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Baustein 23 der Wissensdatenbank

KI-Wissensdatenbank aufbauen
Ihr Unternehmenswissen, auf Frage mit Beleg

Eine KI-Wissensdatenbank beantwortet Fragen Ihrer Mitarbeiter aus Ihrem eigenen Bestand und nennt die Fundstelle. Diese Seite zeigt, welcher Weg zu Ihnen passt, welche Inhalte hineingehören, wie der Bestand gepflegt wird und was Datenschutz, Betriebsrat und KI-Verordnung verlangen.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026Redaktion: Georgios Mavrommatis, GeschäftsführerFachliche Prüfung: Waldemar Denke, Lead EntwicklerLesedauer: ca. 14 Minuten
Ausgangspunkt

Warum lohnt sich eine KI-Wissensdatenbank gerade jetzt?

Weil das Wissen vorhanden ist und nur schwer erreichbar. In den meisten Unternehmen stehen die Antworten bereits irgendwo: in Richtlinien, Handbüchern, gelösten Tickets und Protokollen. Gefunden werden sie oft erst nach längerem Suchen oder über die Frage an einen erfahrenen Kollegen.

Eine KI-Wissensdatenbank macht dieses Wissen mit einer Frage erreichbar. Sie antwortet aus Ihrem Bestand, nennt die Fundstelle und hält die Rechte ein, die heute schon gelten. Gleichzeitig zeigt sie, wo Wissen fehlt oder veraltet ist, und hilft, den Bestand gezielt zu ergänzen.

Diese Seite geht das Vorhaben von Anfang bis Ende durch: was eine KI-Wissensdatenbank ist, wofür sie sich lohnt, welcher Weg passt, welche Inhalte hineingehören, wie der Aufbau abläuft, wie KI Artikel vorschlägt, wie der Bestand aktuell bleibt, wie Rechte, Datenschutz und Betriebsrat berücksichtigt werden, wie Sie Erfolg messen, ausschreiben und mit welchen Kosten Sie rechnen.

Selbsttest3 Fragen, unter einer Minute

Wo steht Ihr Vorhaben?

Drei kurze Fragen. Danach sehen Sie, welche Kapitel für Sie zuerst zählen.

1Liegt Ihr Wissen überwiegend in einem einzigen System?
2Gibt es für die wichtigsten Unterlagen eine verantwortliche Person?
3Sind Datenschutz und Betriebsrat schon eingebunden?
Ihre Auswertung
    Lesen Sie zuerst
      Ihr Ergebnis im Erstgespräch besprechen

      Ihre Antworten übernehmen wir in das Kontaktformular. Dort ergänzen Sie, was Ihnen wichtig ist. Das Erstgespräch ist kostenfrei.

      Ergebnis besprechen
      Kapitel 01

      Was ist eine KI-Wissensdatenbank?

      Ein Wissensbestand, der auf Fragen antwortet und seine Quelle nennt.

      Eine KI-Wissensdatenbank beantwortet Fragen in Alltagssprache aus Ihrem eigenen Bestand. Statt einer Trefferliste erhalten Sie eine Antwort, die auf Ihren Richtlinien, Handbüchern und gelösten Fällen beruht und die Stelle nennt, aus der sie stammt. Technisch steckt dahinter meist RAG: Das System sucht die passenden Stellen und lässt ein Sprachmodell daraus die Antwort formulieren.

      FormWas sie enthältWas Sie bekommen
      Klassisches WikiArtikel, die Menschen schreiben und pflegenSie suchen den passenden Artikel und lesen selbst
      VolltextsucheAlle Dokumente, so wie sie abgelegt sindEine Trefferliste, die Sie selbst durchgehen
      KI-WissensdatenbankGepflegte Artikel und vorhandene Dokumente, mit RechtenEine Antwort auf Ihre Frage, mit Verweis auf die Fundstelle

      Der Unterschied zum Wiki liegt weniger im Inhalt als im Zugang. Das Wissen bleibt in den Systemen, in denen es heute gepflegt wird. Neu ist, dass Mitarbeiter es mit einer Frage erreichen, so wie sie einen erfahrenen Kollegen fragen würden, und dass jede Antwort ihre Fundstelle zeigt.

      Die Technik dahinter erklärt unser Baustein RAG und Unternehmenswissen ausführlich. Diese Seite behandelt das Vorhaben als Ganzes: welchen Weg Sie wählen, welche Inhalte hineingehören, wer pflegt, was Datenschutz und Betriebsrat verlangen und wie Sie ein solches System ausschreiben.

      Ist eine KI-Wissensdatenbank dasselbe wie ein Chatbot?

      Sie nutzt dieselbe Art der Bedienung, eine Frage in Alltagssprache. Der Unterschied liegt in der Bindung: Ein allgemeiner Chatbot antwortet aus seinem Trainingswissen, eine KI-Wissensdatenbank ausschließlich aus Ihrem Bestand und mit Beleg. Damit eignet sie sich für Fragen, bei denen die gültige Regel Ihres Hauses zählt.

      Lernt die KI aus unseren Dokumenten dazu?

      Das Modell selbst bleibt unverändert. Ihre Dokumente liegen in einem eigenen Suchindex und werden nur zur jeweiligen Frage mitgegeben. Ein neues oder geändertes Dokument wirkt nach der nächsten Aktualisierung des Index sofort, ganz ohne Training.

      Als Nächstes · Kapitel 02Wofür sie sich lohnt
      Kapitel 02

      Wofür lohnt sich eine KI-Wissensdatenbank?

      Sechs Einsatzfelder, in denen heute viel gesucht und nachgefragt wird.

      Überall dort, wo dieselben Fragen immer wieder gestellt werden und die Antworten bereits irgendwo stehen. Das Muster ist in allen Bereichen gleich: eine häufige Frage, ein Bestand, der die Antwort enthält, und Menschen, die heute Zeit mit Suchen und Nachfragen verbringen.

      EinsatzfeldTypische QuellenWas sich verbessert
      Interne AuskunftRichtlinien, Abläufe, ZuständigkeitenWeniger Rückfragen an Personal, Einkauf und Verwaltung
      KundenserviceProduktwissen, Garantiefälle, gelöste TicketsGleiche Antworten auf gleiche Fragen, auch in Spitzenzeiten
      Technischer DienstHandbücher, Wartungsprotokolle, FehlerbilderErfahrung erfahrener Kollegen steht allen zur Verfügung
      Vertrieb und AngeboteProduktblätter, Referenztexte, frühere AngeboteSchnellere Antworten auf Anfragen und Ausschreibungen
      EinarbeitungHandbuch, Prozessbeschreibungen, AnsprechpartnerNeue Mitarbeiter finden Antworten selbst und sicher
      Qualität und RechtNormen, Prüfberichte, VertragsklauselnDie gültige Fassung ist mit einem Klick belegt

      Welches Feld zuerst an der Reihe ist, entscheiden zwei Fragen: Wie oft wird heute gesucht oder nachgefragt, und wie gut ist der Bestand gepflegt? Ein Feld mit häufigen Fragen und gepflegten Unterlagen ist der beste Einstieg, und sein Erfolg ebnet den Weg für die nächsten.

      Wann reicht eine gute Volltextsuche?

      Wenn Ihre Mitarbeiter wissen, in welchem Dokument die Antwort steht, und es nur schnell finden wollen. Die KI-Wissensdatenbank spielt ihre Stärke aus, wenn die Antwort über mehrere Stellen verteilt ist oder die Frage andere Wörter verwendet als das Dokument.

      Eignet sich eine KI-Wissensdatenbank auch für Kunden?

      Ja, als Hilfe auf der Website oder im Kundenportal. Dann gilt ein strengerer Zuschnitt: Nur freigegebene, öffentliche Inhalte gehören in den Bestand, und die Antworten werden vor dem Start besonders gründlich mit dem Prüfsatz getestet. Mehr dazu im Baustein KI im Kundenservice.

      Als Nächstes · Kapitel 03Vorhandenes Werkzeug oder eigene Lösung
      Kapitel 03

      Fertige Funktion oder eigene Lösung: welcher Weg passt?

      Vier Wege, entschieden nach Ort des Wissens und Vertraulichkeit.

      Der Weg folgt dem Ort, an dem Ihr Wissen heute liegt, und den Vorgaben, die dafür gelten. Liegt fast alles in einem System, ist dessen eigene KI-Funktion oft der schnellste Einstieg. Kommen Quellen aus mehreren Systemen zusammen oder gelten strenge Vertraulichkeitsregeln, ist eine eigene Lösung die bessere Wahl.

      Drei Wege zur KI-WissensdatenbankVorhandenes Werkzeug, fertige Plattform oder eigene Lösung in der Cloud oder im eigenen Haus.Vorhandenes WerkzeugWissen liegtin einem SystemRechte kommenaus dem SystemFertige PlattformMehrere Quellen,StandardabläufeBetrieb beimAnbieterEigene LösungQuellen aus vielenSystemenCloud odereigenes HausPrüfsatz, Quellenliste und Rechtekonzept gelten für jeden Weg.
      Drei Wege zur KI-WissensdatenbankVorhandenes Werkzeug, fertige Plattform oder eigene Lösung in der Cloud oder im eigenen Haus.Vorhandenes WerkzeugWissen liegt in einem SystemRechte kommen aus dem SystemFertige PlattformMehrere Quellen, StandardabläufeBetrieb beim AnbieterEigene LösungQuellen aus vielen SystemenCloud oder eigenes HausPrüfsatz, Quellenliste und Rechtekonzeptgelten für jeden Weg.
      Der Weg folgt dem Ort Ihres Wissens und den Vorgaben, die dafür gelten.
      WegPasst, wennKennzeichen
      KI-Funktion im vorhandenen WerkzeugIhr Wissen liegt weitgehend in einem System, etwa der Office-Umgebung oder dem WikiSchneller Start, Rechte kommen aus dem System
      Fertige PlattformMehrere Quellen, Standardabläufe, Betrieb beim AnbieterKurze Einführung, Funktionsumfang nach Anbieter
      Eigene Lösung in der CloudQuellen aus mehreren Systemen, eigene Regeln, eigene OberflächeVolle Gestaltung, Modell frei wählbar
      Eigene Lösung im eigenen HausVertrauliche Bestände, Berufsgeheimnis, strenge VorgabenDaten verlassen Ihr Haus zu keinem Zeitpunkt

      Bei einer eigenen Lösung bleiben Sie frei in der Wahl des Modells und können es später wechseln, ohne den Bestand neu aufzubauen. Das schützt vor Vendor Lock-in. Für Bestände mit Berufsgeheimnis oder Geschäftsgeheimnissen läuft das Modell auf eigener Hardware; wie das aussieht, zeigt unsere Leistung Lokale KI.

      Können wir mit einer fertigen Funktion starten und später wechseln?

      Ja, und das ist oft ein guter Weg. Der Prüfsatz, die Quellenliste und das Rechtekonzept, die beim Start entstehen, gelten für jeden Weg. Wer sie sauber anlegt, kann später auf eine eigene Lösung wechseln und vergleicht beide mit derselben Messlatte.

      Welche Rolle spielt das Sprachmodell bei der Wahl?

      Eine kleinere, als oft angenommen. Die Qualität einer KI-Wissensdatenbank hängt vor allem an der Aufbereitung des Bestands und an der Suche. Das Modell formuliert die Antwort. Einen Vergleich der Modelle finden Sie im Baustein KI-Modelle.

      Als Nächstes · Kapitel 04Welche Inhalte hineingehören
      Kapitel 04

      Welche Inhalte gehören in eine KI-Wissensdatenbank?

      Gültige, verantwortete Inhalte, die echte Fragen beantworten.

      Inhalte, für die jemand verantwortlich ist und deren Stand bekannt ist. Die Antwort ist immer nur so gut wie die Stelle, aus der sie stammt. Deshalb beginnt jeder Aufbau mit einer Quellenliste: welches System, welcher Ordner, welcher Stand, welche Person ist zuständig.

      • Gültige Fassungen. Ältere Stände werden archiviert oder als ungültig markiert, damit sie keine Antwort mehr liefern.
      • Klare Zuständigkeit. Je Quelle eine Person, die Hinweise auf veraltete Inhalte erhält und bearbeitet.
      • Gelöste Fälle. Tickets und Anfragen mit bestätigter Lösung zeigen echte Fragen in echter Sprache; personenbezogene Angaben werden vorher entfernt.
      • Strukturierte Daten. Zahlen, Bestände und Termine kommen per Abfrage aus dem führenden System und bleiben dadurch stets aktuell.

      Wie ein Bestand geordnet wird, aus dem ein Modell zuverlässig liest, beschreibt der Baustein Daten, die tragen.

      Was tun mit Wissen, das nur in Köpfen steckt?

      Es in kurzen Gesprächen oder Sprachnotizen festhalten und daraus Artikel entstehen lassen. Die KI hilft beim Verschriftlichen und Gliedern, die Fachperson prüft und gibt frei. So wächst der Bestand gezielt an den Stellen, an denen die offenen Fragen liegen.

      Gehören E-Mails in die Wissensdatenbank?

      Nur ausgewählt. Postfächer enthalten viel Vertrauliches und viel Überholtes. Bewährt hat sich, gelöste Fälle aus E-Mails oder Tickets in Artikel zu überführen und diese Artikel aufzunehmen, statt ganze Postfächer anzubinden.

      Als Nächstes · Kapitel 05Wie der Aufbau abläuft
      Kapitel 05

      Wie läuft der Aufbau einer KI-Wissensdatenbank ab?

      Sieben Schritte von der ersten Fragenliste bis zum Ausbau.

      Mit echten Fragen anfangen, in einem Bereich beginnen, messen und dann ausbauen. Diese Reihenfolge hält den ersten Schritt überschaubar und liefert früh Ergebnisse, an denen sich die Erweiterung orientiert.

      Aufbau in fünf AbschnittenFragen sammeln, Bestand sichten, Regeln klären, Pilot betreiben und ausbauen.1FragenEchte Fragensammeln, mitHäufigkeit2BestandQuellen sichten,Zuständigebenennen3RegelnRechte, Datenschutzund Betriebsratklären4PilotEin Bereich,gemessen amPrüfsatz5AusbauQuelle für Quelle,mit derselbenMesslatte
      Aufbau in fünf AbschnittenFragen sammeln, Bestand sichten, Regeln klären, Pilot betreiben und ausbauen.1FragenEchte Fragensammeln, mitHäufigkeit2BestandQuellen sichten,Zuständigebenennen3RegelnRechte, Datenschutzund Betriebsratklären4PilotEin Bereich,gemessen amPrüfsatz5AusbauQuelle für Quelle,mit derselbenMesslatte
      Mit echten Fragen anfangen, in einem Bereich beginnen, messen und dann ausbauen.
      SchrittLeitfrageErgebnis
      1. Fragen sammelnWelche Fragen kosten heute am meisten Zeit, und wer stellt sie?Eine Liste echter Fragen mit Häufigkeit
      2. Bestand sichtenWo stehen die Antworten, wie aktuell sind sie, wer ist zuständig?Quellenliste mit Verantwortlichen
      3. Pilotbereich wählenEin Bereich mit häufigen Fragen und gepflegten UnterlagenKlar umrissener Umfang
      4. Rechte und Regeln festlegenWer darf was sehen, welche Daten bleiben außen vor?Rechtekonzept und Abstimmung mit Datenschutz und Betriebsrat
      5. Prüfsatz anlegenFragen mit erwarteter Antwort und FundstelleMesslatte für Start und jede Änderung
      6. Pilot betreibenEine Gruppe arbeitet mit dem System und gibt RückmeldungMesswerte und Liste offener Fragen
      7. AusbauenWeitere Quellen und Bereiche, jeweils mit demselben PrüfsatzWachsender Bestand mit stabiler Qualität

      Der fünfte Schritt wird gern unterschätzt. Ein Prüfsatz aus fünfzig bis hundert echten Fragen mit erwarteter Antwort und Fundstelle ist die Messlatte für den Start und für jede spätere Änderung an Quellen, Suche oder Modell. Wie das im Betrieb weitergeht, beschreibt der Baustein KI im Betrieb.

      Wie groß sollte der Pilot sein?

      So klein, dass er in wenigen Wochen steht, und so groß, dass er echte Arbeit abnimmt. Bewährt hat sich ein Bereich mit einer überschaubaren Zahl an Quellen und einer Gruppe, die die Fragen täglich stellt. Wichtig ist, dass die Kriterien für den Erfolg vor dem Start feststehen.

      Wer sollte im Projekt mitarbeiten?

      Ein Fachbereich, der die Fragen kennt, je Quelle eine verantwortliche Person, der Datenschutz, bei Bedarf der Betriebsrat und die IT für Anbindung und Rechte. Von unserer Seite kommen Konzeption, Umsetzung und Messung.

      Als Nächstes · Kapitel 06KI schreibt Wissensartikel
      Kapitel 06

      Kann KI Wissensartikel selbst schreiben?

      Ja, als Entwurf. Freigegeben wird von Menschen.

      Die KI schreibt Entwürfe, die Redaktion gibt frei. Aus gelösten Tickets, Protokollen oder Gesprächsnotizen entsteht ein gegliederter Artikel mit Titel, Lösungsweg und Verweisen. Eine Fachperson prüft, ergänzt und veröffentlicht. Dieses Vorgehen nennt man Human in the Loop.

      • Aus gelösten Fällen. Wiederkehrende Lösungen aus dem Ticketsystem werden zu Artikeln zusammengefasst.
      • Aus offenen Fragen. Fragen, zu denen das System keine Stelle findet, zeigen, welcher Artikel fehlt.
      • Aus Änderungen. Ändert sich eine Richtlinie, schlägt das System vor, welche Artikel betroffen sind.
      • Aus Gesprächen. Wissen erfahrener Kollegen wird aus Notizen oder Aufnahmen in einen Entwurf überführt.

      So wächst der Bestand an den Stellen, an denen er gebraucht wird. Die Freigabe durch Menschen hält die Qualität hoch und sorgt dafür, dass jeder Artikel eine verantwortliche Person hat.

      Woran erkennt die Redaktion einen guten Entwurf?

      An drei Punkten: Jede Aussage ist mit einer Quelle belegt, der Lösungsweg ist in der Reihenfolge beschrieben, in der er tatsächlich gegangen wird, und der Artikel nennt, für welche Fälle er gilt. Entwürfe, die diese Punkte erfüllen, lassen sich zügig freigeben.

      Kann ein KI-Agent den Bestand selbstständig pflegen?

      Er kann Entwürfe erstellen, Dubletten melden und veraltete Stellen markieren. Die Entscheidung über Veröffentlichung und Löschung bleibt bei Menschen. Wie Agenten mit klaren Rechten arbeiten, zeigt der Baustein KI-Agenten und MCP.

      Als Nächstes · Kapitel 07Wie der Bestand aktuell bleibt
      Kapitel 07

      Wie bleibt eine KI-Wissensdatenbank aktuell?

      Mit festen Rollen und einem Ablauf für Hinweise.

      Pflege ist eine Aufgabe mit Namen, kein Nebenbei. Eine KI-Wissensdatenbank zeigt sehr deutlich, wo Wissen veraltet ist, weil sie die Fundstelle nennt. Daraus wird ein Gewinn, wenn jemand die Hinweise aufnimmt und bearbeitet.

      RolleAufgabeDazu gehört
      WissensverantwortlicheJe Quelle eine Person, die für Stand und Gültigkeit sorgtPrüft Hinweise auf veraltete Inhalte
      RedaktionPrüft und gibt Artikelentwürfe frei, die das System vorschlägtHält Ton und Gliederung einheitlich
      FachbereichBewertet Stichproben der AntwortenLiefert Fragen für den Prüfsatz
      BetriebHält Anbindungen, Rechte und Modell aktuellWertet Kennzahlen aus und meldet Auffälligkeiten

      Drei einfache Mittel halten den Bestand frisch: ein Gültigkeitsdatum je Dokument, ein Rückmeldeknopf an jeder Antwort und eine wöchentliche Liste offener Fragen. Wer diese drei Dinge pflegt, hat einen Bestand, der mit dem Unternehmen wächst.

      Wie viel Aufwand macht die Pflege?

      Das hängt an der Zahl der Quellen und daran, wie oft sie sich ändern. Der größte Teil der Pflege geschieht ohnehin in den Fachsystemen, in denen die Dokumente entstehen. Hinzu kommen die Bearbeitung der Rückmeldungen und die Freigabe neuer Artikel.

      Was passiert mit Dokumenten, die abgelöst werden?

      Sie werden archiviert oder als ungültig markiert und fallen damit aus dem Suchindex. Wichtig ist, dass dieser Schritt automatisch mit der Ablage im Fachsystem passiert, damit die Wissensdatenbank immer den gültigen Stand zeigt.

      Als Nächstes · Kapitel 08Rechte und Vertraulichkeit
      Kapitel 08

      Wie werden Rechte und Vertraulichkeit gewahrt?

      Jeder erhält Antworten nur aus Unterlagen, die er ohnehin lesen darf.

      Die Rechte gelten schon bei der Suche. Jede Stelle im Suchindex trägt die Berechtigungen ihres Dokuments. Das System sucht nur in Stellen, die die fragende Person sehen darf, und formuliert die Antwort ausschließlich daraus.

      • Rechte übernehmen. Die Berechtigungen kommen aus dem Quellsystem und werden bei jeder Aktualisierung abgeglichen.
      • Bereiche trennen. Personal, Geschäftsführung oder Mandate bleiben in eigenen Bereichen mit eigenem Zugang.
      • Protokollieren mit Maß. Protokolle dienen Qualität und Sicherheit; was und wie lange protokolliert wird, ist festgelegt und abgestimmt.
      • Angriffe abwehren. Inhalte aus Dokumenten werden als Daten behandelt, nicht als Anweisung. Das schützt vor Prompt Injection.

      Mehr zu Rechten, Protokollen und Angriffen auf KI-Systeme finden Sie im Baustein Sicherheit von KI-Systemen.

      Kann die KI vertrauliche Inhalte über Umwege preisgeben?

      Bei sauberer Umsetzung nicht, weil die vertraulichen Stellen für die fragende Person gar nicht erst gefunden werden. Was das System nicht findet, kann es auch nicht in eine Antwort übernehmen. Genau deshalb gehören die Rechte in die Suche und nicht erst in die Anzeige.

      Gilt das auch für Gäste und externe Partner?

      Ja, mit eigenem Zugang und eigenem Bereich. Externe erhalten Antworten nur aus den Inhalten, die für sie freigegeben sind. Der Zuschnitt wird im Rechtekonzept festgehalten.

      Als Nächstes · Kapitel 09Datenschutz, Betriebsrat, KI-Verordnung
      Kapitel 09

      Was verlangen Datenschutz, Betriebsrat und KI-Verordnung?

      Sieben Punkte, die vor dem Start geklärt sind.

      Eine KI-Wissensdatenbank lässt sich datenschutzgerecht betreiben, wenn die Regeln von Anfang an mitgeplant werden. Die folgenden Punkte gehören in jedes Vorhaben. Verbindlich ist im Einzelfall die Einschätzung Ihres Datenschutzbeauftragten oder Ihrer Rechtsberatung.

      ThemaWorum es gehtGrundlage
      Rechtsgrundlage und ZweckFür welchen Zweck werden welche Daten verarbeitet?DSGVO
      AuftragsverarbeitungVertrag mit jedem Dienstleister, der Daten in Ihrem Auftrag verarbeitetArt. 28 DSGVO
      Datenschutz-FolgenabschätzungPflicht, wenn die Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für Betroffene birgtArt. 35 DSGVO
      Löschen und BerichtigenGelöschte oder geänderte Dokumente verschwinden auch aus dem SuchindexArt. 16 und 17 DSGVO
      MitbestimmungSysteme, die objektiv geeignet sind, Verhalten oder Leistung zu überwachen§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG
      KI-KompetenzUnternehmen fördern die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten mit geeigneten MaßnahmenArt. 4 KI-Verordnung, angepasst durch den AI Omnibus
      TransparenzBei Systemen, die mit Menschen kommunizieren, ist erkennbar, dass eine KI antwortet; die Pflicht richtet sich an den AnbieterArt. 50 KI-Verordnung, seit 2. August 2026

      Zum Betriebsrat: Nach dem Betriebsverfassungsgesetz bestimmt er mit, wenn technische Einrichtungen eingeführt werden, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung zu überwachen. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts genügt dafür die objektive Eignung, eine Absicht ist nicht nötig. Weil Protokolle einer KI-Wissensdatenbank diese Eignung haben können, ist in Betrieben mit Betriebsrat in aller Regel eine Betriebsvereinbarung der Weg. Früh eingebunden, beschleunigt er das Vorhaben.

      Wie eine KI-Richtlinie und die Schulung der Beschäftigten aussehen, zeigt der Baustein KI-Richtlinie und KI-Kompetenz. Die Pflichten aus der DSGVO beim KI-Einsatz fasst unser Fachbeitrag zu DSGVO und KI zusammen.

      Braucht eine KI-Wissensdatenbank eine Datenschutz-Folgenabschätzung?

      Nicht in jedem Fall. Sie ist Pflicht, wenn die Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte der Betroffenen birgt, etwa bei umfangreichen Beständen mit Personaldaten oder Gesundheitsdaten. Ein Bestand aus Richtlinien und Handbüchern liegt meist deutlich darunter. Die Einschätzung gehört an den Anfang des Vorhabens.

      Ist eine KI-Wissensdatenbank ein Hochrisiko-System nach der KI-Verordnung?

      In der Regel nicht. Hochrisiko sind bestimmte Einsatzzwecke, etwa KI in der Personalauswahl oder bei der Kreditwürdigkeitsprüfung. Eine Wissensdatenbank für Auskunft und Recherche gehört nicht dazu. Es gelten die allgemeinen Pflichten zu KI-Kompetenz und Transparenz.

      Als Nächstes · Kapitel 10Woran man Erfolg misst
      Kapitel 10

      Woran erkennt man, dass die KI-Wissensdatenbank funktioniert?

      Fünf Kennzahlen, vor dem Start festgelegt.

      An Kennzahlen, die vor dem Start feststehen und regelmäßig gemessen werden. So sehen Sie bei jeder Änderung, was sie bewirkt, und können den Nutzen gegenüber Geschäftsführung und Fachbereichen belegen.

      KennzahlFrage dahinterWie gemessen wird
      AntwortquoteWie viele Fragen beantwortet das System mit einer Fundstelle?Protokoll, wöchentlich
      BelegtreueStützt sich jede Aussage auf die genannte Stelle?Stichprobe, von Hand gegen die Quelle gelesen
      PrüfsatzWie viele Fragen des Prüfsatzes werden richtig beantwortet?Vor dem Start und bei jeder Änderung
      Offene FragenZu welchen Fragen findet das System keine Stelle?Liste für die Redaktion
      NutzungWer nutzt das System wie oft, und wird die Antwort übernommen?Rückmeldeknopf und Protokoll

      Wie sich der Nutzen eines KI-Vorhabens insgesamt belegen lässt, beschreibt unser Fachbeitrag zur Wirkungsmessung.

      Wie oft sollte gemessen werden?

      Der Prüfsatz läuft vor dem Start und bei jeder Änderung an Quellen, Suche oder Modell. Antwortquote, offene Fragen und Nutzung werden laufend protokolliert und wöchentlich ausgewertet, Stichproben zur Belegtreue monatlich.

      Was tun, wenn die Werte sinken?

      Zuerst prüfen, ob die richtige Stelle gefunden wurde. Wenn nein, liegt der Hebel bei Bestand und Suche, etwa einer neuen Quelle, die anders gegliedert ist. Wenn ja, liegt er bei Anweisung oder Modell. Getrennte Messungen machen diesen Unterschied sichtbar.

      Als Nächstes · Kapitel 11Ausschreiben und beauftragen
      Kapitel 11

      Wie schreibt man eine KI-Wissensdatenbank aus?

      Sieben Punkte, die in jedes Lastenheft gehören.

      Mit einem Lastenheft, das Quellen, Rechte, Betriebsort, Qualität und Ausstieg beschreibt. Damit werden Angebote vergleichbar, und die Abnahme beruht auf Kriterien, die vorher feststehen.

      PunktWas das Lastenheft festhält
      Quellen und AnbindungenWelche Systeme, welche Formate, wie oft aktualisiert?
      RechteÜbernahme der bestehenden Berechtigungen je Dokument
      BetriebsortCloud, Rechenzentrum Ihrer Wahl oder eigenes Haus
      QualitätPrüfsatz und Abnahmekriterien mit Zielwerten
      DatenschutzAuftragsverarbeitung, Löschkonzept, Protokollierung
      PflegeRollen, Rückmeldung, Umgang mit veralteten Inhalten
      AusstiegExport von Inhalten und Index, Wechsel des Modells

      Besonders wertvoll ist der Prüfsatz als Teil der Ausschreibung. Anbieter zeigen damit an Ihren echten Fragen, wie gut ihre Lösung antwortet. Wie ein KI-Vorhaben insgesamt eingekauft und abgenommen wird, beschreibt der Baustein Einkaufen und abnehmen.

      Welche Abnahmekriterien sind sinnvoll?

      Zielwerte für den Prüfsatz, für die Belegtreue in einer Stichprobe und für die Antwortzeit, dazu der Nachweis, dass Rechte und Löschungen im Suchindex greifen. Die Werte werden mit dem Fachbereich festgelegt und vor der Abnahme gemeinsam gemessen.

      Wie sichern wir uns gegen Abhängigkeit vom Anbieter ab?

      Mit drei Zusagen im Vertrag: Export der Inhalte und Metadaten in offenen Formaten, Wechsel des Modells ohne Neuaufbau des Bestands und eine Dokumentation, mit der ein anderer Dienstleister den Betrieb übernehmen kann.

      Als Nächstes · Kapitel 12Was sie kostet
      Kapitel 12

      Was kostet eine KI-Wissensdatenbank?

      Die Kosten folgen Quellen, Rechten und Betriebsort.

      Die größten Kostentreiber sind Zahl und Zustand der Quellen, das Rechtekonzept und der Betriebsort. Ein Bereich mit wenigen, gut gepflegten Quellen ist schnell erschlossen. Viele Systeme mit eigenen Berechtigungen und ein Betrieb im eigenen Haus erhöhen den Aufwand.

      • Erstgespräch. Kostenfrei. Wir schauen auf Ihre Fragen und Ihren Bestand.
      • Scoping-Workshop. 1.500 Euro, bei Beauftragung verrechnet. Ergebnis: Quellenliste, Prüfsatz, Weg und Aufwandsschätzung.
      • Pilot. Ein klar abgegrenzter Pilot ist ab etwa 5.000 Euro möglich.
      • Umsetzung. Je nach Umfang zwischen 10.000 und 150.000 Euro, abgerechnet nach tatsächlichem Aufwand.

      Hinzu kommen laufende Kosten für Modellnutzung oder Hardware und für die Pflege. Welche Förderprogramme in Ihrem Land infrage kommen, zeigt der Baustein KI-Förderung nach Bundesland.

      Was ist günstiger, Cloud oder eigener Server?

      Das hängt an der Nutzung. Bei wenigen Anfragen ist die Cloud meist günstiger, bei hoher Nutzung und strengen Vorgaben kann sich eigene Hardware rechnen. Eine Gegenüberstellung finden Sie in unserem Fachbeitrag zum eigenen KI-Server.

      Womit lässt sich der Aufwand senken?

      Mit einem gepflegten Bestand, einem klar umrissenen Pilotbereich und einer frühen Abstimmung mit Datenschutz und Betriebsrat. Diese drei Punkte entscheiden mehr über den Aufwand als die Wahl der Technik.

      Unsere Bauweise

      Wir beginnen mit Ihren echten Fragen, nicht mit der Technik.

      Aus ihnen entstehen Quellenliste, Prüfsatz und Pilotbereich, und an ihnen messen wir jeden weiteren Schritt.

      Häufige Fragen

      Fragen zur KI-Wissensdatenbank

      Lässt sich eine KI-Wissensdatenbank DSGVO-konform betreiben?

      Ja. Die Grundlage sind ein klarer Zweck, ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit jedem Dienstleister, ein Rechtekonzept je Dokument und ein Löschkonzept, das auch den Suchindex umfasst. Bei voraussichtlich hohem Risiko gehört eine Datenschutz-Folgenabschätzung dazu. Für besonders vertrauliche Bestände läuft das System auf eigener Hardware, dann verlassen die Daten Ihr Haus zu keinem Zeitpunkt.

      Brauchen wir dafür ein neues Wiki?

      In aller Regel nicht. Eine KI-Wissensdatenbank arbeitet mit dem Bestand, den Sie haben: Wiki, Laufwerke, Dokumentenablage, Ticketsystem. Neu sind die Erschließung, die Rechte im Suchindex und die Pflegeabläufe. Ein Wiki lohnt sich dort, wo Wissen heute nur in Köpfen oder E-Mails steckt; die KI kann dafür Artikelentwürfe vorschlagen.

      Wie lange dauert der Aufbau?

      Das hängt an Zahl und Zustand der Quellen. Ein Umsetzungsabschnitt dauert bei uns in der Regel sechs bis zwölf Wochen. Der Pilot beginnt mit einem Bereich und wird danach Quelle für Quelle erweitert, jeweils mit demselben Prüfsatz.

      Was unterscheidet eine eigene Lösung von Copilot in Microsoft 365?

      Copilot arbeitet mit den Inhalten und Berechtigungen Ihrer Microsoft-Umgebung. Wenn Ihr Wissen überwiegend dort liegt, ist das ein guter Einstieg. Eine eigene Lösung lohnt sich, wenn Quellen aus mehreren Systemen zusammenkommen, eigene Regeln für Antworten gelten sollen oder der Betrieb im eigenen Haus gefordert ist.

      Was passiert, wenn das System keine Antwort findet?

      Dann sagt es das, statt zu raten. Die Anweisung bindet jede Antwort an die gefundenen Stellen. Fragen ohne Fundstelle landen auf einer Liste, und genau diese Liste zeigt der Redaktion, welches Wissen im Bestand noch fehlt.

      Was kostet eine KI-Wissensdatenbank?

      Das hängt an Quellen, Rechten und Betriebsort. Das Erstgespräch ist kostenfrei. Ein Scoping-Workshop liegt bei 1.500 Euro und wird bei Beauftragung verrechnet. Ein klar abgegrenzter Pilot ist ab etwa 5.000 Euro möglich, Umsetzungsprojekte liegen je nach Umfang zwischen 10.000 und 150.000 Euro. Abgerechnet wird nach tatsächlichem Aufwand.

      Nächster Schritt

      Welche Fragen soll Ihre Wissensdatenbank beantworten?

      Im Erstgespräch schauen wir auf die Fragen, die heute am meisten Zeit kosten, und auf den Bestand, der die Antworten enthält. Sie erhalten eine Einschätzung, welcher Weg passt und wie ein Pilot aussehen kann.