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Baustein 25 der Wissensdatenbank

KI in Banken und bei Finanzdienstleistern
Mehr Zeit für Kunden, mit sauberem Prüfpfad

Kreditunterlagen, Anfragen, Arbeitsanweisungen und Compliance-Fälle: In Instituten wird viel gelesen, geprüft und geschrieben. Diese Seite zeigt, wo KI entlastet, welche Regeln von DORA bis zur KI-Verordnung gelten und wie ein Institut Schritt für Schritt vorgeht.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026Redaktion: Georgios Mavrommatis, GeschäftsführerFachliche Prüfung: Waldemar Denke, Lead EntwicklerLesedauer: ca. 13 Minuten
Ausgangspunkt

Wo bringt KI in Banken und bei Finanzdienstleistern den größten Nutzen?

Bei der Arbeit mit Dokumenten und Anfragen, die heute viel Zeit bindet. Kreditunterlagen erfassen, Anliegen zuordnen, Arbeitsanweisungen finden, Compliance-Fälle aufbereiten: Das sind Aufgaben mit klaren Regeln und vielen gleichartigen Vorgängen. Dort entlastet KI spürbar, und die Entscheidung bleibt beim Menschen.

Der Rahmen ist anspruchsvoll, aber gut beschrieben. DORA verlangt, KI in das IKT-Risikomanagement einzubinden, und die BaFin hat dafür im Dezember 2025 eine Orientierungshilfe veröffentlicht. Die KI-Verordnung stuft die Bewertung der Kreditwürdigkeit natürlicher Personen als hochriskant ein, mit Pflichten ab dem 2. Dezember 2027.

Diese Seite geht die Aufgaben, die Regeln und das Vorgehen der Reihe nach durch. Sie richtet sich an Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Leasing- und Factoringgesellschaften, Vermögensverwalter und ihre Dienstleister.

Selbsttest3 Fragen, unter einer Minute

Wo steht Ihr Institut?

Drei kurze Fragen. Danach sehen Sie, welche Kapitel für Sie zuerst zählen.

1Ist KI bereits in Ihr IKT-Risikomanagement nach DORA eingebunden?
2Soll KI Kreditentscheidungen über Privatkunden vorbereiten?
3Dürfen Kundendaten Ihr Haus verlassen?
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      Ihre Antworten übernehmen wir in das Kontaktformular. Dort ergänzen Sie, was Ihnen wichtig ist. Das Erstgespräch ist kostenfrei.

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      Kapitel 01

      Welche Aufgaben übernimmt KI in Banken und bei Finanzdienstleistern?

      Sechs Felder, in denen viel gelesen, geprüft und geschrieben wird.

      KI übernimmt die Arbeit rund um Dokumente und Anfragen, die Entscheidung bleibt beim Menschen. In Banken, Sparkassen, Leasing- und Factoringgesellschaften und bei Vermögensverwaltern fallen täglich große Mengen an Schreiben, Unterlagen und Regelwerken an. Dort entlastet KI am schnellsten, und dort lässt sie sich am saubersten in bestehende Kontrollen einbinden.

      FeldWas KI übernimmtWo der Mensch bleibt
      Posteingang und AnfragenSchreiben, E-Mails und Formulare erkennen, zuordnen, Antwort vorbereitenBearbeiter prüft und gibt frei
      KreditunterlagenGehaltsnachweise, Bilanzen, Verträge auslesen und auf Vollständigkeit prüfenDie Entscheidung trifft der Mensch
      Interne WissensdatenbankArbeitsanweisungen, Produktbedingungen und Regelwerke mit Beleg durchsuchenAntwort mit Fundstelle
      Compliance und GeldwäscheTreffer aus der Überwachung zusammenfassen und den Sachverhalt aufbereitenBewertung und Meldung bleiben beim Fachbereich
      Beratung und VertriebGesprächsvorbereitung, Protokollentwürfe, Unterlagen für den KundenBerater prüft Inhalt und Ton
      BerichtswesenDaten aus Fachsystemen zusammenführen, Texte für Berichte entwerfenZahlen kommen aus dem führenden System

      Gemeinsam ist allen Feldern das Muster Human in the Loop: Das System bereitet vor, ein Mensch prüft und entscheidet. Dieses Muster passt zu den Erwartungen der Aufsicht und zu den Kontrollen, die Institute ohnehin haben.

      Wo beginnen Institute am häufigsten?

      Bei der internen Auskunft und beim Posteingang. Beide Felder haben viele gleichartige Vorgänge, klare Regeln und keinen Hochrisiko-Bezug. Ihr Erfolg lässt sich gut messen und schafft Vertrauen für die nächsten Schritte.

      Kann KI auch Zahlen aus dem Kernbankensystem verwenden?

      Ja, über eine Abfrage an das führende System. Die Zahl kommt dann aus dem Kernbankensystem, das Modell formuliert nur die Antwort. So bleibt jede Zahl nachvollziehbar und stets aktuell.

      Als Nächstes · Kapitel 02Welche Regeln gelten
      Kapitel 02

      Welche Regeln gelten für KI im Finanzsektor?

      Sechs Regelwerke, die zusammen den Rahmen bilden.

      KI ist im Finanzsektor kein rechtsfreier Raum, aber auch kein Sonderfall. Sie wird in die bestehenden Strukturen eingebettet: IKT-Risikomanagement nach DORA, Datenschutz, Auslagerung und Bankgeheimnis. Die KI-Verordnung kommt hinzu, mit Pflichten, die nach Rolle und Einsatzzweck gestaffelt sind.

      RegelwerkWorum es gehtStand
      DORAIKT-Risikomanagement, Vorfälle, Tests und Drittparteien, auch für KI-Systemeseit 17. Januar 2025
      BaFin-OrientierungshilfeWie DORA beim KI-Einsatz umgesetzt werden kann, über den ganzen LebenszyklusDezember 2025, unverbindlich
      KI-VerordnungVerbote, Transparenz, KI-Kompetenz; Hochrisiko bei Kreditwürdigkeit natürlicher PersonenHochrisiko ab 2. Dezember 2027
      § 37a BDSGRegeln für Wahrscheinlichkeitswerte über Personen, etwa Bonitätsscoresab 20. November 2026
      DSGVORechtsgrundlage, Auftragsverarbeitung, Rechte bei automatisierten Entscheidungengilt
      Bankgeheimnis und AuslagerungVertraulichkeit der Kundendaten, Anforderungen an Dienstleistergilt

      Die BaFin sieht in DORA ein gutes Fundament für die KI-Verordnung: Wer KI in sein IKT-Risikomanagement eingebunden hat, erfüllt bereits einen großen Teil dessen, was die Aufsicht erwartet. Die Pflichten der KI-Verordnung nach Rolle und Frist zeigt der Baustein KI-Verordnung.

      Was ändert § 37a BDSG für Scores?

      Ab dem 20. November 2026 regelt er, wie Wahrscheinlichkeitswerte über Personen entstehen und genutzt werden dürfen. Bestimmte Daten bleiben außen vor, die verwendeten Daten müssen nachweisbar erheblich sein, Betroffene erhalten auf Antrag Auskunft und können eine Entscheidung durch einen Menschen verlangen. Details stehen in unserem Fristenkalender zum Jahresende.

      Gilt die DSGVO-Regel zu automatisierten Entscheidungen auch für KI?

      Ja. Nach Artikel 22 DSGVO haben Betroffene das Recht, keiner ausschließlich automatisierten Entscheidung mit erheblicher Wirkung unterworfen zu werden, von gesetzlichen Ausnahmen abgesehen. Ein Ablauf, in dem ein Mensch entscheidet und die KI vorbereitet, hält diese Grenze sauber ein.

      Als Nächstes · Kapitel 03Wann KI im Kreditgeschäft hochriskant ist
      Kapitel 03

      Wann ist KI im Kreditgeschäft ein Hochrisiko-System?

      Bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit natürlicher Personen.

      Hochriskant ist KI, die die Kreditwürdigkeit natürlicher Personen bewertet oder ihre Bonitätsbewertung festlegt. Ausgenommen ist KI zur Erkennung von Finanzbetrug. Die Pflichten für Hochrisiko-Systeme gelten nach dem AI Omnibus ab dem 2. Dezember 2027.

      KI im KreditgeschäftHochriskant ist die Bewertung der Kreditwürdigkeit natürlicher Personen; Betrugserkennung ist ausgenommen.HochriskantScore oder Bewertungder Kreditwürdigkeitnatürlicher PersonenIn der Regel nichtUnterlagen auslesen,Vollständigkeit prüfen,Mensch bewertetAusgenommenErkennung vonFinanzbetrugBewertung vonUnternehmenPflichten für Hochrisiko-Systeme gelten ab dem 2. Dezember 2027.
      KI im KreditgeschäftHochriskant ist die Bewertung der Kreditwürdigkeit natürlicher Personen; Betrugserkennung ist ausgenommen.HochriskantScore oder Bewertung derKreditwürdigkeit natürlicherPersonenIn der Regel nichtUnterlagen auslesen,Vollständigkeit prüfen, MenschbewertetAusgenommenErkennung von FinanzbetrugBewertung von UnternehmenPflichten für Hochrisiko-Systeme geltenab dem 2. Dezember 2027.
      Entscheidend ist, ob das System die Person bewertet.
      • Hochriskant: Ein Modell, das für Privatkunden einen Score berechnet oder eine Kreditentscheidung vorschlägt.
      • In der Regel nicht hochriskant: Ein System, das Unterlagen ausliest, Vollständigkeit prüft und Abweichungen markiert, ohne die Person zu bewerten.
      • Nicht erfasst: Die Bewertung von Unternehmen als juristische Personen.
      • Ausgenommen: Systeme zur Erkennung von Finanzbetrug.

      Für Hochrisiko-Systeme tragen Institute als Betreiber Pflichten wie menschliche Aufsicht, Protokolle und die Information der Betroffenen. Für beaufsichtigte Finanzunternehmen gelten Überwachungs- und Protokollpflichten als erfüllt, wenn sie den Regeln des Finanzaufsichtsrechts folgen. Hinzu kommt für Betreiber von Systemen zur Kreditwürdigkeit eine Grundrechte-Folgenabschätzung.

      Was gilt für Scoring, das wir selbst entwickeln?

      Dann sind Sie Anbieter des Systems und tragen die Anbieterpflichten: Risikomanagement, Datenqualität, technische Dokumentation, Protokollierung, menschliche Aufsicht und Konformitätsbewertung. Die Vorbereitung lohnt sich früh, weil diese Nachweise Zeit brauchen.

      Wird ein Assistent zum Hochrisiko-System, wenn er bei Krediten hilft?

      Wenn er die Kreditwürdigkeit einer Person bewertet oder eine solche Bewertung festlegt, ja. Wenn er Unterlagen zusammenfasst und ein Mensch bewertet, in der Regel nicht. Wer den Zweck eines allgemeinen Assistenten in Richtung Bewertung ändert, kann damit zum Anbieter eines Hochrisiko-Systems werden.

      Als Nächstes · Kapitel 04Was DORA für KI verlangt
      Kapitel 04

      Was verlangt DORA beim Einsatz von KI?

      KI ist ein IKT-System und gehört in das IKT-Risikomanagement.

      DORA behandelt KI-Systeme wie jedes andere IKT-System. Sie gehören in das IKT-Risikomanagement, in das Vorfallmanagement, in die Tests und in die Steuerung der Drittparteien. Die BaFin hat im Dezember 2025 eine unverbindliche Orientierungshilfe veröffentlicht, die das über den ganzen Lebenszyklus eines KI-Systems durchgeht.

      KI im IKT-RisikomanagementVier Phasen eines KI-Systems nach der Orientierungshilfe der BaFin: Daten, Entwicklung, Betrieb, Stilllegung.1DatenHerkunft, Qualität,Klassifizierung,Zugriffsrechte2EntwicklungAnbieter oder Modellwählen, testen,auch gegen Angriffe3BetriebÜberwachen,Vorfälle,menschliche Aufsicht4StilllegungDaten, Zugängeund Verträgegeordnet beenden
      KI im IKT-RisikomanagementVier Phasen eines KI-Systems nach der Orientierungshilfe der BaFin: Daten, Entwicklung, Betrieb, Stilllegung.1DatenHerkunft, Qualität,Klassifizierung,Zugriffsrechte2EntwicklungAnbieter oder Modellwählen, testen,auch gegen Angriffe3BetriebÜberwachen,Vorfälle,menschliche Aufsicht4StilllegungDaten, Zugängeund Verträgegeordnet beenden
      Die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit eines KI-Systems wird in jeder Phase betrachtet.
      Phase nach der OrientierungshilfeWorauf es ankommt
      DatenbeschaffungHerkunft, Qualität und Klassifizierung der Daten, Zugriffsrechte
      Entwicklung und BereitstellungAuswahl von Anbieter oder Modell, Tests, auch gegen gezielte Angriffe
      Laufender BetriebÜberwachung, Vorfälle, Änderungen, menschliche Aufsicht
      StilllegungDaten, Zugänge und Verträge geordnet beenden

      Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: Tests gegen gezielte Angriffe, etwa manipulierte Trainingsdaten oder Eingaben, die das System täuschen sollen. Bei Systemen von Dienstleistern wird der Anbieter in die Tests einbezogen oder liefert Nachweise. Wie solche Angriffe aussehen, beschreibt der Baustein Sicherheit von KI-Systemen.

      Muss ein KI-Dienst in das Informationsregister?

      Wenn er als IKT-Dienstleistung eines Drittanbieters bezogen wird, ja. DORA verlangt ein Register aller vertraglichen Vereinbarungen über IKT-Dienstleistungen von Drittanbietern. Ein Sprachmodell aus der Cloud ist eine solche Dienstleistung; die Einstufung nach Kritikalität richtet sich nach der unterstützten Funktion.

      Ist ein Fehler eines KI-Systems ein IKT-Vorfall?

      Er kann es sein. Die Orientierungshilfe verbindet KI-Systeme mit den Begriffen von DORA für Netzwerk- und Informationssysteme und IKT-Vorfälle. Ein Ablauf, in dem Fehler erkannt, eingestuft und behoben werden, gehört deshalb von Anfang an dazu.

      Als Nächstes · Kapitel 05Welcher Betriebsweg passt
      Kapitel 05

      Cloud, Rechenzentrum oder eigenes Haus: welcher Betriebsweg passt?

      Drei Wege, entschieden nach Datenklasse und Drittparteienrisiko.

      Der Betriebsweg folgt der Datenklasse. Für öffentliche und interne Inhalte reicht oft ein Werkzeug eines großen Anbieters mit Geschäftskundenvertrag. Für Kundendaten mit Bankgeheimnis ist eine eigene Lösung in einem Rechenzentrum Ihrer Wahl oder im eigenen Haus meist der passende Weg.

      WegKennzeichenWorauf zu achten ist
      Werkzeug eines großen AnbietersSchneller Start, Funktionsumfang nach AnbieterDrittparteienrisiko, Vertrag und Informationsregister nach DORA
      Eigene Lösung in einer europäischen CloudFreie Wahl des Modells, eigene RegelnVertrag mit Prüf- und Ausstiegsrechten
      Eigene Lösung im eigenen RechenzentrumKundendaten verlassen das Haus zu keinem ZeitpunktBetrieb und Updates in eigener Verantwortung oder mit Dienstleister

      Bei jeder Lösung von Dritten zählen Prüf- und Zugriffsrechte, Unterauftragnehmer, Ort der Verarbeitung und ein geordneter Ausstieg. Das schützt vor Vendor Lock-in und erfüllt zugleich die Erwartungen an das Drittparteienrisiko. Wie ein Betrieb im eigenen Haus aussieht, zeigt unsere Seite Lokale KI.

      Reicht ein Rechenzentrum in der EU?

      Es ist ein wichtiger Baustein, aber nicht der einzige. Entscheidend sind auch der Vertrag, die Unterauftragnehmer, der Zugriff aus Drittländern und die Frage, ob Eingaben gespeichert oder zum Training genutzt werden. Diese Punkte gehören schriftlich in den Vertrag.

      Welche Hardware braucht ein Modell im eigenen Haus?

      Das hängt an Modellgröße und Zahl der Nutzer. Für interne Auskunft und Dokumentenarbeit reichen oft Server mit einer oder wenigen Grafikkarten. Eine Gegenüberstellung finden Sie in unserem Fachbeitrag zum eigenen KI-Server.

      Als Nächstes · Kapitel 06Regelwerke und Arbeitsanweisungen
      Kapitel 06

      Wie werden Regelwerke und Arbeitsanweisungen durchsuchbar?

      Eine interne Wissensdatenbank, die mit Fundstelle antwortet.

      Mit einer KI-Wissensdatenbank, die aus Ihren gültigen Arbeitsanweisungen, Produktbedingungen und Regelwerken antwortet und die Fundstelle nennt. Mitarbeitende im Service, in der Kreditbearbeitung oder in der Compliance erhalten die geltende Regel in Sekunden, und jede Antwort lässt sich gegen die Quelle prüfen.

      • Gültige Fassung. Abgelöste Arbeitsanweisungen fallen aus dem Suchindex.
      • Rechte aus dem Quellsystem. Jeder sieht nur Antworten aus Unterlagen, die er ohnehin lesen darf.
      • Beleg je Antwort. Ein Klick führt zur Stelle im Original.
      • Offene Fragen. Fragen ohne Fundstelle zeigen, wo eine Anweisung fehlt.

      Wie eine solche Wissensdatenbank aufgebaut, gepflegt und mit Datenschutz und Betriebsrat abgestimmt wird, beschreibt der Baustein KI-Wissensdatenbank aufbauen; die Technik dahinter erklärt RAG und Unternehmenswissen.

      Kann die Wissensdatenbank auch aufsichtliche Veröffentlichungen enthalten?

      Ja, öffentliche Rundschreiben, Merkblätter und Leitlinien lassen sich aufnehmen. Wichtig ist, dass jede Quelle mit Stand gekennzeichnet ist und überholte Fassungen markiert werden, damit Antworten stets den geltenden Stand zeigen.

      Wie wird verhindert, dass die KI etwas erfindet?

      Die Anweisung bindet jede Antwort an die gefundenen Stellen, und das System sagt, wenn es keine Stelle findet. Ein Prüfsatz aus echten Fragen misst vor dem Start und nach jeder Änderung, wie zuverlässig das klappt.

      Als Nächstes · Kapitel 07Kreditbearbeitung
      Kapitel 07

      Wie unterstützt KI die Kreditbearbeitung?

      Unterlagen erfassen, prüfen und aufbereiten, damit Menschen schneller entscheiden.

      KI liest Unterlagen aus, prüft sie auf Vollständigkeit und Plausibilität und bereitet den Fall für die Entscheidung auf. Gehaltsnachweise, Jahresabschlüsse, Objektunterlagen und Verträge werden erfasst, Abweichungen markiert und fehlende Unterlagen benannt. Die Bewertung bleibt beim Menschen.

      • Erfassen. Werte aus Dokumenten werden in strukturierte Felder übernommen, mit Verweis auf die Stelle.
      • Abgleichen. Angaben aus verschiedenen Unterlagen werden gegeneinander geprüft.
      • Nachfordern. Fehlende oder abgelaufene Unterlagen werden erkannt und eine Nachforderung vorbereitet.
      • Zusammenfassen. Ein Fallblatt mit den wesentlichen Punkten für die Entscheidung.

      Dieser Zuschnitt nutzt die Stärke der KI bei der Dokumentenarbeit und hält die Bewertung der Person beim Menschen. Damit bleibt das System in aller Regel außerhalb der Hochrisiko-Einstufung, solange es die Kreditwürdigkeit nicht selbst bewertet.

      Wie zuverlässig liest KI Jahresabschlüsse aus?

      Gut bei sauberen digitalen Dokumenten, anspruchsvoller bei Scans und uneinheitlichen Gliederungen. Deshalb gehört zu jedem ausgelesenen Wert die Fundstelle, und Werte unter einer festgelegten Sicherheit werden zur Prüfung vorgelegt.

      Lässt sich das in das bestehende Kreditsystem einbinden?

      Ja, über Schnittstellen oder einen Ablauf, der die Ergebnisse als Vorschlag in die bestehende Maske übergibt. Die Freigabe erfolgt im gewohnten System, das hält Kontrollen und Prüfpfad unverändert.

      Als Nächstes · Kapitel 08Kundenservice und Posteingang
      Kapitel 08

      Wie hilft KI im Kundenservice und im Posteingang?

      Zuordnen, vorbereiten, beantworten, mit klarer Übergabe an Menschen.

      KI ordnet eingehende Anliegen zu, erkennt Dringlichkeit und bereitet Antworten aus den gültigen Bedingungen vor. Standardfragen beantwortet ein Assistent direkt, alles mit Ermessen, Beschwerde oder Vertragsänderung geht an einen Menschen.

      • Zuordnen. Anliegen aus Brief, E-Mail und Formular landen beim richtigen Team.
      • Vorbereiten. Ein Antwortentwurf mit Verweis auf die geltende Bedingung.
      • Kennzeichnen. Ein Chatbot gibt sich als KI zu erkennen, wie es Artikel 50 der KI-Verordnung verlangt.
      • Übergeben. Bei Beschwerden, Ermessen oder Unsicherheit geht der Fall mit Verlauf an einen Menschen.

      Wie Chat, E-Mail und Telefon mit KI zusammenspielen, beschreibt der Baustein KI im Kundenservice.

      Darf ein Chatbot Auskunft zu Konten geben?

      Nur nach sicherer Anmeldung und nur aus dem führenden System. Kontostände und Umsätze kommen per Abfrage aus dem Kernbankensystem, das Modell formuliert nur die Antwort. Rechte und Protokolle folgen den Regeln des Onlinebankings.

      Wie wird die Beratungsqualität gewahrt?

      Indem der Assistent Produktinformationen erklärt und für die Beratung an Menschen übergibt. Für Anlageberatung gelten die bekannten Pflichten weiter; die KI bereitet Unterlagen vor, berät aber nicht selbst.

      Als Nächstes · Kapitel 09Compliance und Geldwäsche
      Kapitel 09

      Wie unterstützt KI Compliance und Geldwäscheprävention?

      Sachverhalte aufbereiten, damit Fachleute schneller und besser entscheiden.

      KI fasst Treffer aus der Überwachung zusammen, sammelt Informationen zum Sachverhalt und bereitet die Bewertung vor. Ob ein Verdacht vorliegt und gemeldet wird, entscheiden die Fachleute. Die KI verkürzt den Weg dorthin und macht ihn nachvollziehbar.

      • Treffer aufbereiten. Kontobewegungen, Kundendaten und frühere Fälle werden zu einem Fallbild zusammengeführt.
      • Hintergrund sammeln. Öffentliche Quellen und interne Notizen werden mit Fundstelle zusammengefasst.
      • Dokumentieren. Ein Entwurf der Fallnotiz mit allen herangezogenen Quellen.
      • Lernen aus Entscheidungen. Abgeschlossene Fälle zeigen, welche Hinweise häufig zu Recht oder zu Unrecht auffallen.

      Für diese Fälle gilt besonders: Jede Aussage braucht eine Quelle, und die Bewertung bleibt beim Menschen. KI zur Erkennung von Finanzbetrug ist ausdrücklich von der Hochrisiko-Einstufung für Kreditwürdigkeit ausgenommen.

      Kann KI Verdachtsmeldungen selbst abgeben?

      Nein, und das ist auch nicht das Ziel. Die Entscheidung über eine Meldung und ihr Inhalt liegen bei den zuständigen Fachleuten. Die KI liefert einen vorbereiteten Sachverhalt, den diese prüfen, ergänzen und verantworten.

      Wie bleibt die Entscheidung nachvollziehbar?

      Durch ein Fallprotokoll, das zeigt, welche Quellen herangezogen wurden, was die KI vorgeschlagen hat und was der Mensch entschieden hat. Das dient der internen Revision ebenso wie der Aufsicht.

      Als Nächstes · Kapitel 10Wie die Aufsicht prüft
      Kapitel 10

      Wie prüft die Aufsicht den KI-Einsatz?

      Die BaFin überwacht risikoorientiert, beginnend mit Transparenz, Verboten und KI-Kompetenz.

      Die BaFin ist nach dem KI-MIG zuständig, soweit KI in direktem Zusammenhang mit einer regulierten Finanztätigkeit eingesetzt wird. Sie prüft bereits, ob Transparenzpflichten und Verbote eingehalten werden und welche Maßnahmen Institute zur KI-Kompetenz ergreifen. Ab Dezember 2027 kommen Hochrisiko-Systeme hinzu.

      • Risikoorientiert. Im Fokus stehen verbreitete Anwendungen mit großer Wirkung, nicht jedes einzelne System.
      • Mit bestehenden Strukturen. Die KI-Verordnung wird in Governance, Risikomanagement und Compliance eingebettet.
      • Mit Raum für Neues. Reallabore und Tests unter echten Bedingungen sind ausdrücklich vorgesehen.
      • Klare Zuständigkeit. Für KI im Personalwesen eines Instituts ist die Bundesnetzagentur zuständig.

      Was zu dokumentieren ist, ergibt sich aus Inventar, Einstufung, Schulungsnachweisen und der Einbindung in das IKT-Risikomanagement. Wie Schulung und Richtlinie aussehen, zeigt der Baustein KI-Richtlinie und KI-Kompetenz.

      Welche Unterlagen sollten für eine Prüfung bereitliegen?

      Ein Verzeichnis der KI-Systeme mit Rolle und Einstufung, die Einbindung in das IKT-Risikomanagement und das Informationsregister, Nachweise zu Schulung und Richtlinie, Testergebnisse und das Vorfallregister. Wer diese Unterlagen laufend führt, beantwortet Fragen der Prüfer in kurzer Zeit.

      Was gilt für kleinere Institute und Finanzdienstleister?

      Die Anforderungen gelten nach Verhältnismäßigkeit. Ein kleineres Institut mit wenigen, klar umrissenen Anwendungen kommt mit schlanken Unterlagen aus, solange Inventar, Einstufung und Einbindung in das Risikomanagement sauber sind.

      Als Nächstes · Kapitel 11Woran sich der Nutzen zeigt
      Kapitel 11

      Woran zeigt sich der Nutzen?

      Fünf Kennzahlen, die vor dem Start feststehen.

      An Kennzahlen, die vor dem Start mit dem Fachbereich festgelegt werden. So wird der Nutzen belegbar, und Auffälligkeiten fallen früh auf.

      KennzahlFrage dahinterWie gemessen wird
      BearbeitungszeitWie lange dauert ein Vorgang vom Eingang bis zur Erledigung?Vorher und nachher gemessen
      ÜbernahmequoteWie viele Vorschläge werden ohne Änderung übernommen?Protokoll
      BelegtreueStützt sich jede Aussage auf die genannte Quelle?Stichprobe durch den Fachbereich
      RückfragenWie oft muss beim Kunden nachgefragt werden?Vergleich mit dem Ausgangswert
      VorfälleGab es Fehler mit Auswirkung, und wie schnell wurden sie erkannt?Vorfallregister nach DORA

      Wie sich der Nutzen eines KI-Vorhabens insgesamt belegen lässt, beschreibt unser Fachbeitrag zur Wirkungsmessung.

      Welche Ausgangswerte sollten vor dem Start erhoben werden?

      Bearbeitungszeit je Vorgang, Zahl der Vorgänge, Rückfragen und Fehlerquote. Mit diesen Werten lässt sich jede Verbesserung später klar belegen, und sie fließen in die Wirtschaftlichkeitsrechnung ein.

      Wie oft wird nachgemessen?

      Laufend über Protokolle, dazu Stichproben durch den Fachbereich und ein vollständiger Durchlauf des Prüfsatzes nach jeder Änderung an Quellen, Anweisung oder Modell.

      Als Nächstes · Kapitel 12In welchen Schritten es entsteht
      Kapitel 12

      In welchen Schritten führt ein Institut KI ein?

      Fünf Schritte vom Inventar bis zum geprüften Betrieb.

      Erst einordnen, dann mit einem gut messbaren Fall beginnen, der keinen Hochrisiko-Bezug hat. So entsteht früh ein Ergebnis, das Fachbereich, Informationssicherheit und Aufsicht gleichermaßen überzeugt.

      SchrittWas zu tun istErgebnis
      1. Inventar und EinstufungAlle KI-Anwendungen erfassen, Rolle und Risikoklasse bestimmenListe mit Einstufung je System
      2. Anwendungsfall wählenHäufiger Vorgang, klare Regeln, kein Hochrisiko-Fall für den StartEin Pilotfall mit Ausgangswerten
      3. Rahmen festlegenDatenklassen, Betriebsweg, Vertrag, Einbindung in das IKT-RisikomanagementAbgestimmt mit Informationssicherheit, Datenschutz und Auslagerungsmanagement
      4. Pilot mit PrüfsatzEchte Fälle, menschliche Freigabe, getrennte Messung von Suche und AntwortMesswerte für die Entscheidung
      5. Betrieb und ÜberwachungKennzahlen, Vorfallprozess, Tests nach ÄnderungenEin System, das prüfbar läuft

      Wie ein Vorhaben insgesamt eingeführt wird, zeigt der Baustein KI im Unternehmen einführen. Für Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet finden Sie unsere KI Beratung in Frankfurt.

      Wer sollte im Projekt mitarbeiten?

      Der Fachbereich mit dem Anwendungsfall, Informationssicherheit, Datenschutz, das Auslagerungsmanagement und bei Bedarf die Personalvertretung. Von unserer Seite kommen Konzeption, Umsetzung und Messung.

      Wie lange dauert ein erster Anwendungsfall?

      Ein Umsetzungsabschnitt dauert bei uns in der Regel sechs bis zwölf Wochen. Die Abstimmung mit Informationssicherheit und Auslagerungsmanagement plant man am besten von Beginn an mit ein.

      Unsere Bauweise

      Wir beginnen mit einem Fall, der sich gut messen lässt und keinen Hochrisiko-Bezug hat.

      So entsteht früh ein belastbares Ergebnis, eingebettet in Ihr IKT-Risikomanagement, und jede weitere Anwendung baut darauf auf.

      Häufige Fragen

      Fragen zu KI in Banken und bei Finanzdienstleistern

      Dürfen Banken ChatGPT oder ähnliche Werkzeuge nutzen?

      Ja, im Rahmen ihres IKT-Risikomanagements. Der Einsatz wird wie jede andere IKT-Dienstleistung behandelt: Datenklassen festlegen, Vertrag und Drittparteienrisiko prüfen, Mitarbeitende schulen. Kundendaten gehören nur in Werkzeuge, die dafür freigegeben sind, etwa mit Geschäftskundenvertrag oder auf eigener Infrastruktur.

      Ist jede KI im Kreditgeschäft ein Hochrisiko-System?

      Nein. Hochriskant ist KI, die die Kreditwürdigkeit natürlicher Personen bewertet oder ihre Bonitätsbewertung festlegt; ausgenommen ist die Erkennung von Finanzbetrug. Ein System, das Unterlagen ausliest und auf Vollständigkeit prüft, ohne selbst zu bewerten, fällt in der Regel nicht darunter. Die Einordnung erfolgt je System.

      Ist die BaFin-Orientierungshilfe zu KI verbindlich?

      Nein, sie ist eine unverbindliche Hilfe. Verbindlich sind die Anforderungen aus DORA, die sie für KI-Systeme erläutert. Wer der Orientierungshilfe folgt, hat eine gute Grundlage, um gegenüber Prüfern zu zeigen, wie KI im IKT-Risikomanagement abgebildet ist.

      Wer überwacht KI bei Banken nach der KI-Verordnung?

      Die BaFin, soweit KI in direktem Zusammenhang mit einer regulierten Finanztätigkeit eingesetzt wird. Sie prüft bereits Transparenz, Verbote und Maßnahmen zur KI-Kompetenz, ab Dezember 2027 auch Hochrisiko-Systeme. Für KI im Personalwesen einer Bank ist die Bundesnetzagentur zuständig.

      Können Kundendaten im eigenen Haus bleiben?

      Ja. Sprachmodelle laufen auch auf eigener Hardware im Rechenzentrum der Bank oder eines Dienstleisters ihrer Wahl. Für Bestände mit Bankgeheimnis ist das oft der passende Weg. Mehr dazu auf unserer Seite Lokale KI.

      Was kostet ein KI-Pilot in einer Bank?

      Das hängt an Anwendungsfall, Anbindungen und Betriebsweg. Das Erstgespräch ist kostenfrei. Ein Scoping-Workshop liegt bei 1.500 Euro und wird bei Beauftragung verrechnet. Ein klar abgegrenzter Pilot ist ab etwa 5.000 Euro möglich, Umsetzungsprojekte liegen je nach Umfang zwischen 10.000 und 150.000 Euro. Abgerechnet wird nach tatsächlichem Aufwand.

      Nächster Schritt

      Welcher Vorgang kostet in Ihrem Institut die meiste Zeit?

      Im Erstgespräch schauen wir auf Ihre Abläufe und Ihren Rahmen aus DORA und Auslagerung. Sie erhalten eine Einschätzung, welcher Fall sich für den Start eignet und wie er sich in Ihr Risikomanagement einfügt.