulung nach Rollen.

      Eine kurze Kanzleirichtlinie und eine Schulung, die zu den Aufgaben passt. Damit fördern Kanzleien die KI-Kompetenz nach Artikel 4 der KI-Verordnung und schaffen Sicherheit im Alltag.

      • Was erlaubt ist. Freigegebene Werkzeuge je Vertraulichkeitsstufe.
      • Wie geprüft wird. Ergebnisse vor Verwendung prüfen, Umfang nach Tragweite.
      • Wer fragt. Eine Ansprechperson für Fragen und neue Werkzeuge.
      • Was dokumentiert wird. Schulungen, Freigaben und Vorfälle.

      Eine Musterrichtlinie und Schulungsinhalte nach Rollen finden Sie im Baustein KI-Richtlinie und KI-Kompetenz.

      Brauchen wir einen KI-Beauftragten?

      Eine gesetzliche Pflicht besteht nach der FAQ der Bundessteuerberaterkammer nicht. Eine benannte Ansprechperson hilft trotzdem, weil Fragen zu Werkzeugen und Freigaben an einer Stelle landen.

      Wie gehen wir mit privater KI-Nutzung um?

      Mit einem guten freigegebenen Angebot und einer klaren Regel. Mehr dazu in unserem Fachbeitrag zu Schatten-KI.

      Als Nächstes · Kapitel 10Welcher Betriebsweg passt
      Kapitel 10

      Cloud oder Kanzlei: welcher Betriebsweg passt?

      Der Weg folgt der Vertraulichkeitsstufe.

      Für öffentliche Inhalte und anonymisierte Fälle passen Werkzeuge mit Geschäftskundenvertrag, für Mandantendaten ein verpflichteter Dienstleister mit passender Einwilligung oder ein Betrieb in der Kanzlei. Viele Kanzleien kombinieren beides in einer Oberfläche.

      • Cloud mit Vertrag. Schneller Start für Recherche und Entwürfe ohne Mandantenbezug.
      • Verpflichteter Dienstleister. Vertrag nach § 62a StBerG, Ort der Verarbeitung, Ausschluss des Trainings.
      • Eigene Hardware. Mandantendaten verlassen das Haus zu keinem Zeitpunkt.
      • Mischform. Vertrauliches lokal, Allgemeines in der Cloud, eine Oberfläche für alle.

      Was ein eigener Server an Technik und Aufwand braucht, zeigt unser Fachbeitrag zum eigenen KI-Server.

      Reicht ein Rechenzentrum in Deutschland?

      Es ist ein wichtiger Baustein. Entscheidend sind daneben die Verpflichtung zur Verschwiegenheit, die Unterauftragnehmer und der Ausschluss des Trainings mit Ihren Daten. Diese Punkte gehören in den Vertrag.

      Wie groß muss ein Server für eine Kanzlei sein?

      Für Recherche, Entwürfe und Belege mit einer überschaubaren Zahl an Nutzern reichen oft Server mit einer oder wenigen Grafikkarten. Die Auswahl hängt an Modell, Nutzerzahl und gewünschter Antwortzeit.

      Als Nächstes · Kapitel 11Woran sich der Nutzen zeigt
      Kapitel 11

      Woran zeigt sich der Nutzen?

      Fünf Kennzahlen, die vor dem Start feststehen.

      An Kennzahlen, die vor dem Start festgelegt werden. So wird der Nutzen belegbar, und Auffälligkeiten fallen früh auf.

      KennzahlFrage dahinterWie gemessen wird
      Bearbeitungszeit je BelegWie lange dauert ein Beleg vom Eingang bis zur Buchung?Vorher und nachher
      ÜbernahmequoteWie viele Kontierungsvorschläge werden ohne Änderung übernommen?Protokoll
      NachforderungenWie oft fehlen Unterlagen, und wie schnell kommen sie?Vergleich mit dem Ausgangswert
      Belegtreue der RechercheStützt sich jede Aussage auf eine genannte Fundstelle?Stichprobe
      FristenWerden Fristen sicher erkannt und eingetragen?Abgleich mit dem Fristenbuch

      Wie sich der Nutzen insgesamt belegen lässt, beschreibt unser Fachbeitrag zur Wirkungsmessung.

      Welche Ausgangswerte sollten vor dem Start erhoben werden?

      Zeit je Beleg, Zahl der Nachforderungen und Rückfragen, dazu die Zeit für typische Recherchen. Mit diesen Werten lässt sich jede Verbesserung später belegen.

      Wie oft wird nachgemessen?

      Laufend über Protokolle, dazu Stichproben und ein Durchlauf des Prüfsatzes nach jeder Änderung an Quellen, Anweisung oder Modell.

      Als Nächstes · Kapitel 12In welchen Schritten es entsteht
      Kapitel 12

      In welchen Schritten führt eine Kanzlei KI ein?

      Fünf Schritte von der Richtlinie bis zum Ausbau.

      Erst Regeln festlegen, dann mit einem häufigen Vorgang beginnen. So entsteht früh ein messbares Ergebnis, das das Team mitträgt.

      SchrittWas zu tun istErgebnis
      1. InventarWelche KI-Werkzeuge sind im Einsatz, auch in der Kanzleisoftware?Liste mit Einstufung
      2. Regeln festlegenVertraulichkeitsstufen, freigegebene Werkzeuge, Einwilligung, PrüfpflichtKanzleirichtlinie
      3. Anwendungsfall wählenHäufiger Vorgang mit klaren Regeln, etwa Belegeingang oder MandantenpostfachEin Pilotfall mit Ausgangswerten
      4. Pilot mit PrüfsatzEchte Fälle, Freigabe durch Menschen, MessungGrundlage für die Entscheidung
      5. Schulen und ausbauenKompetenz im Team fördern, weitere Vorgänge aufnehmenEin Ablauf, den alle tragen

      Wie ein Vorhaben insgesamt eingeführt wird, zeigt der Baustein KI im Unternehmen einführen. Für Rechtsanwaltskanzleien gilt vieles entsprechend, siehe KI in Kanzlei und Rechtsabteilung.

      Wer sollte im Projekt mitarbeiten?

      Ein Berufsträger, der die Regeln verantwortet, die Mitarbeitenden aus dem gewählten Vorgang und die IT. Von unserer Seite kommen Konzeption, Umsetzung und Messung.

      Wie lange dauert ein erster Anwendungsfall?

      Ein Umsetzungsabschnitt dauert bei uns in der Regel sechs bis zwölf Wochen. Viele Kanzleien planen den Start außerhalb der Hauptsaison der Jahresabschlüsse.

      Unsere Bauweise

      Wir legen zuerst die Regeln fest, dann bauen wir.

      Vertraulichkeitsstufen, freigegebene Werkzeuge und Prüfpflicht stehen vor dem ersten Pilot, und jede Anwendung folgt ihnen.

      Häufige Fragen

      Fragen zu KI in der Steuerberatung

      Dürfen Steuerberater ChatGPT nutzen?

      Ja, mit klaren Regeln. Vertrauliche Mandantendaten gehören nicht ungeschützt in öffentliche KI-Dienste. Für öffentliche Inhalte und anonymisierte Fälle eignen sich Werkzeuge mit Geschäftskundenvertrag. Für Mandantendaten braucht es einen zur Verschwiegenheit verpflichteten Dienstleister nach § 62a StBerG, je nach Fall die Einwilligung des Mandanten, oder einen Betrieb in der Kanzlei.

      Brauchen wir die Einwilligung des Mandanten?

      Nach der FAQ der Bundessteuerberaterkammer vom Oktober 2026 dürfen ohne Einwilligung grundsätzlich keine mandatsbezogenen Daten in KI-Dienste eingegeben werden, und bei Diensten nach Art von ChatGPT empfiehlt sie, die Einwilligung vorab einzuholen. Mit einem Modell auf eigener Hardware in der Kanzlei verlassen die Daten das Haus gar nicht.

      Wer haftet, wenn die KI sich irrt?

      Der Steuerberater, gegenüber dem Mandanten wie bei jedem anderen Hilfsmittel. Nach der FAQ der Bundessteuerberaterkammer sind KI-bedingte Fehler in der Regel von der Berufshaftpflichtversicherung gedeckt; maßgeblich sind die Bedingungen des Vertrags. Die abschließende Prüfung der Ergebnisse übernimmt der Berufsträger.

      Müssen wir Mandanten über den KI-Einsatz informieren?

      Eine ausdrückliche berufsrechtliche Pflicht besteht derzeit nicht. Datenschutzrechtlich gehört der Einsatz in die Datenschutzerklärung, sobald Mandantendaten an einen KI-Dienst fließen, und ein Chatbot gibt sich als KI zu erkennen. Ein Hinweis in der Mandatsvereinbarung schafft Klarheit und Vertrauen.

      Ersetzt KI die Kanzleisoftware?

      Nein, sie ergänzt sie. Buchung, Erklärung und Fristenbuch bleiben in der gewohnten Software. KI bereitet vor, liest aus und schlägt vor, und die Ergebnisse werden zur Freigabe an die Kanzleisoftware übergeben.

      Was kostet ein KI-Pilot in der Kanzlei?

      Das hängt an Vorgang und Anbindung. Das Erstgespräch ist kostenfrei. Ein Scoping-Workshop liegt bei 1.500 Euro und wird bei Beauftragung verrechnet. Ein klar abgegrenzter Pilot ist ab etwa 5.000 Euro möglich, Umsetzungsprojekte liegen je nach Umfang zwischen 10.000 und 150.000 Euro. Abgerechnet wird nach tatsächlichem Aufwand.

      Nächster Schritt

      Welcher Vorgang kostet in Ihrer Kanzlei die meiste Zeit?

      Im Erstgespräch schauen wir auf Ihre Abläufe und legen gemeinsam fest, welche Daten in welches Werkzeug dürfen. Sie erhalten eine Einschätzung, welcher Vorgang sich für den Start eignet.