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Baustein 28 der Wissensdatenbank

KI in Medien, Verlagen und Agenturen
Mehr Zeit für Inhalte, mit klarer Verantwortung

Archive, Interviews, Varianten, Bildbeschreibungen und Kampagnen: Diese Seite zeigt, wo KI Redaktionen, Verlage und Agenturen entlastet, was nach Artikel 50 der KI-Verordnung zu kennzeichnen ist und wie Sie Ihre Inhalte und Quellen schützen.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026Redaktion: Georgios Mavrommatis, GeschäftsführerFachliche Prüfung: Waldemar Denke, Lead EntwicklerLesedauer: ca. 10 Minuten
Ausgangspunkt

Wo bringt KI in Medien, Verlagen und Agenturen den größten Nutzen?

Bei der Arbeit vor und nach dem eigentlichen Inhalt. Archivsuche, Transkription, Übersetzung, Varianten für viele Kanäle, Metadaten und Bildbeschreibungen kosten heute viel Zeit. Dort entlastet KI, und die publizistische und kreative Entscheidung bleibt beim Menschen.

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten nach Artikel 50 der KI-Verordnung. Deepfakes werden offengelegt, und Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse ebenfalls, es sei denn, ein Mensch hat sie inhaltlich geprüft und trägt die redaktionelle Verantwortung. Dazu kommen Fragen zum Urheberrecht an eigenen und erzeugten Inhalten.

Diese Seite geht Aufgaben, Regeln und Vorgehen der Reihe nach durch, für Redaktionen, Verlage, Sender und Agenturen.

Selbsttest3 Fragen, unter einer Minute

Wo steht Ihre Redaktion oder Agentur?

Drei kurze Fragen. Danach sehen Sie, welche Kapitel für Sie zuerst zählen.

1Gibt es eine Richtlinie für den KI-Einsatz?
2Erzeugen Sie Bilder oder Videos mit realistisch wirkenden Personen?
3Wo kostet heute die meiste Zeit?
Ihre Auswertung
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      Ergebnis besprechen
      Kapitel 01

      Welche Aufgaben übernimmt KI in Medien, Verlagen und Agenturen?

      Sechs Felder rund um Archiv, Produktion und Ausspielung.

      KI übernimmt Suchen, Ordnen, Übertragen und Variieren, die publizistische und kreative Entscheidung bleibt beim Menschen. Redaktionen, Verlage und Agenturen haben große Archive, viele Formate und hohen Zeitdruck. Dort entlastet KI, und dort lässt sie sich mit klarer Freigabe sauber einbinden.

      FeldWas KI übernimmtWo der Mensch bleibt
      Archiv und RechercheArchivbestände durchsuchen, frühere Berichte finden, Fakten mit Quelle zusammenstellenAuswahl und Bewertung durch die Redaktion
      VerschlagwortungThemen, Personen, Orte und Rubriken vorschlagenRedaktion bestätigt
      Transkription und ÜbersetzungInterviews abschreiben, Inhalte in andere Sprachen übertragenGegenlesen vor Veröffentlichung
      Varianten und TeaserÜberschriften, Teaser, Newsletter- und Social-Texte aus dem fertigen BeitragFreigabe durch die Redaktion
      BarrierefreiheitBildbeschreibungen, einfache Sprache, Untertitel vorbereitenPrüfung vor Veröffentlichung
      AgenturarbeitBriefings zusammenfassen, Entwürfe und Varianten für KampagnenKreative Entscheidung beim Team

      Das tragende Muster ist Human in the Loop: Das System bereitet vor, die Redaktion prüft und verantwortet. Dieses Muster ist zugleich die Grundlage für die Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht bei redaktionell verantworteten Texten.

      Wo beginnen Redaktionen am häufigsten?

      Bei Verschlagwortung, Transkription und Archivsuche. Diese Vorgänge sind häufig, haben kein unmittelbares Veröffentlichungsrisiko und lassen sich gut messen.

      Kann KI ganze Artikel schreiben?

      Sie kann Entwürfe liefern, etwa für Meldungen aus strukturierten Daten wie Sportergebnissen oder Börsenwerten. Für Berichte, Einordnung und Kommentar bleibt die Redaktion zuständig, und jede Veröffentlichung trägt eine verantwortliche Person.

      Als Nächstes · Kapitel 02Kennzeichnung nach der KI-Verordnung
      Kapitel 02

      Was müssen Redaktionen und Agenturen kennzeichnen?

      Deepfakes und bestimmte Texte, seit dem 2. August 2026.

      Deepfakes werden offengelegt, und Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren, ebenfalls, es sei denn, ein Mensch hat sie inhaltlich geprüft und trägt die redaktionelle Verantwortung. Diese Pflichten nach Artikel 50 der KI-Verordnung gelten seit dem 2. August 2026 für Betreiber, also für Sie als Redaktion oder Agentur.

      Kennzeichnung nach Artikel 50Deepfakes werden offengelegt; Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse, sofern keine redaktionelle Prüfung und Verantwortung vorliegt.Inhalt mit KIerstelltDeepfakeRealistisch wirkende Person,Ort oder EreignisoffenlegenText zu öffentlichem InteresseOffenlegen, außer bei inhaltlicherPrüfung und Verantwortungprüfen
      Kennzeichnung nach Artikel 50Deepfakes werden offengelegt; Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse, sofern keine redaktionelle Prüfung und Verantwortung vorliegt.Inhalt mit KIerstelltDeepfakeRealistisch wirkende Person,Ort oder Ereignisoffenlegenoder: Text zu öffentlichem InteresseOffenlegen, außer bei inhaltlicherPrüfung und Verantwortungprüfen
      Werbetexte, Produktbeschreibungen und interne Entwürfe fallen nicht unter diese Pflicht.
      FallWas gemeint istPflicht
      DeepfakeRealistisch wirkende Bilder, Videos oder Töne von Personen, Orten oder Ereignissen, die es so nicht gibtOffenlegen, dass sie künstlich erzeugt oder verändert sind
      Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem InteresseVeröffentlichte Texte, die die Öffentlichkeit informierenOffenlegen, es sei denn, ein Mensch hat inhaltlich geprüft und trägt die redaktionelle Verantwortung
      Werbetexte, Produktbeschreibungen, interne EntwürfeTexte ohne Bezug zur Information der ÖffentlichkeitKeine Pflicht nach Artikel 50
      Erkennbar künstlerische oder satirische WerkeDeepfakes in kreativem ZusammenhangOffenlegung in einer Form, die die Darstellung nicht beeinträchtigt

      Die maschinenlesbare Markierung erzeugter Inhalte ist eine Pflicht der Anbieter generativer Systeme; für Systeme, die vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren, gilt eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026. Orientierung geben der Verhaltenskodex der EU-Kommission vom Juni 2026 und ihre Leitlinien zu Artikel 50. Den Hintergrund erklärt unser Fachbeitrag zum AI Omnibus.

      Was heißt inhaltliche Prüfung durch einen Menschen?

      Nach den Leitlinien der Kommission genügt eine flüchtige Durchsicht nicht. Die prüfende Person liest den Text inhaltlich, prüft Fakten und Aussagen und trägt die Verantwortung für die Veröffentlichung. Wer das im Ablauf dokumentiert, kann die Ausnahme sauber nachweisen.

      Wie wird ein Deepfake sinnvoll gekennzeichnet?

      Sichtbar und verständlich, etwa mit einem Hinweis am Bild oder im Video, dazu maschinenlesbar in den Metadaten, soweit das Werkzeug es unterstützt. In kreativem oder satirischem Zusammenhang genügt eine Form, die die Darstellung nicht beeinträchtigt.

      Als Nächstes · Kapitel 03Urheberrecht und eigene Inhalte
      Kapitel 03

      Was gilt für Urheberrecht und eigene Inhalte?

      Eigene Inhalte schützen, erzeugte Inhalte sauber einordnen.

      Für frei zugängliche Online-Inhalte können Sie einen Nutzungsvorbehalt in maschinenlesbarer Form erklären, und Anbieter allgemeiner KI-Modelle müssen solche Vorbehalte beachten. Für erzeugte Inhalte gilt: Schutz entsteht für menschliche Schöpfung.

      ThemaWorum es gehtGrundlage
      Eigene Inhalte als TrainingsmaterialNutzungsvorbehalt in maschinenlesbarer Form für Online-Inhalte§ 44b UrhG
      Pflichten der ModellanbieterStrategie zur Einhaltung des Urheberrechts, Beachtung von VorbehaltenArt. 53 KI-Verordnung
      Erzeugte InhalteSchutz entsteht für menschliche Schöpfung; rein maschinell erzeugte Inhalte sind in der Regel nicht urheberrechtlich geschütztUrheberrecht
      Bildrechte und PersönlichkeitsrechteAbbildungen realer Personen, auch künstlich erzeugtPersönlichkeitsrecht

      Für Agenturen ist der Vertrag mit dem Kunden der wichtigste Ort, um Rechte an Entwürfen, den Einsatz von KI und die Kennzeichnung zu regeln. Was ein Foundation Model ist und warum er für Ihre Inhalte zählt, erklärt das Glossar.

      Wie setzen Verlage den Nutzungsvorbehalt technisch um?

      Über maschinenlesbare Angaben auf der Website, etwa in Steuerdateien für Crawler oder in Metadaten. Welche Form im Einzelfall trägt, klären Rechts- und IT-Abteilung gemeinsam; wichtig ist, sie einheitlich und dokumentiert einzusetzen.

      Dürfen wir eigene Archive für ein eigenes Modell nutzen?

      Für eigene Inhalte, an denen Sie die Rechte halten, ja. Bei zugekauften Inhalten, Agenturmaterial und Fotos regeln die Lizenzverträge, was erlaubt ist. Eine Prüfung vor dem Start erspart spätere Fragen.

      Als Nächstes · Kapitel 04Archiv und Recherche
      Kapitel 04

      Wie wird das Archiv mit KI erschlossen?

      Frühere Beiträge finden, Fakten mit Quelle zusammenstellen.

      Mit einer Suche, die nach Bedeutung findet und mit Fundstelle antwortet. Redakteure fragen in Alltagssprache nach früheren Berichten, Personen oder Zusammenhängen und erhalten Treffer mit Datum und Verweis. So wird das Archiv wieder zum Werkzeug.

      • Nach Bedeutung suchen. Treffer auch dann, wenn Begriffe anders formuliert wurden.
      • Zeitlich einordnen. Jeder Treffer mit Datum und Rubrik.
      • Mit Beleg zusammenfassen. Eine Chronik mit Verweis auf jeden Beitrag.
      • Interne Verlinkung. Passende frühere Beiträge werden für den neuen Text vorgeschlagen.

      Die Technik dahinter erklärt RAG und Unternehmenswissen; wie ein solcher Bestand aufgebaut und gepflegt wird, zeigt KI-Wissensdatenbank aufbauen.

      Funktioniert das auch mit gedruckten Archiven?

      Ja, nach Digitalisierung und Texterkennung. Bei alten Druckvorlagen lohnt eine Stichprobe der Erkennungsqualität, bevor der gesamte Bestand verarbeitet wird.

      Wie werden Korrekturen und Gegendarstellungen berücksichtigt?

      Indem sie mit dem ursprünglichen Beitrag verknüpft sind und bei jeder Antwort mit angezeigt werden. So zeigt das Archiv stets den richtigen Stand.

      Als Nächstes · Kapitel 05Produktion und Ausspielung
      Kapitel 05

      Wie hilft KI in Produktion und Ausspielung?

      Transkription, Übersetzung, Varianten, Verschlagwortung.

      KI übernimmt die Arbeit, die nach dem fertigen Beitrag kommt: Varianten, Formate, Sprachen und Metadaten. Die Redaktion gibt frei und bleibt verantwortlich.

      Produktion und AusspielungTranskription, Übersetzung, Varianten und Metadaten, jeweils mit Freigabe durch die Redaktion.TranskriptionInterviews mitZeitmarkenÜbersetzungWeitere Sprachen,gegengelesenVariantenTeaser, Newsletter,SocialMetadatenSchlagworte,Personen, OrteDie Redaktion prüft und verantwortet jede Veröffentlichung.
      Produktion und AusspielungTranskription, Übersetzung, Varianten und Metadaten, jeweils mit Freigabe durch die Redaktion.TranskriptionInterviews mit ZeitmarkenÜbersetzungWeitere Sprachen, gegengelesenVariantenTeaser, Newsletter, SocialMetadatenSchlagworte, Personen, OrteDie Redaktion prüft und verantwortetjede Veröffentlichung.
      KI übernimmt die Arbeit nach dem fertigen Beitrag.
      • Transkription. Interviews und Pressekonferenzen werden abgeschrieben, Zitate mit Zeitmarke.
      • Übersetzung. Beiträge in weitere Sprachen, gegengelesen vor Veröffentlichung.
      • Varianten. Überschriften, Teaser, Newsletter- und Social-Texte aus dem fertigen Beitrag.
      • Metadaten. Schlagworte, Personen, Orte und Rubriken als Vorschlag.

      Diese Texte informieren meist über denselben Inhalt wie der geprüfte Beitrag. Wer auch sie inhaltlich prüft und verantwortet, bleibt innerhalb der Ausnahme für redaktionell verantwortete Texte.

      Wie bleibt der Ton der Marke erhalten?

      Mit einer Stilvorgabe, Beispielen aus dem eigenen Haus und einer Freigabe durch die Redaktion. Ein Prüfsatz aus guten und weniger guten Beispielen hilft, den Ton zu messen.

      Kann KI Podcasts und Videos schneiden?

      Sie kann Kapitelmarken, Zusammenfassungen und Vorschläge für Ausschnitte liefern. Der Schnitt und die Auswahl bleiben beim Team.

      Als Nächstes · Kapitel 06Barrierefreiheit
      Kapitel 06

      Wie unterstützt KI die Barrierefreiheit?

      Bildbeschreibungen, Untertitel und einfache Sprache vorbereiten.

      KI bereitet Bildbeschreibungen, Untertitel und Fassungen in einfacher Sprache vor, die Redaktion prüft vor Veröffentlichung. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, unter anderem für E-Books und Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr. Auch darüber hinaus erreichen barrierefreie Inhalte mehr Menschen.

      • Bildbeschreibungen. Ein Vorschlag je Bild, angepasst an den Zusammenhang des Beitrags.
      • Untertitel. Aus der Transkription, mit Zeitmarken.
      • Einfache Sprache. Eine Fassung wichtiger Beiträge, geprüft auf Richtigkeit.
      • Bestandsprüfung. Welche Bilder und Videos noch ohne Beschreibung oder Untertitel sind.

      Wie solche Abläufe automatisiert werden, zeigt der Baustein Abläufe automatisieren.

      Sind automatische Bildbeschreibungen gut genug?

      Als Vorschlag ja, als Endfassung selten. Gute Beschreibungen nennen, was im Zusammenhang des Beitrags wichtig ist. Dafür braucht es den Blick der Redaktion.

      Lässt sich der Altbestand nachträglich bearbeiten?

      Ja, in Etappen. Bewährt hat sich, mit den meistgelesenen Seiten zu beginnen und den Bestand dann Rubrik für Rubrik zu ergänzen.

      Als Nächstes · Kapitel 07Agenturen
      Kapitel 07

      Was bringt KI Werbe- und Kommunikationsagenturen?

      Mehr Zeit für die Idee, mit klaren Regeln zu Rechten und Kennzeichnung.

      KI beschleunigt Briefing, Recherche, Varianten und Anpassungen an Formate, die kreative Entscheidung bleibt beim Team. Für Bilder und Videos mit realistisch wirkenden Personen gehört die Kennzeichnung als künstlich erzeugt von Anfang an in den Ablauf.

      • Briefings. Unterlagen des Kunden werden zusammengefasst, offene Fragen markiert.
      • Recherche. Markt, Wettbewerb und Zielgruppe mit Quellen.
      • Varianten. Texte und Motive in vielen Formaten und Längen.
      • Abstimmung. Änderungswünsche werden gesammelt und in Aufgaben übersetzt.

      Im Vertrag mit dem Kunden regeln Sie den Einsatz von KI, die Rechte an Entwürfen und die Kennzeichnung. Das schafft Klarheit für beide Seiten.

      Dürfen Agenturen Kundendaten in KI-Werkzeuge geben?

      Nur in freigegebene Werkzeuge mit passendem Vertrag. Vertrauliche Unterlagen, etwa zu Produkten vor dem Start, gehören in Werkzeuge mit Ausschluss des Trainings oder auf eigene Hardware.

      Wie bleibt die Handschrift der Agentur erkennbar?

      Indem KI für Fleißarbeit und Varianten eingesetzt wird und die Idee, die Auswahl und der Feinschliff beim Team bleiben. Eine eigene Stilvorgabe mit Beispielen hilft, Ergebnisse auf Linie zu halten.

      Als Nächstes · Kapitel 08Regeln für das Team
      Kapitel 08

      Welche Regeln braucht das Team?

      Eine kurze Richtlinie und Schulung nach Rollen.

      Eine Redaktions- oder Agenturrichtlinie, die festlegt, wofür KI genutzt wird, wer freigibt und wie gekennzeichnet wird. Dazu eine Schulung nach Rollen; damit fördern Sie zugleich die KI-Kompetenz nach Artikel 4 der KI-Verordnung.

      • Einsatzzwecke. Wofür KI genutzt wird und wofür nicht.
      • Freigabe. Wer prüft und verantwortet, mit Dokumentation.
      • Kennzeichnung. Wann und in welcher Form.
      • Daten. Welche Inhalte in welche Werkzeuge dürfen, besonders bei Quellen und Informanten.

      Eine Musterrichtlinie finden Sie im Baustein KI-Richtlinie und KI-Kompetenz.

      Wie schützen Redaktionen ihre Quellen?

      Indem vertrauliche Unterlagen und Gespräche nur in Werkzeuge gehen, die dafür freigegeben sind, idealerweise auf eigener Hardware. Die Richtlinie nennt diese Werkzeuge ausdrücklich.

      Sollten Leser über den KI-Einsatz informiert werden?

      Über die Pflichten hinaus schafft ein offener Umgang Vertrauen, etwa eine Seite, die erklärt, wofür die Redaktion KI nutzt und wie sie prüft.

      Als Nächstes · Kapitel 09Welcher Betriebsweg passt
      Kapitel 09

      Cloud oder eigene Hardware: welcher Betriebsweg passt?

      Der Weg folgt der Vertraulichkeit der Inhalte.

      Für veröffentlichte und freigegebene Inhalte passen Werkzeuge mit Geschäftskundenvertrag, für vertrauliche Recherchen und Quellen ein Betrieb auf eigener Hardware. Viele Häuser kombinieren beides in einer Oberfläche.

      • Cloud mit Vertrag. Varianten, Übersetzung, Metadaten für veröffentlichte Inhalte.
      • Eigene Hardware. Transkription vertraulicher Gespräche, Recherchen vor Veröffentlichung.
      • Archiv. Je nach Lizenzlage in der Cloud mit Vertrag oder im eigenen Haus.
      • Mischform. Vertrauliches lokal, Allgemeines in der Cloud.

      Wie ein Betrieb im eigenen Haus aussieht, zeigt unsere Seite Lokale KI.

      Was gehört in den Vertrag mit dem Anbieter?

      Ausschluss des Trainings mit Ihren Inhalten, Ort der Verarbeitung, Unterauftragnehmer, Löschung und ein geordneter Ausstieg. Diese Punkte schützen Inhalte und Quellen.

      Lohnt sich eigene Hardware für eine Redaktion?

      Wenn vertrauliche Gespräche regelmäßig transkribiert oder Recherchen vor Veröffentlichung ausgewertet werden, oft ja. Eine Gegenüberstellung finden Sie in unserem Fachbeitrag zum eigenen KI-Server.

      Als Nächstes · Kapitel 10Woran sich der Nutzen zeigt
      Kapitel 10

      Woran zeigt sich der Nutzen?

      Fünf Kennzahlen, die vor dem Start feststehen.

      An Kennzahlen, die vor dem Start mit Redaktion oder Team festgelegt werden. So wird der Nutzen belegbar, und Qualitätsprobleme fallen früh auf.

      KennzahlFrage dahinterWie gemessen wird
      Zeit bis zur VeröffentlichungWie lange dauert es vom fertigen Text bis zu allen Varianten?Vorher und nachher
      ÜbernahmequoteWie viele Vorschläge werden ohne Änderung übernommen?Protokoll
      ArchivnutzungWie oft werden ältere Beiträge gefunden und verlinkt?Protokoll und Zugriffe
      KorrekturenWie viele Korrekturen nach Veröffentlichung gehen auf KI-Vorschläge zurück?Korrekturliste
      BarrierefreiheitWie viele Bilder haben eine Beschreibung, wie viele Videos Untertitel?Bestandsprüfung

      Wie sich der Nutzen insgesamt belegen lässt, beschreibt unser Fachbeitrag zur Wirkungsmessung.

      Welche Ausgangswerte sollten vor dem Start erhoben werden?

      Zeit für Transkription, Varianten und Verschlagwortung je Beitrag, dazu die Zahl der Korrekturen. Mit diesen Werten lässt sich jede Verbesserung später belegen.

      Wie wird Qualität gemessen?

      Mit Stichproben durch die Redaktion und einer Korrekturliste, die festhält, welche Fehler auf KI-Vorschläge zurückgehen. So wird sichtbar, wo nachgeschärft werden muss.

      Als Nächstes · Kapitel 11In welchen Schritten es entsteht
      Kapitel 11

      In welchen Schritten führen Redaktionen und Agenturen KI ein?

      Fünf Schritte von der Richtlinie bis zum Ausbau.

      Erst Regeln festlegen, dann mit einem Vorgang ohne Veröffentlichungsrisiko beginnen. So entsteht früh ein messbares Ergebnis, das die Redaktion mitträgt.

      SchrittWas zu tun istErgebnis
      1. Regeln festlegenWofür KI genutzt wird, wer freigibt, wie gekennzeichnet wirdRedaktionsrichtlinie
      2. Anwendungsfall wählenHäufiger Vorgang ohne Veröffentlichungsrisiko, etwa Verschlagwortung oder ArchivEin Pilotfall mit Ausgangswerten
      3. Rechte klärenNutzungsvorbehalt, Verträge mit Anbietern, Bild- und PersönlichkeitsrechteSaubere Grundlage
      4. Pilot mit PrüfsatzEchte Beiträge, Freigabe durch die Redaktion, MessungGrundlage für die Entscheidung
      5. AusbauenWeitere Vorgänge, Schulung im TeamEin Ablauf, den die Redaktion trägt

      Wie ein Vorhaben insgesamt eingeführt wird, zeigt der Baustein KI im Unternehmen einführen. Für Hamburg finden Sie unsere KI Beratung in Hamburg.

      Wer sollte im Projekt mitarbeiten?

      Eine verantwortliche Person aus der Redaktion oder Geschäftsleitung, die Mitarbeitenden aus dem gewählten Vorgang, Rechtsabteilung und IT. Von unserer Seite kommen Konzeption, Umsetzung und Messung.

      Wie lange dauert ein erster Anwendungsfall?

      Ein Umsetzungsabschnitt dauert bei uns in der Regel sechs bis zwölf Wochen. Die Klärung von Rechten und Kennzeichnung plant man am besten von Beginn an mit ein.

      Unsere Bauweise

      Wir beginnen mit Vorgängen ohne Veröffentlichungsrisiko und bauen die Freigabe von Anfang an ein.

      So entsteht früh ein messbares Ergebnis, und die Kennzeichnung ist geregelt, bevor der erste Text erscheint.

      Häufige Fragen

      Fragen zu KI in Medien, Verlagen und Agenturen

      Müssen Redaktionen jeden mit KI erstellten Text kennzeichnen?

      Nein. Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse werden offengelegt, es sei denn, ein Mensch hat sie inhaltlich geprüft und jemand trägt die redaktionelle Verantwortung. Nach den Leitlinien der EU-Kommission vom 20. Juli 2026 muss diese Prüfung inhaltlich sein. Deepfakes werden stets offengelegt, in kreativem Zusammenhang in angemessener Form.

      Dürfen KI-Anbieter unsere Inhalte zum Training nutzen?

      Für frei zugängliche Online-Inhalte können Sie nach § 44b UrhG einen Nutzungsvorbehalt in maschinenlesbarer Form erklären. Anbieter allgemeiner KI-Modelle müssen nach der KI-Verordnung eine Strategie zur Einhaltung des Urheberrechts verfolgen und solche Vorbehalte beachten. Wie Sie den Vorbehalt technisch setzen, klärt am besten Ihre Rechts- und IT-Abteilung gemeinsam.

      Sind mit KI erzeugte Bilder urheberrechtlich geschützt?

      Schutz entsteht für menschliche Schöpfung. Rein maschinell erzeugte Inhalte sind in der Regel nicht geschützt; wo ein Mensch gestaltend mitwirkt, kann das anders sein. Für Agenturen heißt das: Rechte an Entwürfen sauber im Vertrag mit dem Kunden regeln.

      Kann KI Interviews zuverlässig transkribieren?

      Ja, bei guter Tonqualität sehr zuverlässig. Namen, Fachbegriffe und Zahlen werden vor Veröffentlichung gegengelesen. Für vertrauliche Gespräche, etwa mit Informanten, ist ein Betrieb auf eigener Hardware der passende Weg.

      Was bringt KI einer Werbe- oder Kommunikationsagentur?

      Zeit bei Briefings, Recherche, Varianten und Anpassungen an Formate. Die kreative Idee und die Entscheidung bleiben beim Team. Bei Bildern mit realistisch wirkenden Personen gehört die Kennzeichnung als künstlich erzeugt von Anfang an in den Ablauf.

      Was kostet ein KI-Pilot in Redaktion oder Agentur?

      Das hängt an Vorgang und Anbindung. Das Erstgespräch ist kostenfrei. Ein Scoping-Workshop liegt bei 1.500 Euro und wird bei Beauftragung verrechnet. Ein klar abgegrenzter Pilot ist ab etwa 5.000 Euro möglich, Umsetzungsprojekte liegen je nach Umfang zwischen 10.000 und 150.000 Euro. Abgerechnet wird nach tatsächlichem Aufwand.

      Nächster Schritt

      Welcher Vorgang kostet in Ihrer Redaktion oder Agentur die meiste Zeit?

      Im Erstgespräch schauen wir auf Ihre Abläufe vom Archiv bis zur Ausspielung. Sie erhalten eine Einschätzung, welcher Vorgang sich für den Start eignet und wie Freigabe und Kennzeichnung geregelt werden.